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Fall Of Serenity

Interview von: arne mit Eddy & John, am: 09.11.2004 ]

Fall Of Serenity melden sich dieser Tage mit ihrem Zweitwerk "Royal Killing" eindrucksvoll zurück. Natürlich ist die Nähe zu alten Death/Thrash-Helden wie The Haunted, Bolt Thrower oder At The Gates nach wie vor gegeben, doch spielt das Quintett heute weitaus variabler und zwingender auf als in der Vergangenheit.

 

Musicscan: Gerade zu Beginn der Platte geht es mit 'Thirst For Knowledge' und dem Titeltrack 'Royal Killing' richtig gut ab und diese beiden Stücke sind wohl auch die stärksten des Albums. Doch auch die restlichen sieben Songs plus Impending Doom-Cover ('Demon-(Mon)Archy') hinterlassen einen überzeugenden Eindruck. Fall Of Serenity haben sich deutlich weiterentwickelt, was vor allem ihr vielseitigeres Songwriting unter Beweis stellt. Kurze Zwischenparts mit cleanem Gesang und Mid-Tempo-Schwelge-Parts lassen kurz verschnaufen, bevor es dann in die nächsten Tempo-Runde geht. Das Strickmuster ist simpel und schnell durchschaut, aber gleichfalls auch ungemein effektiv. Gute Melodie-Leads schaffen zusätzliche Abwechslung, denn straightes, trockenes Geknüppel die ganze Zeit über wäre doch langweilig. Das druckvolle "Royal Killing" ist im Rapes Of Harmonies entstanden und knallt gehörig! Im November wird das Quintett übrigens als Support von Dismember unterwegs sein, also haltet die Augen offen.

Musicscan: Stellt euch doch eingangs bitte kurz vor; um was für eine Band handelt es sich bei Fall Of Serenity und worauf muss sich der geneigte Hörer bei euch einstellen?

Fall Of Serenity: Eddy: FALL OF SERENITY kommt aus dem schönen Osten Deutschlands, dort wo gute, harte Musik gemacht wird. Wir sind fünf Mann die sich dem Death-Metal verschrieben haben und treiben uns seit 1998 herum. Angefangen hat alles mit einer Split mit HSB, unserer „smoldering doom“-LP und unserem Debut-Album „grey man´s requiem“. Nach 3 Jahren sind wir zurück mit dem neuen Longplayer „royal killing“.

Musicscan: Line-Up-Wechsel hat es zwischen den letzten beiden Releases ja unübersehbar gegeben. Was waren denn die Gründe dafür und inwiefern profitiert ihr von den Neuzugängen bzw. warum habt ihr es bei einem Shouter belassen?

Fall Of Serenity: Eddy: Die Line-Up-Wechsel waren auch der Hauptgrund warum wir so viel Zeit vergehen lassen mussten zwischen unserem Debut-Album und „royal killing“. Lars unser 2. Sänger hat die Band verlassen, da er nach Köln umgezogen ist und es so für ihn und die Band unmöglich war vernünftig zu proben oder Shows logistisch zu planen. Menschlich ein sehr grosser Verlust, aber da wir ja in weiser Voraussicht schon länger mit 2 Sängern agierten, war es rein musikalisch nicht DER große Rückschlag. Vielmehr der Weggang von unserem Drummer Ulli, der jetzt berufsbedingt in London lebt. Damit hatten wir große Probleme und verloren eine Menge Zeit, weil wir uns lange auf der Suche nach Ersatz befanden. Tom ersetzte schließlich die vakante Position am Drum und war am Songwriting für „royal killing“ beteiligt. Leider konnte er im Studio die Songs nicht so umsetzen wie wir und auch er sich das vorgestellt hatte. Er verlies die Band und wir haben die Scheibe mit Patrick W. Engel am Schlagzeug eingespielt.

Fall Of Serenity: John: Parrallel zu den Albumaufnahmen probten wir zeitweise mit dem Ex-Schlagzeuger von ATANATOS, da wir uns natürlich auch live weiter präsentieren wollten. Nach einigen Show stellten wir (aber auch er) fest, dass es nicht so recht klappen wollte und wir standen unmittelbar nach Release des Albums wieder mal ;-) ohne Drummer da. Glücklicherweise bot sich Christian von DEFLORATION an uns fest zur Seite zu stehen...somit kann man sagen das FALL OF SERENITY jetzt wieder ein stabiles Line Up haben.

Musicscan: Ich finde es ungewöhnlich, dass eine Band ohne festen Trommler Songs schreibt und auch noch ins Studio geht. Warum habt ihr euch für diesen Weg entschieden und warum konntet ihr nicht warten, bis ihr einen neuen Drummer gefunden hattet?

Fall Of Serenity: Eddy: Oh wie ich grad sagte hatten wir einen Drummer als die Songs für´s Album entstanden. 2 Songs auf der CD sind noch mit Ulli geschrieben, der Rest eben mit Tom. Allerdings waren wir sehr selbstkritisch als wir ins Studio gingen, und so wie die ersten Takes des Drums liefen, waren wir einfach nicht zufrieden damit. Wir setzten uns zusammen und überlegten wie wir das perfekter hinbekommen. Schließlich machten wir akustische Skizzen der Songs und Patrick packte sich das Zeug in einem Monat drauf. Das Ergebnis lässt sich sehen und gibt uns trotz aller ungewöhnlichen Maßnahmen Recht, denk ich. Wir sind aber mehr als froh nun diese Position wieder fest besetzt zu haben, nachdem auch Nick, zu unserer Enttäuschung, nicht der richtige Mann war.

Musicscan: Wie hart war der Arbeitsprozess am Album für euch rückblickend? Wie hat sich denn die Arbeit mit Patrick im Studio vollzogen? Es ist ja schon ein Unterschied, ob ein festes Bandmitglied seine Parts einspielt oder jemand externes. Oder seht ihr den Patrick gar als quasi-Mitglied. Er ist ja auch mit Keys und Clean-Vocals verteten, hat also schon gewichtigen Einfluss auf die Platte ausgeübt...

Fall Of Serenity: Eddy: Patrick ist Wahnsinn. Er hat uns mit seiner Hilfe am Schlagzeug echt aus größeren Schwierigkeiten geholt, schließlich stand ja der Termin für die Veröffentlichung des Albums schon fest und eine weitere Verzögerung wäre, gelinde gesagt, nicht gut gewesen. Für die Zeit im Studio kann man Patrick schon als festes Mitglied bezeichnen. Das wird aber so ziemlich jede Band bestätigen können, die im RAPE OF HARMONIES aufnimmt. Er fühlt sich in die Songs ein und hat oft richtig coole Ideen. Ausserdem ist es echt ein lockeres Aufnehmen ohne viel Druck.

Fall Of Serenity: John: Eigentlich ist der Patrick schon immer ein fester Teil gewesen...schließlich sind ja schon mehrere FOS-Releases unter seiner Feder entstanden...hehe. Nein im Ernst...jemand der im Studio Produzentenarbeit leistet und kompositorische Schwächen ausmerzt ist Gold wert.

Musicscan: Was mich von Beginn an überrascht hat, ist die deutlich variablere und offenere Anlage des neuen Albums. „Grey Man’s...“ war mir damals in Summe ein Stück zu trocken, aber „Royal Killing“ ist heute eine abwechslungsreiche Geschichte. Wie lässt diese deutliche Weiterentwicklung erklären? Hat sich euer Songwriting-Prozess verändert?

Fall Of Serenity: Eddy: Wir haben gemerkt, dass Weniger eben manchmal doch Mehr ist. Ausserdem wussten wir mit etwas Abstand nach „grey man´s requiem“ wo die Defizite dieses Albums lagen. Und zwar, wie du richtig sagst, in der Abwechslung und der Eingängigkeit. Also legten wir beim Songwriting für „royal killing“ besonderen Wert auf diese Punkte. Natürlich entwickelt man sich als Band zudem noch weiter und bekommt mehr Erfahrung, neue Einflüsse usw. All diese Punkte zusammen lassen das Album, unserer Meinung nach, einfach reifer und besser klingen.

Musicscan: Welche Ansprüche habt ihr denn selbst an eure Songs, sofern sich das in Worte fassen lässt? Worauf fokussiert ihr beim Erstellen der Stücke?

Fall Of Serenity: Eddy: Die Ansprüche wurden von Song zu Song größer, so das es am Ende echt schwierig war nen Song durch die „bandinterne Zensur“ zu bekommen. Wie gesagt, ein neuer FOS-Song muß eine klare Struktur haben ohne Verlust von Härte. Einfach schön auf die 12 aber ohne dabei in heilloses Geprügel zu verfallen. Wir sind sehr zufrieden mit den Songs und haben glaub ich mit „royal killing“ unseren Stil gefunden.

Musicscan: Wenn man „Royal Killing“ auf das Wesentliche reduziert, was bleibt stehen? Gibt es eine zentrale Aussage, die Musik und Texte gleichermaßen zusammenfasst?

Fall Of Serenity: Eddy: Ein Metal-Album von ein paar Jungs die ihre Wurzeln im HC haben. Eine zentrale Aussage, die Musik und Texte zusammenfassen, gibt es da nicht so konkret. Die Texte sind meist sehr persönlich und auch so geschrieben, dass sie Platz für Interpretationen lassen. Es liegt uns fern den Zeigefinger zu erheben. Dafür sind wir sicher nicht klug genug…haha!

Fall Of Serenity: John: Naja...ich eigentlich schon ;-)

Musicscan: Worin seht ihr denn eure eigenen Trademarks, also was zeichnet Fall Of Serenity aus, was hebt euch von anderen ab?

Fall Of Serenity: John: Ich denke unsere Tademarks sind, das wir für viele HC-Leute sicherlich zu schnelle Musik spielen und für True-Metal-Typen sehen wir einfach zu modern aus...hehe

Fall Of Serenity: Eddy: Vielleicht heben wir uns vom Metal ab, da wir unsere Wurzeln im HC haben. Trotzdem sind wir keine typische Metalcore-Band, weil man die HC-Wurzeln in unserer Musik nicht so schnell finden kann. FALL OF SERENITY kann sich also nicht so einfach in eine Schublade drücken lassen, wenn man über den musikalischen Faktor hinausschaut.

Musicscan: Profitiert ihr heute in irgendeiner Form davon, dass eines euer erstes Releases die Split mit HSB war? Die ist ja heute ein gesuchtes Sammler-Teil und bringt zumindest den Namen Fall Of Serenity mit ins Gespräch...

Fall Of Serenity: Eddy: Nein, eigentlich nicht. Eher andersherum, wenn man den Fakt in Betracht zieht, dass in jedem zweiten FOS-Review der Name HEAVEN SHALL BURN auftaucht. Nein im Ernst. Die Split mit HSB und FOS war für beide Bands damals ein schönes Ding um zu starten. Wir kommen aus der selben Gegend und kennen uns schon lang. ´98 konnte man noch nicht sagen wo das Ganze HSB-Ding hinführt und welche tollen Ausmaße das annimmt. Profitieren können wir und HSB von dieser Split nicht mehr.

Musicscan: Was hat euch denn bewogen, gerade ein Impending Doom Stück zu covern. War das schon vor den Aufnahmen mit Patrick klar oder hat sich das im Arbeitsprozess zwanglos ergeben?

Fall Of Serenity: Eddy: Ja das war vorher klar. Von dem Zeitpunkt als IMPENDING DOOM sich auflösten. Eine der größten Bands des ostdeutschen Metal und dazu noch gute Freunde, machen nach 10 Jahren Schluß mit ihrem Dasein. Schade, und ein guter Grund für einen kleinen Tribut.

Fall Of Serenity: John: Ich wollte, dass Andy von IMPENDING DOOM mal auf nem FOS-Release zu hören ist, da ich seine Stimme einfach mal zu Klasse finde...

Musicscan: Hat es eigentlich Methode, dass sich auf jedem Longplayer zumindest ein Cover findet? Auf dem Debüt waren es doch sogar zwei, wenn ich mich richtig erinnere!?

Fall Of Serenity: Eddy: Methode würde ich nicht sagen. Aber es macht Spaß. Wie gesagt wir sehen das als Tribut an Bands die uns wichtig sind. Sei es musikalisch und einfach persönlich.

Fall Of Serenity: John: WORD! Wenn man an ältere Scheiben denkt, findest man meist bei Vinylversion immer Bonus / Coversongs ... warum sollte man dies nicht beibehalten. Mich würde mal interessieren was die „großen Bands“ (die gecovert werden) davon halten...naja ich werde unser Debut mal an den OZZY schicken...

Musicscan: Wie kommt es denn, dass ihr auf Tour mit Dismember geht? Welche Erwartungen habt ihr an diese November-Gigs?

Fall Of Serenity: Eddy: Wir arbeiten jetzt mit der Booking-Agentur BLACK EARTH PROMOTION (www.blackearthpromotion.com) zusammen. Die haben uns aufgrund unserer neuen CD gefragt ob wir die letzte Woche der Tour mitspielen wollen. Und da gibt’s wohl keine Frage. Allerdings gehen wir dort nicht mit allzu großen Erwartungen heran. Wir wollen den Namen FALL OF SERENITY bekannter machen, coole Shows spielen und Spaß haben. Es wird uns sicher ebenfalls einen Schritt nach vorn bringen. Jedenfalls freuen wir uns drauf.

Fall Of Serenity: John: Jetz sag doch das du dem DISMEMBER-Sänger Reißzwecken in den Schlafsack legen willst...

Musicscan: Letzte Worte?

Fall Of Serenity: Eddy: Vielen vielen Dank Arne für´s Interview. Checkt unser Album „royal killing“. Auf www.fallofserenity.com findet ihr alle Infos zu uns. Wir sehen uns!!!

 
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