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Unearth

Storie von: arne, am 11.08.2004 ]

Mit ihrem Debüt-Album "Stings Of Conscience" (Eulogy) nahmen die Bostoner UNEARTH den MetalCore-Underground im Sturm und ließen mit ihrem technischen geprägten Stil reihenweise Kinnladen klappen. Ihre Europa-Tour mit der belgischen sXe-Legende Liar und die folgende "Endless" MCD festigten die Position des Quintetts weiter und der Hype um die Band wurde größer. Es liegt auf der Hand, warum es gerade diesen Fünfer traf, denn er zählt zweifelsfrei zu den eigenständigsten und interessantesten Acts im Segment.

 
Es dauerte nicht lange, bis Metal Blade auf UNEARTH aufmerksam wurde und diese signte. Die Ostküstler stehen nun im Roaster neben The Red Chord, As I Lay Dying und Cataract, denn das Metal-Label hat sich eine handverlesene MetalCore-Sparte aufgebaut. Erstes Ergebnis der neuen Zusammenarbeit ist nun "The Oncoming Storm" und das Warten hat sich gelohnt!

Kings of Breakdowns

UNEARTH klangen noch nie fetter!! Ihren neuen Drummer hat die Band in Mike von The Red Chord gefunden und dieser ist eine schlagkräftige Bereicherung für die Rhythmus-Sektion, die dem schon immer variablen Sound weitere Facetten hinzufügt. Schnell wird klar, warum die Bostoner den Beinamen "Kings of Breakdowns" führen. UNEARTH spielen aggressiven, treibenden Metal-Sound mit schönen schwedischen Melodie-Linien, ordentlich viel Mosh, und eben verdammt heftigen Breakdowns. Obwohl das Soundbild sehr europäisch gehalten ist, hört man dem Material die Ostküsten-Herkunft jederzeit an. "The Oncoming Storm" gibt in bezug auf das Zweitwerk der Jungs treffend die Richtung vor; einem Sturm gleich fegen UNEARTH über ihre Hörer hinweg und zurück bleibt nichts als Verwüstung.

Das virtuose Gitarren-Handling und der Mut zu tollen Soli runden das Package überzeugend ab und die Band ist schlicht und ergreifend geil ohne Ende! Einmal mehr haben die Musiker mit Adam von Killswitch Engage gearbeitet, der die Qualitäten der Formation präzise und druckvoll auf den Punkt brachte. UNEARTH klingen nunmehr einstückweit allgemeingültig, denn sie gehen sowohl als astreine Metal-Band durch, als auch an anderer Stelle wieder "nur" als metallische Hardcore-Kombo. Klar, vor allem dominiert die Metal-Band UNEARTH, aber die versetzt straighten Metal-Sound mit vielerlei Hardcore-Elementen und einem sehr modernen Touch. Für MetalCore-Fans ist "The Oncoming Storm" definitiv Pflichtstoff, doch auch Fans des melodischen Death Metals sollten das Album nicht ungehört an sich vorbeiziehen lassen. Bassist John über die Vorzüge der Platte:

„Wir haben uns auf allen Ebenen weiter entwickelt; die Vocals sind dynamischer gesetzt, die Gitarren klingen reifer und durchdachter und die Musik im Ganzen ist noch heaviger. Der größte Unterschied zu unseren bisherigen Releases ist jedoch die qualitativ hochwertige Produktion von “The Oncoming Storm“. Unsere Weiterentwicklung ist so für jeder klar nachvollziehbar; in allen Belangen sind wir gereift.“

Up's und Down's

UNEARTH sind zudem spürbar professioneller geworden und das haben die Musiker durch ihren Wechsel von Eulogy zu Metal Blade bewusst forciert: „Es war einfach an der Zeit, den nächsten Schritt zu gehen, so gut die Zusammenarbeit mit Eulogy auch lief. Wir verdanken ihnen viel und haben in bezug auf Business-Fragen viel gelernt. Als junge Band muss man sich da schließlich erst hineinarbeiten.


Bei den Verhandlungen mit Metal Blade haben wir von den Erfahrungen profitiert. Das Signing war nötig, um uns weiter zu pushen, schließlich lastet nun größerer Druck auf uns. Wir sind quasi gezwungen, dass Bestmögliche aus uns heraus zu holen und uns weiter zu steigern und das motiviert ungemein.“

Im Aufnahmeprozess selbst hatten sich UNEARTH diesmal dennoch mit Problemen auseinander zu setzen:

„Es war unsere bislang schwerste Herausforderung und wir sind durch etliche Up's und Down's gegangen. Wir haben einen ganzen Monat lang ausgenommen und als es dann an die Vocals ging, war Trevor krank, hatte eine schlimme Virus-Infektion der Stimmbänder. Er konnte nicht singen und es dauerte eine Woche, bis es wieder einigermaßen ging und wir die Vocals aufnehmen konnten.“

Vor diesem Hintergrund kann seine Leistung kaum genug gewürdigt werden, denn trotz nicht vollends auskurierten Virus-Infektion klingt er stimmgewaltig und variabel. Von jeher stehen UNEARTH für positiv ausgerichtete Vocals, was sich auch auf “The Oncoming Storm“ fortsetzt:

„Man muss allem gegenüber aufgeschlossen bleiben, versuchen seinen eigenen Weg zu finden und sich selbst und seiner Umwelt gegenüber positiv eingestellt sein. Das war schon immer unsere zentrale Message. Das neue Album wirkt vielleicht ein wenig dunkler, aber es steht nach wie vor für diese Aussage.“

Die Songs selbst sind über den Zeitraum des letzten Jahres entstanden und die Jungs haben kontinuierlich immer neue Teile fertig gestellt. Inspirationsquellen gibt es viele: „Ich persönlich finde meine Inspiration vor allem in älteren Band wie Black Sabbath, Maiden, Rush oder auch Dream Theater. Darüber hinaus haben mich auch einige jüngere Gruppen in der letzten Zeit stark beeindruckt, etwa If Hope Dies und Since the Flood.“

Poison und Slayer

In punkto eigener Positionierung im schweren Underground-Segment vertreten UNEARTH einen globalen Standpunkt, jedenfalls sehen sie sich nicht einmal dem allgemeinen Metal-Begriff zugehörig:

„Was ist schon Metal? Selbst eine Band wie Poison hat sich als Metal eingestuft und dabei waren sie eine Haar-Rock-Band. Bands wie Poison und Slayer kann man nicht in die gleiche Kategorie packen. Die vielen Sub-Genres helfen ein wenig, können aber auch nicht alles fassen. Wir werden als MetalCore bezeichnet, weil wir Metal mit Hardcore-Elementen verbinden. Generell geben mir Label nicht viel. Die Musik soll für sich selbst stehen. Ich mag so viele Bands aus den verschiedensten Stilen. Ob man nun als Metal, Hardcore, MetalCore oder was auch immer bezeichnet wird, letztlich zählt allein, was man selbst im Herzen trägt. Wir sind einfach eine harte Band, nicht mehr und nicht weniger. So lange man sich seine Integrität bewahrt und das spielt, was aus seinem Inneren kommt, kann man nichts Falsches tun.“ Word.

 
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