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Red Chord, The

Storie von: arne, am 30.05.2005 ]

Bereits das 2002er Debüt "Fused Together In Revolving Doors", das völlig zurecht als Klassiker gilt, stellte eindrucksvoll unter Beweis, dass THE RED CHORD in die erlesene Kategorie respektloser Innovatoren im Extrem-Underground zählen. Das gerade erscheinende Zweitwerk der Band dürfte den Status der Ausnahmeband sowohl festigen als auch ausbauen.

 
Nicht grundlos sicherte sich Metal Blade die Rechte an diesem heißersehnten Überalbum, das "Clients" zweifellos geworden ist! Nur ganz wenigen Gruppen bleibt es in der heutigen Zeit vorbehalten, der mitunter eingefahren anmutenden Metal-Szene neue Impulse zu verleihen und THE RED CHORD sind eine dieser. In einer einzigartigen wie irrwitzigen Konstellation treffen Grindcore, Death Metal und Hardcore aufeinander. Fans zwischen Brutal Truth, Dying Fetus, Misery Index, Suffocation, Nasum, Pig Destroyer, Dillinger Escape Plan usw. werden "Clients" vergöttern, da bin ich mir sicher!

THE RED CHORD haben ihre Ausrichtung quirliger Gitarren, Death-beeinflusster Blast Beats, chuggy Breakdowns und unkonventioneller Technik beibehalten, zugleich aber effizient verfeinert und etwas verträglicher arrangiert. Keine Angst, der Fünfer zeigt sich ungezügelt und brutal wie eh und je, doch präsentieren sich die neuen Songs sich in den Gitarren noch dichter, den Drums verspielter und tighter (Das geht wirklich, der neue Drummer Mike macht’s möglich!) und noch variabler im Gesang. Die Produktion von Zeuss betont geschickt die ausgeweiteten Death-Elemente der Platte und in der Summe all dessen stellt sich “Clients“ als essentielle Platte dar, an der in 2005 kein Weg vorbei führt!

Shouter Guy sieht in der langen Entstehungszeit der Platte den Hauptgrundgrund für deren Stärke: „Wir hatten drei Jahre Zeit, an neuem Material zu arbeiten. Durch das Signing auf Metal Blade war eine neue Situation gegeben, die uns zusätzlich herausforderte. Wir hatten alle Freiheit, eben das zu tun, was wir wollten und haben das mit einer starken Platte gedankt.“

Bescheidenheit ist eine Tugend, denn "Clients" ist für mich eines der besten Alben der letzten fünf Jahre. Mit entscheidend für den Qualitätssprung ist wohl auch das immense Tourprogramm der Band, denn in der dreijährigen Spanne standen ca. 400 Shows zu Buche. Die beständige Auseinandersetzung mit den eigenen Kompositionen war Grundlage der Weiterentwicklung, doch schon von Beginn an legten THE RED CHORD ein schier unglaublich hohes Niveau vor, musikalisch und in den Lyrics:

„Unbedingt, meine reflektierenden Texte sind eine der Markenzeichen der Band. Sie unterstreichen die Komplexität und den Anspruch der Musik,


setzen dieser ein Gegengewicht. Als Band versuchen in allen Aspekten so originell und einzigartig wie möglich zu sein. Das ist meine Herausforderung beim Schreiben der Texte und dafür wende ich viel Zeit auf. Natürlich gibt es Leute, die sich um Texte nicht kümmern und nur auf den nächsten Moshpart warten, aber ich stehe in der Tradition einer Zeit, in der sich alles um Texte drehte und sich Bands über diese definiert haben. Das setzen wir fort und schon das Debüt wurde in dieser Beziehung überaus positiv aufgenommen. Diesmal musste ich den nächsten Schritt gehen, um den Leuten neue Denkanstöße zu geben und einen Fortschritt zu dokumentieren.“

Die inhaltliche Verbindung der Stücke des Metal Blade-Debüts überrascht vor diesem Hintergrund nicht: „Man kann "Clients" durchaus als Konzeptalbum verstehen. Ich arbeite in Boston in einem kombiniertem Apotheken-/Schnaps-Laden in der Nähe eines Bahnhofes. Jeden Tag bin ich mit Kunden/Dingen wie Drogen, Süchtigen, Yuppies, Normalos und allen möglichen anderen Facetten des Alltags konfrontiert. Ich denke oft darüber nach, wie diese Leute wohl zu dem wurden, was sie heute sind. "Clients" erzählt einige dieser Geschichten. Jeder ist des anderen "Client" - das ist die Grundidee des Albums. Wer in seinem eigenen Verständnis vollkommen normal ist, kann für andere vollkommen verrückt wirken. Es kommt auf den individuellen Standpunkt an.“

Das ist wohl wahr und THE RED CHORD selbst dürften angesichts der verbreakten und ungestümen Musik auf viele vollkommen “durchgeknallt“ wirken. Dabei formuliert die Band allgemeine Ziele für das eigene Treiben:

„Es ist unser Anspruch, in den verschiedenen Underground-Genres Anklang zu finden. Wir lieben Death Metal, Grindcore und Hardcore und wollen die unterschiedlichen Fangruppen vereinen wie wir die vielfältigen Elemente der Richtungen in unseren Songs zusammen führen. Die Unterscheidung metallischer Bands ist doch heute kaum mehr möglich. Die Leute sollten den Underground endlich als Einheit verstehen. Wir wollen eine Band für all diejenigen sein, die Gefallen an extremer Musik finden, egal, ob an Hardcore, Death Metal oder Grind. Jeder, der aufgeschlossen ist und Metal mag, wird etwas mit uns anfangen können. Das verspreche ich.“ Word!

 
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