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Until The End

Storie von: arne, am 31.01.2005 ]

Die Florida-Allstar-Band UNTIL THE END meldet sich zurück! Zeit wurde es auch, schließlich ließ der zweite Longplayer lange auf sich warten. Natürlich ist “The Blind Leading The Lost“ das Album geworden, mit dem zu rechnen war, aber gerade darüber bin ich so froh.

 
New School Hardcore wird mit einer gehörigen Metal-Schlagseite verbunden und um ordentlich viel Mosh und sehr toughe Attitüde ausgebaut. Bereits im Jahr 2000 gegründet, haben UNTIL THE END mit ihrem Debüt “Blood In The Ink“ (Eulogy) spätere Entwicklungen im HC-Sektor schon früh vorweg genommen, dafür aber nie so richtig Anerkennung eingefahren.

Mit “The Blind Leading The Lost“ dürfte sich das nun ändern. Stilistisch steht das Florida-Quintett überaus populären Formationen wie Throwdown, Terror oder Hatebreed in nichts nach, erreicht problemlos deren Durchschlagskraft, Hittigkeit und Brutalität. In allen Belangen konnten sich UNTIL THE END mit den Songs des neues Longplayers steigern. Dieser wirkt schlichtweg schlüssig wie heavy und ist der sprichwörtliche Schlag in die Fresse. Mit James McHugh (auch Kiss The Barrel) wird dabei ein neuer Frontmann vorgestellt. Die Gründe für den Wechsel benennt Gitarrist John Wylie (ex-Morning Again/-Culture/-Where Fear And Weapons Meet) im Gespräch:

„Mean Pete konnte schlicht und ergreifend die Doppelbelastung zwischen UNTIL THE END und Remembering Never nicht länger verkraften. Sie touren etwa zehn Monate im Jahr und irgendwann war der Punkt erreicht, an dem wir nicht weiterarbeiten konnten, weil Pete unterwegs war. Um die Band am Leben zu halten entschlossen wir uns einen neuen Shouter zu suchen. Obwohl es zwischen UTE und Mean Pete kein böses Blut gab, brauchte es dennoch seine Zeit, bis wir uns daran gewöhnt hatten, dass er nicht länger Teil von uns ist. James ist jedoch ein würdiger Nachfolger, der sich schnell und problemlos eingefügt hat.“

Neben dem neuen Frontmann ist zudem eine zuvor unbekannte Politisierung von UNTIL THE END zu verzeichnen, die sich vor allem in der lautstarken Ablehnung der Bush-Regierung und vehementer Kritik am Irak-Krieg äußert. Das ist sicherlich zeitgem


äß, aber im toughen Hardcore-Segment in dieser Klarheit doch selten. Für John ist dies jedoch selbstverständlich:

„An diesen Themen kommt man in der heutigen Zeit nicht vorbei. Das Album musste sich mit der amerikanischen Außenpolitik auseinander setzen, die von Imperialismus und Alleingängen geprägt ist. Mit einigen Songs fordern wir zu einem öffentlichem Aufstand der Bürger der USA gegen die Praktiken der Bush-Regierung auf. Der Großteil folgt leider unreflektiert aus der Angst heraus sonst von imaginären Feinden angegriffen zu werden. Doch Bush beschützt uns nicht, das ist vollkommender Bullshit und das muss offen ausgesprochen werden. Alle Texte des Albums folgen der Richtung des Titels “The Blind Leading The Lost.“

Der offensive wie forsche Auftritt ist dem Selbstverständnis von UNTIL THE END geschuldet, denn in der Band verstehen die Beteiligten sowohl ein Fun-Projekt als auch ihr Outlet für angestaute Aggressionen:

„Das ist genau der entscheidende Unterschied zu unseren alten Bands. Diese haben wir früher sehr ernsthaft betrieben, denn mit ihnen haben wir unseren Lebensunterhalt bestritten. UNTIL THE END ist für uns heute schlichtweg ein angenehmer Grund zusammenzukommen, Spaß zu haben und ein wenig Musik zu machen. Da wir nicht auf Verkäufe oder Gagen angewiesen sind, haben wir alle Freiheiten und das ist ein tolles Gefühl.“

Für “The Blind Leading The Lost“ legten sich die Jungs auch aus einem anderen Grund ordentlich ins Zeug: “Endlich konnten wir die schreckliche letzte EP vergessen machen. Alles in Bezug auf “Let The World Burn“ lief schief und wir sind mit der EP bis heute unzufrieden. Das hat uns die richtige Motivation gegeben für das neue Album alles zu geben. Es ist unser bislang stärkstes Release und wir sind mit dem gesamten Paket aus Musik, der Aufnahme und dem Artwork überglücklich.“

 
 
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