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As Friends Rust

Storie von: arne, am 18.02.2002 ]

Gainesville, Florida ist die Heimat von AS FRIENDS RUST, die im letzten Oktober mit "Won" (welch symbolträchtiger Titel!) endlich ihr längst überfälliges Debut auf Doghouse bzw. hier auf Defiance veröffentlichten.

 
Die Tour zusammen mit Strike Anywhere ist bereits Anfang des Jahres gelaufen und im Frühjahr wird auf Equal Vision eine weitere MCD der Band erscheinen. Es sieht also wirklich nach einem Happy-End aus und die momentane Besetzung scheint gefestigt.

1996 gegründet, können AS FRIENDS RUST in ihrer kurzen Geschichte schon auf allerlei Line-Up- Wechsel zurückblicken, die die Entwicklung der Musik nicht unbedingt förderten. Inzwischen kann man wohl endlich von einer richtigen Band sprechen und nicht mehr nur von Sänger Damien (dem ehemaligen Morning Again- und ex- Culture- Shouter) mit wechselnden Musikern.

"Won" ist dabei Beginn eines neuen Weges und Abschluss des alten. Etwa zeitgleich erschien auf Golf die mit "Eleven Songs" betitelte Discografie der "alten" Besetzungen (die "Fists Of Time" EP, den Song der Split mit Discount und die selbstbetitelte EP), die einen schönen Überblick über die Entwicklung der Gainesviller bietet, aber natürlich vom Debut weggeblasen wird. AS FRIENDS RUST spielen inzwischen zwanglose, treibende und stark persönliche Rockmusik, die hin und wieder in den Hardcore abdriftet, ein Gespür für schöne Melodien beweist und einfach nur ohne Ende rockt!

Nach ihrem Soundcheck im Berliner Wild At Heart sprach ich kurz mit Damien und Gitarrist Florian. Zunächst erzählten mir die beiden, dass die Band bis ins Frühjahr hinein permanent unterwegs sein wird. Angesichts der Rückenprobleme von Damien ist das sicherlich kein leichtes Unterfangen. Mehrmals musste der Shouter im Redefluss innehalten, weil ihn Schmerzwellen durchzuckten. Hoffentlich geht es ihm inzwischen besser!

Der Stolz auf das endlich erschienene Debut und der Wunsch, es den Fans auch live zu präsentieren, trieben Damien auf Tour. Die Verbindung zu Europa ist auch deshalb besonders stark, weil AS FRIENDS RUST hier von Beginn an wesentlich populärer waren als in den Staaten. Nicht umsonst erschienen die ersten Releases auf Good Life. Die Entscheidung zu Doghouse zu wechseln, war dennoch unausweichlich: "Vor allem wegen der fehlenden

Promotion und dem schlechten Vertrieb in den Staaten. Niemand kannte dort unsere Songs. Als uns dann Doghouse anboten, unsere Songs in den Staaten zu veröffentlichen, waren wir sehr glücklich, denn plötzlich interessierte sich auch ein Label außerhalb Belgiens für uns."

"Won" dokumentiert auf der einen Seite einen unglaublichen Reifeprozess, zugleich aber auch eine Einstellungsänderung gegenüber der eigenen Musik, die AS FRIENDS RUST inzwischen ernster nehmen, wie das Ergebnis beweist: "In den letzten Monaten haben wir rein menschlich viel erlebt und das spiegelt sich auf dem Album wieder. Früher hatten wir vor allem Spaß und wir haben uns wenig Zeit für's Songwriting gelassen. Spaß ist uns natürlich auch noch heute wichtig, aber inzwischen fordern wir uns ständig selbst heraus; stacheln uns immer wieder an. Die neuen Songs gehen tiefer und sind dynamischer. Wir wollten uns in keiner Weise limitieren und haben mehr experimentiert als jemals zuvor."

Da ist es auch kein Zufall, dass ein Bandphoto zum Albumcover wurde: "Von Beginn an wollten wir viele Photos auf der Platte haben. Wir waren so stolz auf unsere Arbeit, dass wir unsere Gesichter darauf sehen wollten! Jeder sollte wissen, wer in der Band ist. Auf der Tour soll man uns ja erkennen. Das dokumentiert unser neues Selbstvertrauen, das größer ist als jemals zuvor."

AS FRIENDS RUST werden immer wieder mit Hot Water Music verglichen, was mir persönlich unverständlich ist. Gerade deshalb sprach ich Damien darauf an: "Das liegt wohl daran, dass die Leute Gainesville nicht kennen, aber doch Hot Water Music. Die Leute assoziieren Gainesville, Florida mit H.W.M. und jede andere Band aus Gainesville muss einfach wie sie klingen. Wir mögen Hot Water Music sehr, aber unser Album klingt nach AS FRIENDS RUST und nicht nach ihnen. Wenn dem so wäre, hätten wir etwas falsch gemacht. Vielleicht klingen einige Passagen ein wenig nach Samiam, aber mehr sollte da nicht sein. Den Vergleich mit Hot Water Music haben wir noch nie verstanden und werden es auch nie tun..."
 
 Links:
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