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Hand To Hand

Storie von: arne, am 13.02.2005 ]

Von Orlando, Florida aus ist ein junges Quintett aufgebrochen, die Szenen zwischen Post-Hardcore, Emo und Punk-Rock kräftig aufzumischen und mit dem eigenen Debüt “A Perfect Way To Say Goodbye“ im Sturm zu nehmen. HAND TO HAND heißt diese US-Band, die schon bald in einem Atemzug mit Genrestars wie Underoath, Thrice, The Beloved, Haste oder Haste The Day genannt werden dürfte.

 
Die Zeichen dafür stehen angesichts des beeindruckend starken und frisch wie variabel klingenden Debüt-Longplayers denkbar gut. Ordentlicher Drive und tolle Hymen prägen das Album, dessen Songs sich schnell im Ohr festsetzen. Noch dazu bringt der Fünfer so unglaublich viel Potenzial mit! “A Perfect Way To Say Goodbye“ ist ein bombenmäßiger Einstand, der wohl den Start einer großen Erfolgsstory markiert. Überrascht ist man als Hörer von Beginn an vor allem vom überaus eigenständigen Sound der Band, was nach Gitarrist John von der Gruppe genau so forciert wurde und mit einem von Selbstbewusstsein geprägten Eigenverständnis einhergeht:

„Wir arbeiten hart daran, für das Genre harter Gitarrenmusik eine echte Bereicherung zu sein. Da sind Eigenständigkeit und Kreativität schon Pflicht. Für uns ist es das oberste Ziel, eine ehrliche, gänzlich integere und kreative Band zu sein. Nicht nur das, wollen wir uns selbst doch auch immer treu bleiben. Aus diesen Gründen gehen wir keinerlei Kompromisse ein, um keinen Preis!“

Diese Worte kommen nicht von ungefähr und basieren auf einschlägigen Erfahrungen in teils überaus populären und erfolgreichen Florida-Bands. HAND TO HAND- Drummer Zach blickt so etwa auf eine Vergangenheit bei As Friends Rust zurück, doch auch die übrigen Mitglieder der Formation sind längst gestandene Rocker, was sich in der neuen Band merklich widerspiegelt:

„Da wir alle schon einige Jahre Erfahrungen sammeln konnten, wollten wir diesmal etwas ganz Eigenes schaffen, nicht nur bloß eine von vielen Hardcore-Bands aus Florida sein. Unsere musikalische Orientierung hat sich ganz natürlich ergeben. Jeder brachte seine Einflüsse mit in die Songs ein und so entstand ganz automatisch ein recht eigenständiger Stil. Wir lieben Florida, wir lieben die Bands hier, wir lieben Hardcore und wir lieben Metal. Aber unserer Musik sollten keine Genregrenzen im Weg stehen“

Seine Herkunft hört man “A Perfect Way To Say Goodbye“ sicherlich an und doch auch wieder nicht. Geschickt und ideenreich entgehen HAND TO HAND möglichen Vergleichen, so dass am Ende nur eine zu vertretende Referenz Gültigkeit behält und das sind die fabelhaften Underoath, mit denen das Quintett jedoch nahezu auf Augenhöhe steht:

„Danke erst mal für diesen Vergleich. Underoath sind eine bemerkenswerte Band und wir alle mögen ihre letzte Platte. Uns ist es natürlich eine Ehre, mit einer solchen Band verglichen zu werden, obwohl wir nie darauf aus waren und es nicht sind, deren Stil zu kopieren. Das liegt uns fern.“ Für das eigene Debüt hat die Band ebenfalls mit James Paul Wisner (Dashboard Confessional, Further Seems Forever und eben auch Underoath) zusammengearbeitet und dieser hat dem spritzigen HAND TO HAND- Sound eine kräftige und ausdrucksstarke Produktion beschert, die die kontrastreichen Stücke der Jungs schön in Szene setzt. Härte, Melodiösität und Eingängigkeit schließen sich hier nicht aus. Im Internet war darüber hinaus zu lesen, dass HAND TO HAND im Studio sogar mit den Instrumenten von Underoath einspielen konnten, doch so ganz stimmt das nicht:

„Hinsichtlich des Equipments kann ich das Gerücht nur teilweise bestätigen. Paul nimmt für seine Aufnahmen gerne bestimmte Verstärker, die bei ihm im Studio stehen und viele davon haben auch Underoath genutzt, das stimmt. Das Drumset war zu großen Teilen ebenfalls das gleiche und wurde vergleichbar abgenommen. Doch auch Further Seems Forever haben so ihre letzte Platte eingespielt.


Es gab außerdem ein Gitarrenamp, der Wisner gehört und der einfach unglaublich fett klingt, über den auch Underoath gespielt hatten. Das hört sich jetzt wild an, Fakt ist aber, dass auch wir unser ganzes Equipment aus unserem Proberaum vor Ort hatten. Außerdem sind wir eine ganze Ecke härter als Further Seems Forever oder Underoath , denn unser Sound ist deutlich metallischer, auch wenn wir natürlich längst noch nicht Metal sind.”

Richtig, im Zusammenspiel vielfältiger Elemente zwischen Metal, Hardcore, Rock und Emo entstehen dynamische und hoch emotional geprägte Hymnen. Mit diesen gelingt es HAND TO HAND problemlos, die eigenen Hörer zu binden, denn den nachhaltigen Stücken kann man sich einfach nicht entziehen. Gitarrist John ist von der Klasse des eigenen Debüts ebenfalls vollends überzeugt:

„Wir sind so gottverdammt stolz auf das Album und felsenfest davon überzeugt, dass nicht nur die Leute es mögen werden, die HAND TO HAND auch vorher schon gehört haben, sondern, dass „A Perfect Way To Say Goodbye“ das enorme Potenzial hat, auch bei vielen anderen Leuten einzuschlagen. Wir wollen einfach nur zeigen, dass wir es draufhaben. Wir wollen raus, wollen in jedem Club spielen. Wir möchten Leuten, die das Album kaufen, auch direkt die Möglichkeit geben, uns live sehen zu können. Wir werden in diesem Sommer erstmals in Europa spielen und aller Voraussicht nach nächsten Winter dann auch ein zweites Mal bei euch touren. Wir sind so heiß, die Bühnen dieser Welt zu rocken und werden einfach alle Kräfte aufbringen, die uns das Release von „A Perfect Way To Say Goodbye“ und sein Live-Support abverlangt. Wir werden einfach alles geben, schließlich soll die ganze Welt Notiz von uns nehmen.”

Die Chancen dafür stehen nicht mal schlecht, konnte doch bereits die im letzten Jahr selbstverlegte und ausschließlich in den Staaten erschienene MCD “Fast Forward Your Thoughts“ Fans und Presse in vollem Umfang überzeugen:

„Nachdem wir die EP rausgebracht hatten, bekamen wir erstmals Feedback und als wir dann noch auf Tour gingen, haben wir uns regelrecht eine feste Fangemeinde erspielt. Auch das Internet war uns in dieser Hinsicht nützlich, denn die Leute, die uns vorher nicht kannten, luden sich die Songs runter, und kamen zu unseren Shows. Viele kamen auch erst mal nur, weil sie wussten, dass James Paul Wisner die EP produziert hat. Und der hat nun wahrlich mit einzigartigen Bands gearbeitet.“

HAND TO HAND erlangten in kürzester Zeit den Status eines überaus heißen Geheimtipps, was schließlich im Signing auf Lifeforce Records gipfelte. Dieses forderte natürlich Aufklärung, schließlich ist ein europäisches Label für eine Florida-Band nicht unbedingt nahe liegend:

„Wir stehen unheimlich auf schwere Musik und Metal und waren schon früher Fans der Bands auf Lifeforce. Zur Label-Philosophie, so wie wir sie verstehen, passen wir perfekt und wir sind schließlich durch gute Freunde von uns auf Lifeforce gekommen, durch Trivium. Die haben uns von Lifeforce immer vorgeschwärmt und ihnen dann auch ein Exemplar unserer EP zukommen lassen. Nachdem wir dann kurze Zeit später selbst direkten Kontakt hatten, wussten wir, dass wir auf genau diesem Label unser Debüt veröffentlichen wollen.“

Der Rest ist längst Geschichte und dieser Tag erscheint nun “A Perfect Way To Say Goodbye“ als überaus beeindruckendes Album, das der ambitionierten Band schnell eine große Fanbasis bescheren sollte. Es geht doch gar nicht anders!

 
 Links:
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