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Ex Inferis

Interview von: arne mit Marc, am: 18.03.2005 ]

Die Luxemburger EX INFERIS haben mit “Defunctus In Heresi“ einen überaus gelungenen Longplayer ganz in Eigenregie veröffentlicht. Warum hat dieses klasse Quintett kein Label? Der technisch versierte, ideenreiche und überaus knallige Death Metal der Band liegt weit über gängigem Durchschnitt und in allen Belangen präsentiert sich der Fünfer überaus professionell und abgeklärt. Das Package aus Musik, Texten, Produktion und Artwork könnte stimmiger nicht sein...

 

Musicscan: Bitte stelle uns eingangs EX INFERIS und die hier Beteiligten kurz vor.

Ex Inferis: ExInferis sind Kevin und Angelo an den Gitarren, Marc am Bass, David an den Drums und Fabrice am Gesang. David ist auch für die Growls in Exinferis zuständig.

Musicscan: Ihr blickt bereits auf einige Releases zurück, die stetig stärker geworden sind. Wie beurteilt Ihr denn die eigene Entwicklung über die verschiedenen Veröffentlichungen hinweg? Wo seid Ihr als Band gestartet und an welchem Punkt steht Ihr heute? Welche Etappen dokumentieren dabei die verschiedenen Releases?

Ex Inferis: ‚Everything is burning...so doth your soul’ war unsere erste richtige Aufnahme, sie wurde um die 500 mal gepresst und ist auch schon längst ausverkauft. Es war halt unser erstes Baby mit Exinferis und mit dem Resultat sind wir auch heute noch recht zufrieden. Zu dieser Release spielten wir viele Shows in Luxemburg, Belgien, Frankreich und zwei mini-Tourneen in England. Auch hatten wir zu dem Zeitpunkt noch einen anderen Sänger. Die Musik war , aus heutiger Sicht, viel hardcorelastiger... Skipworth records lernten wir durch unseren Trip nach England kennen, und es entstand ein recht guter Kontakt zu ihnen, was mit sich brachte , dass sie die ‚everything is burning...’ cd wiederveröffentlichen wollten...Zu der Zeit hatten wir jedoch schon bereits ein Projekt mit einer eng befreundeten Band geplant (www.ganeshamusic.org), welches aus der Idee einer Split CD bestand. So entstand in Zusammenarbeit mit Skipworthrecords die Exinferis analayzing Ganesha Split Cd. Der Sound ist auf dieser nicht gerade erstklassig, da wir das gesamte Material in unserem Proberaum mit minimalsten Equipment aufnahmen, versprüt jedoch genau dadurch einen ganz speziellen Charme. Ich denke mal , dass man jedoch schon eine bessere Herangehensweise an das Songwritting erkennen kann. Wir befanden uns zu dieser Zeit in einer Art Zwischenstadium.... Battlescared Records aus den U.S.A wurden übers Internet auf uns aufmerksam, und boten uns an auf einer 4 Way Split-CD neben Sworn Vengence, Hostility und Exitence mit 3 Liedern vertreten zu sein. Hierfür mieteten wir für ein Wochende das Ponoramix Studio in Lüttich, in welchem wir auch die everything is burning CD aufgenommen hatten, und hämmerten die drei Lieder ein. Dies war dann auch die letzte Aufnahme mit unserem alten Sänger. Danach kam eine Phase des Umbruchs: aus persönlichen Gründen, trennten sich die Wege von Stefano und Exinferis.

Musicscan: Unser Proberaum wurde uns auch gekündigt. Und die Suche nach einem neuen Sänger entpuppte sich als äusserst schwierig. Trotzdem schrieben wir weiter an neuem Material, und wir spielten mit der Idee den Gesang auf Angelo (Gitarre) und David (Drums) aufzuteilen, so spielten wir auch einige Konzerte. Jedoch wurde uns recht schnell bewusst, dass es uns nicht möglich war, durch den immer ansteigenden technischen Anspruch, in der vierer Besetzung weiterzuspielen. Wir fanden schliesslich auch einen Proberaum, dieses befindet sich in Belgien (als luxemburgische Band proben wir in Belgien, ist schon verrückt ;-)und komponierten weiter an der Musik. Fabrice half uns dann als Sänger bei eingen Konzerten aus, und die Harmonie zwischen uns stimmte einfach. So kam es dann , dass er anfangs 2004 fest bei Exinferis eingestiegen ist. Dies und der Fakt, dass wir diese schwierige Zeit so gut überstanden hatten, spiegelte sich auch in der Musik wieder. Wir waren/sind wieder eine feste Einheit, die weiterhin brutale Musik machen wird. Die Hardcorseite, welches bei einigen von uns der musikalische Background ist, kommt immer seltener zum Vorschein, denke aber dass wir die Brutalität, dies speziell während unseren Liveauftritten,durch diesen Background haben und diesen auch sicherlich beibehalten werden.

Ex Inferis: "Defunctus In Heresi" ist klar der bisherige Höhepunkt Eures Weges und an dem Album kann man wirklich kaum etwas aussetzen, da es in allen Belangen überzeugt. Wie sehr seid Ihr mit der Platte an Euer eigenes Ideal herangekommen?

Musicscan: Ich denke schon, dass 'Defunctus in Herisi' sehr nah an dem dran ist, was wir uns vorstellten, als wir ins Studio gingen. Die fast durchweg positiven Kritiken geben uns da ja auch recht. Nur denke ich, dass noch so einiges an Potential in dieser Band steckt. Und eine CD ist immer bloss eine Momentaufnahme, von dem was man in diesem Moment gerade fühlt und in die Musik transprotiert. Ein ideales Album gibt es in meinen Augen nicht, und was soll eine Band weiter vorantreiben, wenn man selbst glaubt man hätte 'das' ideale Album aufgenommen. Natürlich waren wir recht euphorisch nach den Aufnahmen, die ganze Arbeit war vorbei und wir waren mit dem Resultat sehr zufrieden. Es gibt aber noch Stellen die ich heute anders machen würde. Nichtsdestotrotz, ist dies aber unsere bisher beste und professionelste CD. Durch diese Aufnahmesession sind wir als Band gereift und haben viel in punkto Aufnahme hinzugelernt...

Ex Inferis: Für die Zukunft liegt die Messlatte nach "Defunctus..." zweifelsfrei recht hoch. An welchen Punkten werdet Ihr ansetzen, um das mit dem nächsten Album toppen zu können?

Musicscan: Wieso an einem Punkt anknüpfen? Wir werden weiterhin Musik schreiben, dann auch bestimmt wieder Stücke verwerfen....Bei uns ist das Songwritting eh ein recht langwieriger Prozess. Wir lassen uns nicht unter Drucken setzen und werden weiterhin unser Ding durchziehen. Durch das Defunctus Album, kriegen wir sicherlich Aufwind und die positive Resonanz wird uns sicherlich auch bei unserer Weiterentwicklung als Band von Hilfe sein. Ich denke, in Zukunft, werden wir versuchen in der Vorphase zu einer Aufnahme, uns noch intensiver mit unseren Liedern zu beschäftigen und uns gegenseitig zu einer noch besseren Leistung anspornen.

Ex Inferis: Unvermeidlich ist natürlich die Frage, warum die Platte von Euch in Eigenregie veröffentlicht wurde? Ich kann mir wirklich kaum vorstellen, dass Ihr kein interessiertes Label gefunden habt!?

Musicscan: In der Vergangenheit haben wir so unsere Erfahrungen mit Labels gemacht. Dieses waren nicht immer die positivsten. Ich finde , dass wenn eine Band bei einem Label unterschreibt, dieses dann auch voll und ganz hinter der Release und der Band stehen muss, und gemeinsam mit der Band versucht , diese voranzubringen. Hier denke ich muss das Label genau so ackern wie die Band. Wir haben das Gefühl, dass verschiedene Labels, ohne jetzt eins beim Namen zu nennen, nur darauf aus sind, ihre 15 Cd's im Jahr zu veröffentlichen und nicht die nötige Zeit und Energie in eine Release stecken. Quantität anstatt Qualität scheint das Gebot der Stunde zu sein. Ich will mit einem Label zusammenarbeiten welches sich langfristig um eine Band und ihre Releases kümmert. Ich denke auch der Faktor Kommunikation spielt hier eine grosse Rolle. Diese soll menschlich bleiben und sich nicht bloss auf 1 bis 2 e-mails limitieren. Dies war leider Gottes nicht der Fall bei den Labels die Interesse bekundeten. Wir haben auch nach der Aufnahme Session vielen Labels den Roughmix zugesendet, wovon jedoch viele sich bis heute nicht gemeldet haben und wenn dann war es immer negativ was eine Veröffentlichung betrifft. So haben wir halt beschlossen die CD in Eigenregie zu veröffentlichen. Dies war jedoch nur durch die finanzielle Unterstützung von DALITEC möglich. Hierbei handelt es sich nicht um ein Label sondern um eine junge Firma die versucht sich als Eventorganiser hier in Luxemburg zu etablieren, auch mit Metal haben diese nicht wirklich etwas am Hut...Man kannte sich halt und sie haben von unseren finanziellen Problemen mitgekriegt. Aufjedenfall denke ich, ohne jetzt eingebildet zu klingen, dass Defunctus in Herisi ohne weiteres auf einem Label seinen Platz zu gut hat...

Ex Inferis: Haben sich nun nach "Defunctus..." Interessenten gefunden, die zukĂĽnftig mit Euch zusammenarbeiten wollen? Das Feedback, das ich mitbekommen habe, war doch durchaus positiv, oder irre ich mich da?

Musicscan: Wir kümmern uns halt selbst um eine bestmögliche Promotion, was jedoch ohne viel Geld, nicht gerade einfach ist, man schaue sich nur die Anzeigenpreise der verschiedenen Magazinen an. Desweiteren versuchen wir halt soviel es geht live zu spielen um den Namen Exinferis mehr zu verbreiten. Ein Label welches sich unserer animmt, haben wir jetzt vielleicht gefunden, jedoch ist es noch zu früh um hier eventuelle Namen zu nennen. Das Feedback welches aus der Metalpresse kommt ist durchweg positiv, den Hardcore Kids sind wir dann doch desöftern zuviel Metal....

Ex Inferis: Wenn man als Band auf Labelsuche ist, und immer wieder Absagen bzw. gar kein Feedback erhält, ist das sicherlich sehr frustrierend. Wie habt Ihr Euch denn Eure Motivation bewahrt? Das professionelle Release bezeugt ja, dass ihr ungemein motiviert am Werk seid...

Musicscan: Die Musik ist unsere Motivation!!!! Wir stehen zu 100% zu dem was wir da so an Lärm fabrizieren ;-) Es gibt uns ja nun auch schon fast 6 Jahre und bis jetzt haben wir die besten Erfahrungen bei den Projekten gesammelt bei denen wir alles selbst in der Hand hatten. Hier in Luxemburg, wo es fast keine Labels gibt, ist es sowieso üblich, dass man sich selbst denn Arsch aufreissen muss , wenn man seine Musik voran bringen will. Musik bedeutet uns eben ganz viel, ohne diese wäre ich bestimmt einer dieser vielen 0815 Arbeiter die bloss auf ein sicheres Gehalt aus sind. Musik hält mich in dieser Gesellschaft, in der es fast ausschliesslich um Profit geht , am leben. Auch wenn wir in 10 Jahren noch kein Label gefunden haben, denke ich, werden wir immer noch Musik machen, und diese auch veröffentlichen. Ob das den Leuten nun gefällt oder nicht.

Ex Inferis: Stilistisch wĂĽrde ich Euch klar in den Death-Sektor stecken, jedoch kann ich mir gut vorstellen, dass man Euch aufgrund latenter Hardcore-Zitate mitunter auch gerne in den Metalcore steckt. Wie seht Ihr Euch selbst positioniert?

Musicscan: Wir selbst spielen aggressive Musik, ich mag die verschiedenen Bezeichnungen nicht so gerne, alles muss immer irgentwie in ein Shema passen und das nervt. Ich persönlich komme eher aus der Punkecke, unser Drummer hingegen aus der Metalecke. Bei uns hört man von Dimmu Borgir über Poison the Well bis hin zu Neurosis alles. Jeder hat so seine Vorlieben. Dies spiegelt sich sicherlich auch in unserer Musik wieder, wo man jedoch einen klaren Deathtouch ausmachen kann, auch black metal Elemente sind zu erkennen, und einige hardcore typische Hooks, okay um jetzt bei einer Schublade zu landen, komm wir einigen uns auf Deathcore. Einen persönlichen Catharsis zu finden ist mir persönlich äusserst wichtig und diesen finden wir desöftern gemeinsam auf unseren Konzerten.

Ex Inferis: Auf welcher Art von Gigs kann man Euch zumeist live erleben, her auf "richtigen" Metal-Shows oder doch ehr auf Hardcore-relevanten Events? Daran anschließend, was fordert Euch als Musiker stärker?

Musicscan: Wie bereits oben erwähnt sieht man uns öfters auf hardcore-relevanten Konzerten als auf reinen Metal Events. Ich denke aber, dass in den letzten Jahren sich diese beiden Szenen wieder vermehrt annähern, was ja auch gut ist. Auf beiden Seiten müssen die Scheuklappen fallen aargghh. So hatten wir auch bereits einige nette Abende an denen wir mit Bands aus beiden Bereichen zusammengespielt haben. Ich denke, dass das reine Metal Publikum eher an den Spielerischen Fähigkeiten interessiert ist, wohingegen das reine hardcore Publikum eher an dem emotionelen, aggressiven Faktor interessiert ist. Dies ist keine Verallgemeinerung und soll auch nicht als eine solche angenommen werden

Ex Inferis: Womit mich "Defunctus..." ĂĽberzeugt, ist der technisch versierte und ideenreiche Vortrag. Wie oft probt Ihr denn, wie entstehen Eure Songs ganz generell und wie lange dauert es durchschnittlich, bis ein Song fertig gestellt ist?

Musicscan: Exinferis Songs entstehen, genauso wie bei vielen anderen Bands die Songs entstehen: Einer kommt mit einem Riff zur Probe, dieses wird dann gejammt und nach und nach entsteht ein neuees Stück. Kevin an der Gitarre ist ein äusserst fleissiger Ideengeber und Angelo ist ein Meister darin diesen Ideen noch eine spezielle Note mit der zweiten Gitarre hinzuzufügen. Die Texte entstehen meistens erst wenn die Stücke fertig geschrieben sind. Exinferis proben nicht dermassen oft (1-2mal pro Woche). Hier stellt sich dass Problem , dass man wegen der Lage des Proberaumes nicht bis spät in die Nacht proben kann. Dafür sind die Proben oft äusserst intensiv und knallen ganz schön. Ich persönlich wäre froh wenn wir unser Proberaum wieder auf einer neutralen Stelle hätten, wo man wieder viel mehr Zeit mit seiner Musik verbringen könnte. Ist halt wie in vielen Gegenden ein aktues Problem, dass für viele Bands nicht genügend Proberäume zur Verfügung stehen

Ex Inferis: Habt Ihr den eigentlichen Aufnahmen für das Album eine Pre-Produktion voran gestellt? Man könnte fast auf die Idee kommen...

Musicscan: Nein , haben wir nicht dies hätte unser schon nicht hohes Budget sicherlich gesprängt. Wir haben halt in der Phase vor den regularen Aufnahmen viel mit einem 4-Spur Gerät gearbeitet. So hatte jeder seine CD mit einer Gitarre und den Drums drauf, mit der er dann auch viel zuHause geprobt hat. Diese Phase war äusserst intensiv, und jeder kannte seine Lieder als er ins Studio ging, auch wenn sich dort noch so einige Schwierigkeiten auftaten, wir sind nicht gänzlich unvorbereitet ins Studio gegangen. An dieser Stelle muss ich auch Toni de Block (Producer) danke sagen, ohne seine professionnelle und ideenreiche Arbeit wäre Defunctus in Herisi nicht das Album geworden welches es heute ist.

Ex Inferis: Welche Hoffnungen und Erwartungen knĂĽpft Ihr an die Zukunft von EX INFERIS und welche Ziele wollt Ihr unbedingt noch realisieren?

Musicscan: Soviel spielen wie es geht. Unsere Liveauftritte sind sowieso die beste Visitenkarte. Momentan arbeiten wir auch wieder an neuen Ideen, und sicherlich wird dann auch mal wieder eine CD veröffentlicht. Jetzt liegt jedoch unser Hauptaugenmerk an der Promotion für unsere neue CD, will heissen soviel Liveauftriite spielen wie es geht und dann mal schauen wo uns das ganze hinführt

Ex Inferis: Letzte Worte?

Musicscan: Vielen Dank für das Interview und die restliche Unterstüzung. Wenn ihr Exinferis live erleben wollt, einfach mal eine mail an marc@schalltot.lu schicken und dann wird das sicherlich klappen. Gibt ‚Defunctus in Herisi’ ein paar Momente euerer kostbaren Zeit und lasst uns wissen was ihr so davon haltet. Feedback ist immer willkomen. Danke. There are no styles...there is just music

 
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