Go There
INFOS > Interviews-Stories > Details
/ 1 2 3 6 A B C D E F G H I J K L M N O P R S T U V W X Y Z [
Interviews/Stories gesamt: 1750

The Year Of Our Lord

Storie von: arne, am 29.03.2002 ]

Acton, Maine heisst die Heimat von THE YEAR OF OUR LORD. Bereits 1997 gegründet, verlief die Entwicklung dieser Death-/Black-Metal-Kapelle bisher alles andere als geradlinig.

 
Trotz der äußerst erfolgreichen "Frozen Divide" EP (Lifeforce) von 1999 und einer abgefeierten Europa-Tour vom Winter 2000, fiel die Band in ein Loch und stagnierte für längere Zeit. Anfang März erschien nun endlich das langersehnte, selbstbetitelte Debut-Album auf Lifeforce und das ist fast ein kleines Wunder.

Dabei waren es nicht einmal nur die vielen Besetzungswechsel, die TYOOL immer wieder kompensieren musste. Die einzigen Konstanten im Line-Up waren stets die Brüder Nick und Scott Heigelmann (Vocals&Gitarre) und Drummer Glen Brasile. Inzwischen scheinen endlich alle Ungereimtheiten beseitigt und im sechsten Jahr der Bandgeschichte erscheint also das Debut. Für die Musiker symbolisiert es den Abschluss ihres bisherigen Weges und einen Neustart zugleich. Einige der Songs zählen zu den ersten, die die Band jemals geschrieben hat; allein sie waren bisher noch nicht aufgenommen.

TYOOL zeigen sich musikalisch gewandelt, wenn auch nicht minder überzeugend. Ihren Charme geben die 13 Songs dennoch nicht von Beginn an preis. Im ersten Moment fällt der Umgang mit dem Album vielleicht sogar schwer. Erst nach etwa drei Rotationen versteht man, wohin die Band will und lernt das Werk zu schätzen. Nach und nach gibt sich ein sehr komplexes Songwriting preis, das im ersten Moment gar nicht als solches wirkt. Zusammen mit Steve Austin (Today Is The Day) setzte man im Studio die eigenen Ideen um und nach Gitarrist Nick Heigelmann ist die Band mit dem Ergebnis überglücklich.

"Es war uns besonders wichtig das Album gerade so zu strukturieren, dass man es problemlos am Stück hören kann. Neben der etwas anderen Produktion haben wir diesmal auch stärker experimentiert." Doch das sind nicht die einzigen Veränderungen. Auch das Tempo wurde merklich gedrosselt. Hinzu kommen immer wieder rockige Elemente und lockere Riffs, die dem ganzen Album ein gewisses Trash-Metal-Feeling verleihen.

Bereits das neue Bandlogo mit seinem Haunted House-Bezug weist auf diese Änderungen hin. Nicht umsonst ist ausschließlich dieses Logo auf dem Cover der Platte abgebildet. Es soll Unbehagen erzeugen und gleiches erhofft Nick auch von den eigenen Liedern: "Mir geht es vor allem darum den Hörer emotional anzusprechen. Mit den Songs spiegle ich meine Stimmungen wider. Oftmals greife ich in der Nacht zwischen vier und fünf Uhr zur Gitarre und jamme vor mich hin. In diesen frühen Morgenstunden entstehen die besten Songs. Dein Kopf ist durch den fehlenden Schlaf noch ein wenig verworren und gerade dann hat man die besten Ideen."

Doch hinter den neuen Strukturen steckt noch mehr. THE YEAR OF OUR LORD gehen inzwischen andere Wege im Songwriting, die sich natürlich auf das Soundbild auswirken: "Früher sind unsere Songs durchweg auf meiner Gitarre entstanden. Die Stücke waren bereits fertig, wenn die anderen in den Proberaum kamen. Zukünftig wird sich das hoffentlich noch weiter ändern. Es sollen nicht immer die gleichen Leute die Songs schreiben. Wir wollen einfach jammen und Spontaneität in die Band und unsere Songs bringen. Auf dem neuen Album haben wir das bereits in Ansätzen realisiert. Am nächsten werden dann alle Bandmitglieder zu 110% involviert sein. Fünf Köpfe sind besser als einer." Definitiv und nach Nick kann man auch wieder mit schnellerem, stark fokussierten Material ähnlich der '99er MCD rechnen.

Ganz dem Klischee von "Sex-Drugs & Rock'n'Roll" entsprechend, sind TYOOL nicht verlegen, auch sehr naheliegende Inspirationsquellen preiszugeben: "Wir haben viel gekifft, eine Menge Whiskey getrunken und auf alle gängigen Trends geschissen. Man wird heutzutage schnell mit einem bestimmten Label versehen und davon haben wir uns bewusst distanziert." Genie und Wahnsinn liegen auch hier wieder einmal dicht beisammen und noch scheint das Genie die Oberhand zu behalten...
 
 Links:
  The Year Of Our Lord- Bandpage
 
oben