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Come Closer

Storie von: arne, am 15.06.2005 ]

Für ihr überfälliges Debüt-Album “Is Life Worth Dying For?“ sind die Ulmer COME CLOSER auf Circulation Records gewechselt, nachdem die Einstands-MCD “Diversity Declines” noch über das Berliner Superhero erschienen war.

 
Auf dem Jenaer Label bauen die Süddeutschen die Riege ambitionierter und sympathischer Bands (u.a. Narziss, Fall Of A Season, Faust Again) aus, die allesamt gemein haben, dass sie live intensive Bomben sind, dieses auf den Studiomitschnitten bislang jedoch nicht repräsentativ festhalten konnten. Das gilt auch für COME CLOSER, obwohl deren rundum solide Scheibe prinzipiell schon einfängt, wofür der Fünfer steht. Ein Konzert ziehe ich dem Hören der CD dennoch jederzeit vor.

Das liegt sicherlich zum Teil in der musikalischen Anlage der Band begründet, in deren Reihen sich u.a. ehemalige Regret- oder Blindspot A. D.-Mitglieder finden. Geboten wird vordergründig emotional gehaltener Hardcore, der gleichfalls um Metal- als auch um Punk-Zitate zwanglos ausgebaut wird. Die Metal-Edge folgt dabei eher einem New School-Verständnis denn moderner “MetalCore-Standards“, was schön frisch wirkt. Viele catchige Melodien, eingängige Hooklines und tolle Screamo-Vocals füllen knappe 30 Minuten, doch CD-Veröffentlichungen scheinen für COME CLOSER vor allem Rechtfertigungsgrund, ein weiteres Mal auf Tour zu gehen. In energiegeladenen Live-Shows hat die Band ihre Passion gefunden und das glaubt man spätestens dann, wenn man das Outfit einmal live gesehen hat.

Die Songs der Ulmer weisen von jeher in Richtung mitreißender Emo-Hardcore-Hymnen und im Konzert-Umfeld erreichen diese noch einmal eine gänzlich neue Qualität. Angesichts der gewählten Ausrichtung der Formation sind nicht unbedingt kurze Songs zu erwarten, doch die zehn Stücke von “Is Life Worth Dying For?“ sind schnell vorbei - Sänger Vuki über die Hintergründe:

„COME CLOSER sind eine Hardcore/Punk Band und Platten dieses Genres dauern allgemein nie sehr lange. Aber du hast Recht, unsere Songs sind wirklich kurz! Wahrscheinlich liegt es daran, dass wir sehr lange an ihnen arbeiten. Wir schreiben gemeinsam so lange an einem


Lied, bis es jedem in der Band gefällt und Parts, welche nicht hundertprozentig allen zusagen, fliegen wieder raus. Das macht COME CLOSER auch zu einer Band, die sehr langsam im Songschreiben ist und eigentlich wollten wir ein längeres Debüt-Album machen. Schlussendlich fehlten uns die Songs dafür. Wir haben versucht jeden Song in sich schlüssig zu schreiben, ihm eine klare Struktur zu geben ohne sich in irgendwelche Parts zu verlieren. Und nur Lieder schreiben, dass die Scheibe länger ist, kam nie in Betracht. Uns gefallen kurze Scheiben eh besser als lange.“

Im Fall der Ulmer scheint mir die straffe Kürze wirklich fast von Vorteil, denn das Album gestaltet sich als kurzweiliges und abwechslungsreiches Hörvergnügen, auch dank dessen eher unkonventionellen Anlage für den heutigen Emo-Hardcore-Sektor:

„Es ist wohl ein Trademark von uns, dass man COME CLOSER in keine Schublade stecken kann. Viele europäische Bands versuchen zu klingen wie ihre amerikanischen Vorbilder und ordnen sich in ein bestimmtes Muster ein. Wir machen bestimmt auch nichts Neues, aber wir versuchen unser eigenes Ding durchzuziehen. Vielleicht wäre es einfacher, sich für eine Schublade zu entscheiden, aber dann wären wir nicht mehr COME CLOSER. Wir glauben, dass viele Leute uns dafür schätzen. Für die meisten Emocore-Kids sind wir schlicht weg zu hart aber für viele Hardcore-Kids wiederum zu Emo, das macht die Sache Spannend und unser Anreiz sich weiter fort zu entwickeln und an unserem Sound zu feilen.“

Textlich setzt sich der “besondere“ Anspruch fort: “Is Life Worth Dying For? “ steht hauptsächlich für individuelle Lebenswegfindung, sich von sich von niemanden vorschreiben zu lassen, wie man sein Leben leben soll, jeden Tag für sich selbst und andere zu kämpfen und einfach sein eigenes Ding zu machen. Viele der Texte scheinen äußerlich negativ zu sein, haben aber doch positiven Kern.“

 
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