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Buried Inside

Storie von: arne, am 24.01.2005 ]

Wirklich in Worte fassen kann man die Intensität und Klasse von "Chronoclast" nicht. Das Relapse-Debüt von BURIED INSIDE ein absolutes Spartenwerk, das jedoch gleichfalls das Potenzial birgt verschiedenste Hörerkreise im Extrem-Underground anzusprechen.

 
Im Falle dieser kanadischen Band schließen sich entgegengesetzte Extreme nicht aus und das scheint ebenso zufällig wie bewusst forciert zu sein. Die fünf Musiker sind akribische Soundtüftler, die ihre Songs so lange bearbeiten, bis universelle Perfektion erreicht ist. Auf diesen Gedanken kann man durchaus kommen, wenn man sich auf den hochkomplexen Stil der Band erst einmal eingelassen hat.

BURIED INSIDE sind eine Band mit hohem Anspruch, die man nicht einfach so nebenbei hören kann. Ganz oder gar nicht lautet die Devise im Umgang mit dem Quintett. Der mitunter episch anmutende Bandsound entwickelte sich beständig über die Jahre und hat bis heute dank vielfältiger Orchester- und Sample-Parts überaus große Effektivität erreicht.

"Chronoclast" setzt sich dabei aus verschiedenen Bestandteilen zusammen und ist alles andere als leichte Kost ist. Unter der mitunter sehr melodisch angelegten Oberfläche brodelt es gewaltig. Das überaus komplexe Songwriting offenbart sich dabei erst mit der Zeit und auch nur dann, wenn man die Songs wirklich (!!) laut hört. Obwohl es vom Tempo her nie richtig schnell wird, sind BURIED INSIDE dennoch sehr extrem. Die Band schafft kontrastreiche Spannungsbögen durch stetig erweiterte Intensität und zäh fließendes, sich schier endlos ausbreitendes Volumen.

Düstere HC/Screamo-Klänge (Uranus, Systral oder AcMe) paaren sich mit intensiven Portland-Momenten (Tragedy, His Hero Is Gone) und dunklen Cult Of Luna-/Abandon/Isis-Zitaten. Im Ergebnis klingen BURIED INSIDE dabei jederzeit eigenständig und ihr "Chronoclast" ist vor allem eines: „emotionales Chaos.“

Das kanadische Quintett spielt mit den eigenen Gefühlen und denen seiner Hörer. Dabei sind es zumeist die dunklen, unguten Regungen, die hier angesprochen werden. Die Songs des Albums putschen auf, ohne das man


so recht weiß, warum. Matt Bayles (Isis, Mastodon, These Arms Are Snakes) stand der Band als Produzent zur Seite und dieser kennt sich mit monumentalen Intensivsounds bekanntlich bestens aus. Eben diesem Mann ist es zu verdanken, dass BURIED INSIDE heute über Relapse veröffentlichen:

„Wir gingen zu Matt, um neue Songs aufzunehmen, die wir gerade fertig gestellt hatten. Zu dieser Zeit stand weder ein Label hinter uns noch hatten wir finanziellen Support von außen. Alles geschah in Eigenregie. Matt befand sich zur Zeit unserer Aufnahmen in engem Kontakt mit Relapse um die letzten Einzelheiten in Bezug auf die aktuelle Mastodon- Platte abzuklären, an der er zeitgleich arbeitete. Er brachte uns bei Relapse ins Gespräch und gab uns den Kontakt. Wir schickten ihnen also unsere Rough-Mixe und sie zeigten schnell Interesse an uns.“

Neben The End stehen BURIED INSIDE heute als zweite kanadische Band im Roaster des Extrem-Verlages. Für die eigenen Songs verfolgt das Quintett einen gehobenen Anspruch, der mitunter endlose Feilerei an den eigenen Kompositionen vermuten lässt:

„Uns ist vor allem wichtig innerhalb unserer Songs ein Höchstmaß an Bewegung und Spannung zu kreieren. Der Punkt, an dem man am Ende eines Stückes ankommt, darf niemals der sein, an dem man gestartet ist. Auch die Klangfarbe muss sich mit jedem neuen Abschnitt verändern, darauf legen wir wert. Manchmal zeichnen wir die Vorstellung eines neuen Songs auf eine Tafel, noch bevor wir mit der eigentlichen Arbeit an diesem beginnen. Die Visualisierung hilft die eigene Konzentration zu steigern, weil man ein Ziel direkt vor dem eigenen Auge hat. Stücke anderer Künstler, die uns berühren empfinden wir grafisch ebenfalls nach, um uns die Wirkungsstränge anzuschauen und herauszufinden, wie wir ähnliche Wirkungen erzielen können.“

 
 Links:
  Relapse Records
 
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