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Deadbird

Storie von: arne, am 15.05.2005 ]

Das wuchtige Debüt-Album von DEADBIRD aus Arkansas gleicht einer Offenbarung, denn das Quartett liefert mit “The Head And The Heart” (Codebreaker) eine der beeindruckendsten Sludge- Scheiben der letzten Jahre ab. In der internationalen Heavy- Szene dürfte sich der Vierer um den ehemaligen Rwake- Gitarristen Chuck Shaaf und dessen Bruder Phillip innerhalb kürzester Zeit etablieren, denn es geht doch gar nicht anders!

 
DEADBIRD sind so verdammt intensiv, ungeschliffen, erdig und brachial; gleichfalls aber auch hoch melodisch, eingängig und irgendwie episch. Der Bandsound zeichnet sich durch ungemein großes Volumen und breite Klangwirkung aus, bleibt dabei jedoch stets kratzig und schön kantig. “The Head And The Heart” ist so ein Release, das einen sofort aufhorchen lässt und dem man in der Folge bereitwillig Aufmerksamkeit schenkt und Konzentration widmet. Dabei ist dies nur bedingt erforderlich, denn wie bereits der Albumtitel vorgibt, sprechen DEADBIRD zwar schnell den Kopf bzw. die Ohren der Hörer an, doch eigentlich zielen sie auf deren Herzen, in die sie schnell Einzug halten. Dem dichten wie ungemein emotionalen Sound des Quartetts kann man nicht widerstehen, sofern man eine Affinität für walzende Heavy-Klänge mitbringt. DEADBIRD bearbeiten eine interessante Nische, die Elemente zwischen Sludge, Doom und Heavy Metal umfasst. Trotz tief gestimmter Instrumente, scheppriger Ausbrech-Parts und heftiger Brüll-Vocals wirken die acht Songs des Debüts keinesfalls apokalyptisch oder dunkel. Nein, genau das Gegenteil ist der Fall! Die Stücke putschen auf, treiben an und wecken positive Energien.

Drummer Phillip zeigt sich von der positiven Resonanz auf das eigene Debüt nach wie vor überrascht und hält im Gespräch die Bälle flach: „Wie stehen mit DEADBIRD gerade erst am Anfang eines langen Weges und müssen uns unseren Platz im Heavy Underground erst noch erarbeiten. Das Album fährt sicherlich deutlich bessere Kritiken ein, als wir uns es jemals hätten träumen lassen, doch das bewerten wir nicht über. Es zeigt uns allerdings, dass wir auf dem richtigen Weg sind und mit dem Zuspruch hatten wir so nicht gerechnet. Wir haben die Platte ja zunächst selbst veröffentlicht, um ein Release auf dem Markt zu haben und mehr Gigs spielen zu können. Dann kam Duncan mit seinem Angebot für das Re-Release auf Codebreaker. Das liegt nun vor und findet schier unglaubliche Resonanz.“

Auf dem


englischen Qualitätslabel sind DEADBIRD nicht zufällig gelandet: „Um ehrlich zu sein war es zwar das einzige Angebot, das wir bekommen haben, aber Codebreaker war zugleich auch das einzige Label, dem wir unser Album zugeschickt haben. Mit dem ehemaligen Rage Of Achilles zu arbeiten, ist für uns eine Ehre. Unser Gefühl war von Beginn an positiv und wir wurden nicht enttäuscht. Duncan hat uns schon jetzt Zugang zu Hörern verschafft, die wir allein niemals erreicht hätten und dafür sind wir ihm unendlich dankbar. Das neue Mastering hat unsere Songs noch einmal fokussiert und betont ihre Stärken. Wir könnten nicht glücklicher sein und das i-Tüpfelchen ist das tolle neue Cover.“

Obwohl sich DEADBIRD bereits im Winter 2002 formierten, konnte die Band personell bedingt erst so richtig ab Mai 2004 loslegen und das tun sie: „Wir befinden uns nach wie vor im Stadium der Entwicklung. Entscheidend dafür ist der Umstand, dass wir noch keinen Bass-Spieler hatten, als wir das Album geschrieben und aufgenommen haben. Todd stieß erst spät zu uns und brachte unser Songwriting auf eine vollkommen neue Ebene. Die neuen Stücke, die in gemeinsamer Arbeit entstanden sind, erscheinen mir weitaus eigenständiger und wir stehen kurz davor, endgültig unsere eigene Identität zu finden. Endlich sind wir vollends aufeinander eingespielt und das wird man auf der nächsten Platte hören.“

Das Arbeitskonzept der Jungs ist dabei feucht-fröhlich: „Meistens sind einige Flaschen Whiskey beteiligt, mit denen wir zusammen jammen. Immer wieder zeichnen wir dabei Ideen oder einzelne Passagen auf, um aus diesem Material später die besten Teile auszuwählen und mit ihnen weiter zu arbeiten. Im Durchschnitt entsteht ein Song in seinen Grundzügen ein-zwei Nächten. Für den Feinschliff benötigen wir dann jedoch etwas mehr Zeit.“ Bleibt nur zu hoffen, dass der Nachfolger des fabelhaften “The Head And The Heart” nicht zu lange auf sich warten lässt. Das Release ist noch für dieses Jahr geplant.

 
 Links:
  Deadbird
  Codebreaker Records
 
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