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Ba’al

Interview von: arne mit Steffen, Fisch & Matze, am: 06.09.2004 ]

Mit ihrem Vollzeit-Debüt "The Lilith Complex" bestätigen BA´AL problemlos den positiven Eindruck, den bereits ihre Demo-EP "The Babel Concept" hinterlassen hatte. Die Erfurter geben sich kompakt wie versiert und ihre Songs wirken heute noch runder und brachialer. Es gibt einen hoch metallischen Hardcore-Stil mit viel Mid-Tempo-Gemoshe.

 

Musicscan: Stelle doch bitte zunächst BA'AL all denjenigen vor, die Euch noch nicht kennen. Was MUSS man über Euch wissen?

Ba’al: Steffen: BA’AL sind fünf kauzige Typen, die Heavy Metal machen und auch so aussehen. Ich bin der Steffen, 27 und ich zupfe die Sechssaitige.

Ba’al: Matze: Ich bin der Matze und zum Glück noch nicht so alt...

Ba’al: Steffen: Hab ich was verpasst?

Musicscan: Welchem Anliegen/ welchen Zielen geht Ihr mit der Band nach? Habt Ihr etwa eine zentrale Aussage, die Ihr loswerden wollt oder Ähnliches?

Ba’al: Steffen: Mein Anliegen war und ist ein Ausgleich zu den Bits, Bytes und flackernden Bildschirmen meines Alltags. Ziel ist Musik mit dem Anspruch vom ersten bis zum letzten Takt Arsch zu treten. Auf eine einzige zentrale Aussage möchte ich mich nicht festlegen, dafür sind die Einflüsse jedweder Art einfach zu verschieden. Unser sympathischer kleiner Fisch zum Beispiel will einfach nur zum Ausdruck bringen, dass er nicht schwul ist, obwohl ihn alle dafür halten.

Ba’al: Fisch: Genau! Und ich bin es NICHT!

Ba’al: Matze: Egal ob’s der Fisch jetzt endlich mal zugibt oder nicht, wir wollen ja nicht nur Männer in den „Arsch treten“...

Ba’al: Steffen: Darüber hinaus ist Fischs erklärtes Ziel die Vernichtung sämtlicher Bierbestände am Veranstaltungsort, das hatte ich eben vergessen zu erwähnen.

Musicscan: Unweigerlich natürlich eine Nachfrage zum Apostroph im Bandnamen. Wofür steht das? Soll es einen "besonderen" Anspruch ausdrücken oder welche Idee steckt dahinter?

Ba’al: Steffen: Das hatte gleichermaßen ästhetische wie pragmatische Gründe. Einerseits ist es eine sehr alte, alternative Schreibweise von BAAL, andererseits sah es einfach besser aus und ließ sich sehr gut in ein Logo umsetzen.

Musicscan: Mir hatte ja bereits Euer Demo "The Babel Concept" sehr gut gefallen. Wie ist dieses denn allgemein angekommen und welches Feedback habt Ihr darauf erhalten?

Ba’al: Steffen: Es gab für das Demo etliche Reviews, die alle überaus positiv ausgefallen sind. Das hat uns natürlich gefreut und beflügelt, auf dem eingeschlagenen Weg weiter zu arbeiten. Besonders überrascht waren wir über die Resonanz aus Südamerika und den Staaten. An dieser Stelle ein dreifach Hoch dem Internet! Aber auch in Deutschland hatten wir damit einen sehr guten Einstand und nicht zuletzt hat uns das Demo ja entscheidend dabei geholfen, unsere erste Full-Length bei Circulation Records zu veröffentlichen.

Ba’al: Matze: Das Demo zu veröffentlichen war für uns schon etwas Besonderes, beim ersten Full-Length kann man das fast nicht beschreiben. Man kann nun hoffen, dass es anderen genauso gut gefällt wie uns selbst.

Musicscan: Wie reagiert Ihr denn allgemein auf kritische Reviews? Versucht Ihr die besprochenen Punkte nachzuvollziehen und eventuell darauf zu reagieren? Wenn so etwas schon vorgekommen ist, welche Punkte betraf das?

Ba’al: Steffen: Na bisher hat es ja glücklicherweise noch keine wirklich harte Kritik gehagelt und die bisher erwähnten Kritikpunkte sind absolut nachvollziehbar und konstruktiv gewesen. Es wäre schlimm, wenn wir die Kritiken nicht soweit es geht aufgreifen würden. Wir können und wollen es natürlich nicht allen recht machen, aber wir können versuchen, das Beste aus uns und unserer Musik zu machen. Und dafür ist Kritik unter Umständen sehr hilfreich.

Ba’al: Fisch: Es wäre ja auch schlimm, wenn wir das nicht so sehen würden. Ich möchte niemals so abgehoben sein, mir keine schlechten Kritiken anhören zu wollen, weil dadurch vielleicht meine kleine Traumwelt zusammenbrechen könnte. Kritik ist doch normal.

Musicscan: Mit "The Lilith Complex" ist nun kürzlich Euer Debüt erschienen – Warum sollte jemand dieser Scheibe eine Chance geben? Mach die Leute doch einfach mal heiß. Welche Stärken hat das Album?

Ba’al: Fisch: 1. Coole Bewerbungsgesprächsfrage. 2. Ihr werdet der CD eine Chance geben, denn wer einmal mit der kleinen Lilith akustisch geflirtet hat, kommt definitiv nicht mehr von ihr los. Wer dennoch skeptisch ist, lädt sich einfach unter www.asskickcore.com zwei Hammer-Songs auf die Festplatte und kauft sich eben dann erst die CD. Es ist völlig egal wie, aber ihr werdet diese brachiale Scheibe, mit dem einen Ziel, euch in Fresse zu hauen, besitzen! 3. War das gut so? Ich hoffe ich hab den Job!

Ba’al: Steffen: Du hast vielleicht ne Meise, aber bestimmt keinen Job...

Ba’al: Matze: Na jetzt will das Ding keiner mehr...

Musicscan: Stilistisch ist das Debüt mehr in den MetalCore gerutscht, dabei hatte das Demo damals eine recht deutlich Nu-Metal-Edge. Sah ich jedenfalls so. Aus welchen Gründen ist's tiefer in Richtung MetalCore gegangen?

Ba’al: Fisch: Also in meinen Augen entstehen gute Songs nicht unter dem Druck „wir müssen jetzt diese Richtung machen oder so klingen wie“, Lieder entwickeln sich.

Ba’al: Steffen: Und Nu-Metal-Edge kann ich ehrlich gesagt gar nicht nachvollziehen. Auf der Platte sind die Songs vom Demo ja mit drauf und die haben sich auch nicht sonderlich stark verändert. Und mit Nu-Metal hatte und habe ich nichts am Hut, insofern würden mich derlei Einflüsse auch echt überraschen...Und wenn Du meinst, dass es mehr nach Metal klingt, dann freut mich das sehr, weil ich Heavy Metal machen möchte und nichts anderes.

Ba’al: Matze: Ja, Gründe gab’s wie gesagt keine...ist halt eine Sache des Blick- oder besser des Ohrwinkels.

Musicscan: Wie hilfreich empfindet Ihr eigentlich den Term MetalCore. In Bezug auf BA’AL ist's sicherlich für den Einstieg hilfreich, aber dann...

Ba’al: Steffen: Es ist natürlich ein Begriff bzw. Genre, mit dem die Leute sofort etwas verbinden können und es ist ein Sack, in den wir uns wohl stopfen lassen müssen. Ich finde aber, dass es leider auch ein Stempel ist, den man so schnell nicht wieder los wird. Perspektivisch gesehen liegt mir sehr viel daran, dass wir uns mit BA’AL zu einer „echten“ Metalband emanzipieren.

Musicscan: Green Hell scheint ja derzeit fast alle Circulation Releases mit HSB zu vergleichen, auch Euch. Nehmt Ihr den Vergleich an oder was habt Ihr da zu entgegnen?

Ba’al: Steffen: Mal abgesehen von dem Fakt, dass HSB gute Freunde sind, hinkt ein musikalischer Vergleich zwischen BA’AL und HSB auf zwei Beinen. Wir spielen beide ganz unterschiedliche Stile und es ist quasi wie ein Vergleich von Äpfeln und Birnen. Aber wenn man als junger Apfel mit einer Birne höchster Qualität verglichen wird, nun gut, dann werde ich mich nicht dagegen wehren.

Musicscan: Der Fortschritt im Songwriting zwischen Demo und Debüt ist sehr deutlich, aber woran liegt das? Ist das Bandgefüge enger zusammen gewachsen, habt Ihr mehr geprobt, oder härter gearbeitet?

Ba’al: Steffen: Ich hatte eigentlich noch nie so wenig Zeit zum Songwriting wie im letzten Jahr. Und so wenig geprobt hatten wir davor auch noch nie. Dennoch habe ich diesmal sehr viele Ideen schon nach kurzer Zeit wieder verworfen. Es sind somit zwar relativ wenige, aber qualitativ hochwertigere Songs entstanden. Man kann aber sicher sagen, dass wir nach nunmehr knapp zwei Jahren natürlich besser aufeinander eingespielt sind, als noch zu Zeiten des ersten Demos.

Musicscan: Welche Platten habt Ihr denn privat gehört, als Ihr an "The Lilith Complex" gearbeitet habt? Haben diese Auswirkungen auf das Album ausgeübt?

Ba’al: Steffen: Ich muss gestehen, dass ich sehr wenig Musik gehört habe im letzten Jahr. Und wenn, dann waren es meist NEUROSIS, BREACH, ISIS, CROWBAR oder ähnliches, weil man dazu sehr entspannt arbeiten kann...Das sind aber alles Bands, deren Einflüsse man bei unserer Musik sicher nicht so auf den ersten Hörer heraushören kann, mal abgesehen von meinem Faible für einen derart rotzigen Sound.

Musicscan: Was macht Euch denn derzeit mehr Spaß; im Studio zu arbeiten oder live zu spielen?

Ba’al: Steffen: Also wenn es mir jemals im Studio besser gefallen sollte als auf der Bühne, dann darf der schwule Fisch mich gerne mal nach Strich und Faden vernaschen!

Ba’al: Fisch: Ich bin nicht schwul!

Ba’al: Steffen: Jaja, wir wissen’s ja nun alle.

Ba’al: Fisch: Und außerdem: Was für eine Frage, live ist natürlich das non plus ultra! Bier, Frauen und zwischen durch ein bisschen Nudeln mit Tomatensoße. Was will man mehr?!

Ba’al: Steffen: Es ist doch immer wieder schön zu sehen, mit wie wenig man die jungen Leute heutzutage glücklich machen kann...

Ba’al: Matze: Live auf der Bühne ist zwar auch manchmal Arbeit aber sobald das Publikum abgeht, geht nichts über das Gefühl live zu zocken...

Ba’al: Steffen: Ach, als Arbeit bezeichnet das der feine Herr...

Musicscan: Fühlt Ihr als Band, als Künstler, den Drang aktuelle Ereignisse zu kommentieren und tut Ihr so etwas auf der Bühne?

Ba’al: Steffen: Das müsste jetzt eigentlich der Henk kommentieren! Ich jedenfalls kommentiere die Ereignisse, die mir etwas bedeuten, in meinen Texten. Auf der Bühne halte ich mich da lieber dezent im Hintergrund, irgendwas zu sagen ist da nicht so mein Ding. Henk sagt aber meistens, dass der nächste Song was zum Kuscheln ist...

Ba’al: Matze: Was ja wiederum mit Aktualität viel zu tun hat, man munkelt es gibt in Henks Leben jetzt neben seiner Mama noch eine zweite Frau...mehr kann ich dazu aber nicht sagen...

Ba’al: Steffen: Seine Oma?

Musicscan: In der Hardcore-Szene hat sich in den letzten Jahren viel getan und Labels und Bands gibt es wie Sand am Meer. Wer sticht denn aus Eurer Sicht aus der Masse hervor und wen respektiert Ihr für harte Arbeit oder stetige Einstellungen?

Ba’al: Steffen: Puh, ich sagte ja schon, dass ich nicht sonderlich viel zum Lauschen komme. Wie gut, dass ich da aus diversen Gründen immer die neuesten Veröffentlichungen von Lifeforce Records auf meinen Tisch bekomme. So kann ich jetzt wenigstens sagen, dass für mich persönlich die interessanteste Platte dieses Jahr die neue Scheibe von FEAR MY THOUGHTS war. LAMB OF GOD natürlich. Die sind aber eh meine Lieblinge und können quasi nichts falsch machen...Aber wie gesagt, wenn es um neue Platten geht, kann ich nicht so viel sagen...Habe aber neulich einen Song von HATESPHERE gehört, da werde ich mir wohl nach dem Ständer bei dem einen Song pflichtgemäß das ganze Album zulegen müssen... Mit dem Respekt sieht es da schon anders aus. Da gibt es bedeutend mehr Bands, die da mir da so spontan einfallen. HEAVEN SHALL BURN natürlich als erste. Wenn man die Jungs so lange kennt, ist es einfach schön zu sehen, dass sie es nach wirklich harter Arbeit geschafft haben. Das gleiche gilt für CALIBAN, die es ja nun nach langem Hickhack auch endlich gepackt haben. NARZISS, weil Sie einfach nur gut sind! Und weil Johannes uns vom Label kickt, wenn wir was Schlechtes über sie erzählen. Sie haben riesige Penisse, hatte ich das schon erwähnt? FACE THE FACT, weil sie die Scheiße rocken und das schönste Wesen am Bass haben. Nicht zu vergessen ELISION, die schwerste und geilste Band Deutschlands! Und eigentlich müsste ich ja jetzt noch auf EYELESS VIEW hinweisen, aber Frieden ihrer Asche! Die Liste müsste selbstredend noch fortgesetzt werden.

Musicscan: Musik-Videos scheinen ja auch im MetalCore-Segment immer wichtiger zu werden? Habt Ihr eines in Planung bzw. was für ein Konzept würdet Ihr verfolgen, wenn Ihr eines machen müsstet?

Ba’al: Fisch: Das Konzept wird sein, dass ich der Tod bin und Steffen die Liebe, also Liebe und Tod, Blut und Totenschädel und so. Wie es sich eben für ein echtes Heavy Metal Video gehört. Ne im Ernst, das wurde noch nicht besprochen.

Ba’al: Steffen: Ich geb’ Dir gleich Liebe, ey!

Ba’al: Matze: Ich glaube auch besser nicht...

Musicscan: Wann ist die nächste Platte von BA’AL geplant und wo wird sie erscheinen?

Ba’al: Steffen: Oh Gott, das sind nun wahrlich noch ungelegte Eier. Dazu müssen wir erstmal genügend Material zusammenbasteln und dann sehen wir weiter.

Ba’al: Matze: Und das kann dauern bei der Riesen Kreativabteilung...

Musicscan: Welche Hoffnungen verbindet Ihr mit der Zukunft von BA’AL?

Ba’al: Steffen: Ich möchte bis ins hohe Alter potent bleiben und ohne irgendwelche Pillen auskommen. Zur Sicherheit speichere ich seit Monaten aber alle Mails, in denen mir diverse Pharmazeutika angeboten wurden. Man kann ja nie wissen! Und wenn jemand ne größere Festplatte für mich hat, Zuschriften bitte an die Redaktion!

Ba’al: Fisch: Ich wünsche mir natürlich, dass BA’AL nicht einschläft.

Ba’al: Steffen: Irgendwie hatte ich von Dir eher erwartet, dass Du Dir wünschst, dass das Bier niemals alle wird...

Ba’al: Fisch: Oder so...

Ba’al: Matze: Ich freu mich erst mal auf die Tour mit AS WE FIGHT und SIX REASONS TO KILL im Oktober, 10 Tage nicht waschen, Dank des veganen Essens immer eine gefüllte Pupskanone und der ganze Rest der dazu gehört...

Ba’al: Steffen: Bis eben hatte ich mich doch tatsächlich auf die Tour gefreut...

 
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