Go There
INFOS > Interviews-Stories > Details
/ 1 2 3 6 A B C D E F G H I J K L M N O P R S T U V W X Y Z [
Interviews/Stories gesamt: 1740

Ocean, The - Part 2

Interview von: arne mit Nils, am: 13.09.2004 ]

Und weiter geht’s mit dem THE OCEAN Interview zum neuen Album "Fluxion". Hier gibt es nicht einfach Musik aus einem Selbstzweck heraus, sondern es entwickeln sich Arrangements, die man als Hörer miterlebt; in die man einsinkt und sich mitreißen lässt.

 

Musicscan: Was mir an den neuen Songs auffällt, ist, dass sie vom Songwriting her in Summe deutlich runder und auch irgendwie relaxter ausgefallen sind, obwohl sich auch irgendwie härter kommen teilweise. Worauf habt Ihr denn beim Songwriting fokussiert?

Ocean, The - Part 2: Wie gesagt: die Songs auf „Fluxion“ sind teilweise schon über eineinhalb Jahre alt und hatten dadurch Zeit, sich zu bewähren, nicht zuletzt auch durch unermüdliche live-Tests. Genau hier liegt der Unterschied zu „Fogdiver“ hinsichtlich des Songwriting: von den „Fogdiver“-Songs hatten wir keinen einzigen zuvor live gespielt und die Zeit, die zwischen Schreiben und Aufnehmen lag, war auch nicht so groß wie bei „Fluxion“. Das ist sicherlich ein Vorteil der „Fluxion“-Songs. Dadurch wirkt die Platte ‚runder’. Was die Härte angeht, würde ich nicht unbedingt sagen, daß sich „Fluxion“ vom Vorgänger stark unterscheidet. Auch hier gibt es ausgedehnte Instrumentalpassagen in vielen Songs und wir haben mehr denn je mit Celli, Geigen, Flöten etc. gearbeitet. Was den Härte-Eindruck aber sicherlich verstärkt, ist einfach der Gesang – und genau hier liegt ja leider auch das Problem einiger Plattenkritiker. Ich betone übrigens: einige! Denn mit jedem neuen review, das eintrudelt, stellen wir fest, daß der Großteil der einschlägigen Presse die Platte doch recht positiv aufnimmt und oftmals sogar besser bewertet als „Fogdiver“. Das Waste of Mind, (ich weiß, deine Konkurrenz, aber ich muß das hier einfach zitieren) meinte gar: „Berlin hat wieder eine Metal-Band vom Weltklasseformat – und die heißt ausgerechnet The Ocean“.

Musicscan: Nehme ich alles zusammen klingt „Fluxion“ sehr flüssig, ordentlich divers und mit einem modernen Touch versehen? Hattet Ihr im Vorfeld ein bestimmtes Soundbild im Sinn, das Ihr umsetzen wolltet und wie wichtig sind Euch ganz generell die Punkte Sound-Fluss, Abwechslung, Intensität und moderner Touch?

Ocean, The - Part 2: Ich würde nicht sagen, daß wir uns (bzw. Robin sich), bevor wir einen Song schreiben, hinsetzen und sagen: so und so muß der jetzt klingen. Auch war es nicht so, daß wir die Songs extra für diese Platte geschrieben hätten. „Fluxion“ ist eher die Dokumentation unseres Songwriting-‚Ausflusses’ der letzten eineinhalb Jahre (bzw. eines Teils davon), also nicht so sehr das Produkt eines konzertierten brainstorming. Was freilich nicht heißt, daß wir einfach ‚drauf los’ und ohne Konzept aufgenommen hätten. Es gab eine Vielzahl von Songs in unserem Repertoire, aus denen wir dieses Album, erstmal quasi im Kopf, zusammengesetzt haben. Eine der Vorbereitungen für das Aufnehmen war also das Auswählen der Songs und die Entscheidung, in welcher Reihenfolge die dann am Ende auf der Platte auftauchen sollten. Worüber wir uns natürlich auch Gedanken gemacht haben – das muß man einfach tun, sonst braucht man eigentlich gar nicht erst anfangen – waren natürlich Fragen wie: welches Soundgewand sollen die Songs beim Aufnehmen bekommen? Eher staubtrocken-stoner-mäßig oder ertränkt in billigem 80er-Jahre-Reverb? Blind-Guardian-Gitarren oder John-Spencer-Style? Solche Dinge halt. Denn davon hängt ja auch ab, wie man überhaupt aufnimmt.

Musicscan: Zum Thema Abwechslung: ich denke mal, und ich hoffe, man hört das unserer Platte auch an, Abwechslung gehört durchaus zu unseren charakteristischen Stilmitteln. Wobei sie allerdings nicht Selbstzweck ist: vielmehr kommt sie von ganz alleine, wenn man wie wir gerne mit drastischen Brüchen und merkwürdigen Spannungsbögen arbeitet, also extreme Dynamik-Spielchen in beide Richtungen betreibt. Das mit dem modernen Touch würde ich eher verneinen. Wenn man sich anschaut, was derzeit angesagt ist: nein, damit haben wir doch recht wenig gemeinsam. Viel schöner ist es hingegen, seiner Zeit voraus zu sein und da geben wir uns natürlich äußerste Mühe. Andererseits ist uns auch bewußt, daß alles schonmal dagewesen ist und die selbsrt die Avantgardes ihrer jeweiligen Genres, ob sie nun Meshuggah, Squarepusher oder wieauchimmer heißen, erfinden nichts völlig neues aus dem Nichts heraus. Niemals, gar nicht. Sowas kann man gar nicht. Daher stört es uns recht wenig, wenn in unserer Musik auch mal ein 70er-Jahre-Einfluß oder ein bißchen Guns’n’Roses durchscheinen sollte...

Ocean, The - Part 2: Habt Ihr so etwas wie eine „große Vision“ die eigene Musik betreffend? Was ist Euch wichtig in dieser Richtung weitergedacht? Und wie nah ist "Fluxion" an einer möglicher Ideal-Platte? Bzw. was fehlt dem Album um Eure Vision zu erfüllen? Häh? ;-)

Musicscan: Ja, „häh“ dachte ich mir auch... Nein, eine Vision, also ein Ziel, zu dem wir irgendwann mal hinwollen, haben wir nicht. Das wär ja auch oll, denn dann müßten wir ja irgendwann aufhören, weil wir am Ziel sind und es nicht mehr weitergeht. Wir denken immer ungefähr zwei Alben voraus, mehr nicht. In der Praxis heißt das: das Album, das im, sagen wir mal realistisch, Frühfrühling 2005 rauskommen soll, ist jetzt, wo „Fluxion“ in die Läden kommt, bereits zu 90% aufgenommen. Und es wird definitiv wieder ein Schritt nach vorn. Das ist etwas, das wir für jede unserer Platten anstreben. Hinsichtlich der Richtung allerdings gilt: subject to change without notice...

Ocean, The - Part 2: Ich erinnere mich dunkel, dass Ihr damals im Cafe von Filmen und Soundtracks gesprochen habt. Ist in dieser Richtung etwas passieret, das ein Ergebnis produziert hat? Gibt es eigentlich Video-Clips zu The Ocean Tracks?

Musicscan: Wir haben in der letzten Zeit unsere live-Video-Show ziemlich ausgebaut, wie man auf der Release-Party gesehen hat. Auf unserer Tour haben wir eine Menge Videomaterial angehäuft, das zu einer DVD beitragen wird, welche wir vielleicht schon nächstes Jahr veröffentlichen werden. Mal gucken, wer Lust hat, sowas zu finanzieren...

Ocean, The - Part 2: Einen wirklichen Video-Clip zu einem unserer Songs zu produzieren wäre natürlich auch eine feine Sache, steht aber nicht besonders weit oben auf der Tagesordnung. Schließlich ist unsere Musik nicht gerade so beschaffen, daß man mit einem großen Interesse der einschlägigen Sender rechnen kann. Die spielen zwar auch Clips von harten Bands, aber außer dem Attribut ‚hart’ haben wir mit Combos wie Slipknot und Konsorten doch recht wenig gemeinsam. Deren Musik ist bei aller Heaviness immer noch extrem catchy und straight. Was uns auch völlig abgeht, ist das, was gemeinhin als ‚Image’ bezeichnet wird. Mit einer Nu-Metal-Platte kauft man sich ja nicht nur irgendeine Musik – sowas ist ja gleich ein Stückchen Lifestyle. Zumindest für den Rest der Pubertät...

Musicscan: OKay, habt Ihr noch letzte Worte?

Ocean, The - Part 2: Ganz egal, ob ihr eure Pubertät noch vor oder schon hinter euch habt, oder wie wir mittendrin seid: „Fluxion“ ist der Soundtrack dazu. Und den Lifestyle kreieren wir euch auch noch. Nehmt unsere individuellen Beratungsangebote wahr. Unser kompetentes Team, Prof. Gerd Kornmann, Pastor Meta Mallorca, Dr. Nils Lindenhayn und ihre freundlichen Assistenten bieten schnellen Rat in vertraulicher Atmosphäre: lebenshilfe@theoceancollective.com.

 
 Links:
  The Ocean
 
oben
Platte der Woche:

Die letzten Reviews:

  Carnifex
  Sum 41
  Art Of Dying
  Crown The Empire
  Heart Of A Coward

Interviews/Stories:

  Origin
  Tluf
  Full Of Hell

Shows:

  26.06. Taking Back Sunday - Hamburg
  26.06. The Interrupters - Hamburg
  26.06. Billybio - Hamburg
  26.06. Whitechapel - Stutgart
  27.06. Billybio - Osnabruck