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High On Fire

Storie von: arne, am 04.02.2005 ]

Viele Chancen HIGH ON FIRE hier in Europa live zu sehen, gab es bislang nicht, doch das soll sich ändern. Bereits im März steht eine ausgedehnte Support-Tour für das anstehende Drittwerk “Blessed Black Wings” (Relapse) an und überhaupt will die Band zukünftig größeres Augenmerk auf unsere Breiten legen.

 
Als Freund intensiver Heavy-Klänge kommt man an dem Trio um Mastermind Matt Pike (ex- Sleep) eigentlich nicht vorbei und doch fanden sich auf der letzten Rundreise, damals mit Mastodon im Vorprogramm, nur wenige Interessierte im Berliner Knaack-Club ein. Noch heute bin ich froh, dem Gig beigewohnt zu haben, denn HIGH ON FIRE zählen fraglos zu den intensivsten Live-Acts überhaupt. Die bisherigen Studioalben spiegelten das nur ansatzweise wider, doch nun bietet der dritte Longplayer einen guten Vorgeschmack auf das, was die Band live leistet.

Natürlich behält die Gleichung HIGH ON FIRE = Hard Rock nach wie vor Gültigkeit. Das Trio setzt seinen Weg konsequent fort, öffnet sich selbst zugleich aber auch neue Möglichkeiten, indem zwanglos kleine Feinheiten verändert werden. Die neun Stücke von “Blessed Black Wings” stehen in Summe für eine erkennbare Weiterentwicklung, die HIGH ON FIRE auf die nächsthöhere Stufe hebt. Joe Preston (Melvins) fügt sich als neuer Bassist glänzend in das Bandgefüge ein und verleiht dem schweren Metal-Sound bemerkbar neue Impulse. Dem Trio gelingt es erstmals in seiner Geschichte, das eigene Live-Potenzial endlich auch repräsentativ auf Platte zu bannen. Dies ermöglicht sowohl die deutlich reduziertere Produktion als auch eine zu verzeichnende Straffung des Songwriting aufs Wesentliche. HIGH ON FIRE kommen heute schlichtweg schneller auf den besagten Punkt. Grundlegend gibt’s den längst legendären sludgig-angehauchten Mix aus Slayer und Motörhead, für den HIGH ON FIRE seit ihrer Bandgründung 1998 stehen.

Bandkopf Matt zeigt sich im Telefonat verständlich optimistisch, war das an ihn getragene Feedback auf “Blessed Black Wings” bislang fast durchweg gut: „Die Reaktionen der Leute waren zu etwa 90 Prozent positiv, aber es gab auch einige kritische Stimmen. Gerade diese Interessieren mich, schließlich braucht man als Künstler ehrliches Feedback, um weiter an sich arbeiten zu können. Sicherlich ist “Blessed Black Wings“ anders als unsere ersten beiden Platten. Unser Hauptanliegen war es, die Platte rau und direkt aufzunehmen und ihr einen kantigen Charakter zu bewahren. Da der ganze Promotionkram aber gerade erst startet, kann ich bislang kein endgültiges Resümee ziehen. Ich bin jedoch überaus zuversichtlich gestimmt. Es scheint tatsächlich so zu sein, dass viele Leute auf ein neues Lebenszeichen von uns gewartet haben und das fühlt sich verdammt gut an. Ich kann es kaum noch abwarten, breites Feedback auf das Album zu bekommen, schließlich sind Leute, die deine Platte kaufen, immer die allerkritischsten.“

Gerade vor dem


Hintergrund der Veränderungen im Line-Up interessierte mich, ob HIGH ON FIRE dadurch in der Arbeit an ihrem Drittwerk zurückgeworfen wurden, stieß Joe Preston doch erst wenige Tage vor den eigentlichen Aufnahmen hinzu:

„Wirkliche Probleme gab es eigentlich nicht. Ein natürlicher Druck war sicherlich durch die feste Deadline seitens Relapse gegeben, aber zeitlichen Druck kennen wir schon von den anderen Alben. Dennoch fordert es jedes Mal aufs Neue Disziplin, sich wirklich hinzusetzen und an neuen Songs zu arbeiten. Für ein Album braucht man schließlich starkes Songsmaterial und das fällt einem nicht einfach so zu. Das Songwriting vollzog sich jedoch schnell und flüssig und im Zusammenspiel im Proberaum entwickelten wir aus meinen Ideen schnell fertige Songs. Das alles geschah recht entspannt und zügig, aber dann standen wir auf einmal ohne Bassisten dar. Bei den eigentlichen Aufnahmen waren wir schließlich länger als sonst im Studio, was natürlich daran lag, dass wir mit Joe Preston (Melvins) ein neues Mitglied integrieren mussten. In nur einer Woche hat er alle Stücke eingeprobt und in einer weiteren dann eigene Ideen eingebracht, denn auch er sollte Einfluss auf das Album nehmen können. Dadurch sind die Songs im Ergebnis noch einmal gewachsen. Wir haben definitiv den richtigen Ersatz gefunden und hoffen nun, dass uns Joe lange erhalten bleibt.“

Für die Monate rund um das Release herum wollen HIGH ON FIRE einmal mehr ein extensives Tour-Programm fahren, bei dem diesmal auch Europa weitaus stärkere Berücksichtigung finden wird, denn das Trio hat aus den unbefriedigenden Rundreisen der Vergangenheit gelernt:

„Das stimmt, wir haben Europa bislang ein wenig vernachlässigt, aber bereits Ende März werden wir unsere dritte Euro-Tour spielen. Gerade wohl, weil wir bislang so wenig Präsenz gezeigt haben, ist unsere Anhängerschaft in Europa noch sehr klein, aber daran wollen wir nun arbeiten. Das ist eines unserer Ziele, die wir in Support der neuen Platte umsetzen wollen. Natürlich kennt man uns im tiefsten Underground, aber wir wollen HIGH ON FIRE breiter etablieren.“ Nach dem breiten Erfolg der Probot-Geschichte von SouthernLord und flächendeckender Zustimmung für Mastodon von allen Seiten scheint die Zeit nun für das Trio reif, mit “Blessed Black Wings” endlich einmal so richtig durchzustarten:

„Sicherlich ist unser Soundbild stark traditionell geprägt, aber ich denke auch, wir sind auch recht unorthodox angelegt. Die oft genannte Verbindung von Venom, Motörhead, Slayer und Celtic Frost trifft mein Verständnis von HIGH ON FIRE recht treffend.“

 
 Links:
  Relapse Records
 
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