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Breach

Storie von: arne, am 27.02.2002 ]

Im Dezember 2001 erschien mit "Kollapse" ein neues Album von BREACH aus Schweden. In den letzten Jahren war es um Vorzeige-Krach-Band von Burning Heart ruhig geworden, doch diese Zeiten sind vorbei.

 
Schon die "Godbox" MCD (Chrome Saint Magnus) ließ auf ein neues Album hoffen, das inzwischen wirklich erschienen ist. ...und es ist ein richtiges Monster geworden! Vielleicht liegt die neu gewonnene Stärke der Band darin begründet, dass BREACH endlich wieder ein festes Line-Up vorweisen können. Auch wenn man zum Quartett geschrumpft ist und keinen permanenten Bassisten hat, ist die Besetzung stabil, wie mir Shouter Thomas telefonisch bestätigte. Magnus verließ studienbedingt die Band, wird jedoch die Tour zur Platte mitspielen.

Ja, richtig gehört: Die Schweden raffen sich tatsächlich auf Shows außerhalb ihres Heimatlandes zu spielen. Darauf mussten die Fans lange warten und diese Chance sollte man sich nicht entgehen lassen!! Wer weiß, ob es nicht das letzte Gastspiel sein wird!? Weder zu "Venom" noch zu "Godbox" tourten BREACH und die Shows an der Seite von Neurosis liegen bereits einige Jahre zurück. Vor kurzem kaufte ich mir die '92er Platte "Outlines", die eine komplett andere Seite der Schweden präsentiert. BREACH spielten damals noch New York-inspirierten Hardcore mit deutlichem Metaleinschlag und dieser Stil hat nicht viel mit dem heutigem zu tun.

Mich interessierte, wie Thomas heute zu diesem Album steht: "Oh Mann, das ist schon zehn Jahre her. Für mich bedeutet das Album dennoch eine Menge. Ich bin noch immer Stolz auf das Album, denn für die damalige Zeit war es sehr gut. Es war unsere damalige Sicht der Dinge."

Populär wurden die Schweden spätestens durch "It's Me God" von 1997. Die Songs wurden dunkler und atmosphärischer und nicht wenige verglichen BREACH mit Neurosis. Das Drittwerk "Venom" setzte diesen Weg konsequent fort und seitdem spielt die Band in einer eigenen Liga. Vergleiche mit Entombed oder eben auch Neurosis sind stellenweise berechtigt, aber das Quartett hat definitiv eine eigene Spielart gefunden. Das bewies auch die leicht rumplige "Godbox" MCD, die aufgrund strategischer Überlegungen erschien: "Es war einfach wichtig neues Material heraus

zu bringen. Leider haben wir die Songs zu überstürzt aufgenommen. Aus heutiger Sicht hätten wir uns aber mehr Zeit lassen sollen."

Das nunmehr vierte Album "Kollapse" ist kompromissloser und experimenteller als das ganze Material zuvor und über jeden Zweifel erhaben. BREACH sind zurecht Stolz darauf. Trotz ungeheurer Soundfülle wirken die elf Songs zugleich auch stark minimalistisch. Derart gegensätzlich sind solch intensive Platten selten. Seine Kraft zieht das Album dabei vor allem aus den instrumentalen Passagen. Ganze sechs Songs kommen ohne Gesang aus: "Das haben wir keinesfalls geplant; es passierte einfach. Auch wir sind immer wieder überrascht, was für Songs da entstanden sind." Zudem haben BREACH mit vielen Gastmusikern gearbeitet und besonders die Percussion überzeugt auf ganzer Linie. Derart divers waren die Songs bisher noch nicht und BREACH schaffen es tatsächlich neue Standards in Sachen Vielfältigkeit zu setzen.

Der Albumtitel hat dabei in bezug auf Musik und Lyrics eine zentrale Bedeutung: "Ich denke, der Titel beschreibt treffend unseren Seelenzustand während der Arbeit am Album. Hoch- und Tiefpunkte lagen dicht beieinander und mehr als einmal standen wir vor der Entscheidung aufzuhören oder weiter zu machen. Wir sind noch immer da, aber über die Jahre haben wir uns in verschiedene Richtungen entwickelt. Wir sehen uns nicht mehr so häufig, wie noch vor einigen Jahren. Als wir uns darauf geeinigt hatten ein neues Album aufzunehmen, blieb uns nicht mehr viel Zeit, denn wir mussten die Deadline des Labels einhalten. Die Zeit des Schreibens war für uns sehr intensiv und "Kollapse" symbolisiert das. Wir haben es übrigens bewusst mit einem "K" am Anfang geschrieben..." ...wahrscheinlich um den besonderen Anspruch auszudrücken, dem BREACH nachgehen. Es ist nicht alltäglich, was die vier Musiker leisten. Für Thomas ist das Album "Fucking hard!" und "Pretty Scarry!" Für mich ist es eher wie ein Horrorfilm und irgendwie verrückt - nicht wirklich in Worte zu fassen!
 
 
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