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Pig Destroyer

Storie von: arne, am 15.10.2004 ]

PIG DESTROYER are back! Endlich! Nicht weniger als zweieinhalb Jahre nach “Prowler In The Yard” erscheint mit “Terrifyer“ der heißersehnte Nachfolger der Sickos aus Virginia.

 
Und wie geil der geworden ist! In Summe natürlich der zu erwartende harte Schlag in die Fresse, überraschen die Musiker jedoch mit vielerlei Neuerungen. Nein, Bass gibt’s nach wie noch nicht, aber das Trio tritt deutlicher denn je aus dem einschränkenden Grind-Dunstkreis heraus, fährt noch offensiver seinen rauen Crossover-Sound aus Powerviolence, Punk, Thrash, Noise, Hardcore, Metal und natürlich auch noch jeder Menge Grind.

Neben Unmengen an direkten Blastbeat-Attacken liefert “Terrifyer“ (fast) ungewohnt souveränes Songwriting, das als solches auch erkennbar ist und auch eine spürbare Portion Groove. PIG DESTROYER haben „richtige“ Songs geschrieben und darunter finden sich sogar einige „Smash-Hits“, also Stücke, die sich von der ersten Rotation an merklich abheben und einem nicht mehr aus dem Kopf gehen. Überhaupt ist auffällig, dass die neuen Songs viel zugänglicher ausgefallen sind und man das ganze Album problemlos mehrmals hintereinander weg hören kann. Wie gesagt, in punkto Songwriting gab es zuvor kein stärkeres Release aus dem Hause PIG DESTROYER.

Auch die Produktion steht diesmal nicht hinten an, ist sie doch ebenso voll wie klar ausgefallen. Die neu gewonnene „Eingängigkeit“ steht in krassem Gegensatz zum mega-angepissten Feeling von “Terrifyer“. Einstückweit scheint das Album als Hommage an frühe Earache- Tage gedacht und die werden bei den Vocals durch einen gehörigen Schuss Steve Austin (Today Is The Day) ausgeweitet. J.R. Hayes klingt merklich verändert. Die 32 Minuten der eigentlichen Audio-CD werden durch den 37-minütigen Audio-DVD-Track ’Natasha’ ergänzt, der in 5.1 Surround Sound gemixt wurde. Doch das ist noch nicht alles, Mastermind Scott Hull kündigt ausgedehntes Touren in Support des Albums an und stellt zudem einen längeren Aufenthalt in Europa in Aussicht!

“Terrifyer“ kommt Band-typisch mit sehr eigenwilligem Artwork daher, was Zensur-Probleme vorprogrammiert. Daran sind PIG DESTROYER jedoch gewöhnt, war doch bereits “Prowler In The Yard” nicht nur in unseren Breiten nur entschärft im Laden zu finden: „Es war auch hier bei uns in den großen Ketten zensiert und es sieht ganz so aus, als wenn wir es mit dem Artwork von “Terrifyer“ noch schwerer haben werden. Der nackte Oberkörper einer Frau scheint anstößiger als ein Typ, der sich selbst verstümmelt und dessen Finger und Penis schon in einer Schale neben ihm liegen. Wenn das keine Ironie ist. Natürlich haben wir das kommen sehen, aber wir schätzen die Arbeit von Chris sehr. Wir kümmern uns um solche Probleme nicht ,so lange unsere Releases mit dem von uns beabsichtigen Artwork erhältlich sind und die eigentliche Musik nicht zensiert wird. Einlagen über dem Cover oder Aufkleber auf der Außenhülle der CD sind okay für uns. Natürlich sind wir einstückweit angepisst, aber doch auch so realistisch, dass wir wissen, dass die CD auch verkauft werden soll und wir dafür Kompromisse eingehen


müssen.“

Vor allem überwiegt sowieso die Freude, endlich wieder ein neues Album am Start zu haben: „Wir sind so heiß! Es ist verdammte drei Jahre her, seit das letzte Album erschienen ist. Wir hatten sehr viel Zeit an der neuen Platte zu arbeiten und in dieser Spanne hat sich auch so viel im persönlichen Bereich verändert. Ich habe geheiratet und auch ein Kind gekommen. “Terrifyer“ repräsentiert für mich all das und bedeutet mir eine Menge.“

Im ersten Moment überraschend scheint die „Eingängigkeit“ des neuen Materials, das teils in richtig konventionellen Songstrukturen daherkommt: „Ich denke dein Empfinden resultiert aus der Tatsache, dass wir es versucht, und erfolgreich geschafft, haben wiedererkennbare Songs zu schreiben und nicht wieder nur verschiedene Riffs aneinander zu packen und allein das Tempo zu variieren. Als ich mit der Arbeit an “Terrifyer“ begann hatte ich darüber eine längere Diskussion mit Danny Lilker. Zu der Zeit setze er gerade Bass und Vocals für unser Agoraphobic Nosebleed Cover von Nuclear Assault’s ’Hang the Pope’. Er erklärte mir, dass es Brutal Truth immer darum ging, catchige Songs zu erstellen und nicht einfach nur die Geschwindigkeit der Songs zu verändern. Wenn ich mich recht erinnere, hat er sogar von „Pop-Songs“ gesprochen. Das habe ich mir zu Herzen genommen, denn Brutal Truth zählen unumstritten zu den besten Grind-Bands aller Zeiten. Wir haben uns also die Zeit genommen, unsere Songs so rockig wie möglich zu gestalten.“

Hinzu kommt, dass PIG DESTROYER längst keine Grind-fixierte Band mehr sind: „Wir lassen heute viel vordergründiger Einflüsse zu, die nicht aus dem Grind stammen. Wir hatten diese schon immer, doch nie so offensichtlich. In mancher Beziehung entfernen wir uns davon, länger eine Grind-Band zu sein. Es ist heute lediglich eine Bestandteil unserer Musik, aber nicht länger das Zentrum. Als wir mit Napalm Death, Nasum und Anal Cunt Japan tourten, fühlte ich mich völlig außen vor, denn wir stützen uns längst nicht mehr auf 1.000.000 Blastbeats.“

In der eigenen Plattenkiste hat Scott zudem alte Klassiker wieder entdeckt, die sich hörbar auf “Terrifyer“ auswirkten: „Während der Arbeit an der Platte habe ich nichts anderes als die Melvins, Dwarves und alte Crossover-/Thrash-Sachen wie DRI, COC, The Accused und besonders Dark Angel gehört. Darüber hinaus auch viel Today Is The Day, weshalb einige der Songs solch kranke Vocals aufweisen.“

Der direkte Albumtitel passt in meinen Augen gut zum Grind-Crossover von PIG DESTROYER: „Anfangs war “Terrifyer” lediglich als Übergangslösung gedacht, aber irgendwann fing ich dann selbst an, die CD so zu nennen. Dennoch wollte ich den Titel nicht beibehalten, weil er eigentlich zu plakativ ist. Brian und JR überzeugten mich jedoch davon, das er stark sei, also behielten wir ihn bei.“ Getreu dem Bandmotto: „always play what you want. fuck following formulas.”

 
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