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Cave-in

Storie von: arne, am 08.02.2002 ]

Nicht viele Bands brechen derart radikal mit dem eigenen Stil, wie es CAVE IN aus Boston getan haben. Zu einem solchem Schritt gehört unglaublich viel Mut und wohl auch ein hohes Maß an Unzufriedenheit mit der eigenen Musik bzw. dem musikalischen Umfeld.

 
Doch halten wir uns zunächst an die Fakten. Die Jungs gründeten sich 1995 an der High School. Schnell folgten Spilt-7Inches mit Piebald, Gambit & Early Grace. Gitarrist Steve Brodsky half zudem immer wieder als Bassist von Converge aus. 1998 erschien dann auf Hydra Head mit "Beyond Hypothermia" eine Sammlung der Vinyl-Veröffentlichungen der Bostoner und spätestens mit dieser CD waren CAVE IN in aller Munde.

Steve Brodsky etablierte sich nach einigen Line Up-Änderungen auch als Sänger und zusammen mit Converge's Kurt Ballou spielte man Ende '98 das Debut "Until Your Heart Stops" (Hydra Head) ein. Bis hier hin konnte man CAVE IN getrost dem Metalcore zuordnen. Ohne Frage gehörten die Bostoner zu den populärsten Vertretern ihrer Sparte. In den Staaten tourte man mit Converge und The Dillinger Escape Plan, aber für den Sprung nach Europa reichte es leider nicht.

Was sich auf dem Debut bereits dezent andeutete, fand mit der kontroversen "Creative Eclipses" MCD schnell Bestätigung. CAVE IN entfernten sich vom Metal und entwickelten sich in Richtung eines psychedelischen Space-Rocks. Stark rockig und konsequent dem neuen Weg folgend, erschien im letzten Jahr auf Chrome Saint Magnus die Vinyl-Version des zweiten Albums "Jupiter". Die Scheibe rockt ohne Ende und man muss sie einfach lieben!

Anfang des Jahres tourten CAVE IN endlich durch Europa und im Rahmen ihres Gigs im Wild At Heart führte ich mit der Band backstage ein kurzes Gespräch.

Die Flyer haben CAVE IN hier in Berlin als College-Rock angepriesen, worauf die Musiker nur müde lächeln konnten. Einzig, dass keiner von ihnen jemals ein College besucht hätte, war die Antwort. Zur Gesprächssituation soll erwähnt sein, dass die Jungs mit dem Sound im Club nicht zufrieden waren und gestresst bis müde waren. Steve schoss dennoch nach: "Wenn mich meine Eltern fragen, sage ich immer, wir seien eine Rock- Band. Das ist sehr allgemein und trifft es trotzdem; besonders heute."

Immer wieder hört man ja von Problemen mit Fans, die vorrangig

die alten Songs der Band hören wollen. Toleranz wird leider nicht überall groß geschrieben: "Wir spielen schon noch einige alte Songs, aber leider treffen wir noch immer auf Leute, die nur alte Stücke hören wollen. Spielen wir unseren jetzigen Stil, schauen sich die das Leute etwa sechs Songs an, verlieren das Interesse und gehen nach Hause. Trotzdem spielen wir sehr gerne live. Hier in Europa läuft es übrigens besser; in den Staaten spielen wir durchschnittlich 40 Minuten und hier eine ganze Stunde."

Die Europa-Tour lief demnach erfolgreich: "Natürlich freuen sich die Leute uns endlich einmal live zu sehen. Die meisten machen sich eine gute Zeit, doch leider hängt das noch immer davon ab, welche Stücke wir spielen. Insgesamt läuft es aber gut." Erwartungen hatte die Band übrigens nicht: "Wir stiegen ins Flugzeug und ließen alles auf uns zukommen. Für uns ist es jedoch etwas besonderes, denn durch die Staaten sind wir schon oft getourt. Wir kennen die Städte und wissen, was wir zu erwarten haben. Mit der Zeit wird das langweilig. Hier ist es anders, denn wir wissen nicht, was passiert. Wir versuchen möglichst viel von den Städten zu sehen, auch wenn die Zeit knapp ist. Es ist schön herumzulaufen und Leute eine andere Sprache sprechen zu hören."

CAVE IN arbeiten derzeit fleißig am dritten Album. Auf Hydra Head kam unlängst eine neue 7Inch heraus, die den Sound der "Jupiter" Songs ausbaut. Alles scheint noch stimmiger zu sein: "Ja, die neuen Songs sind definitiv geradliniger. Wir haben uns diesmal stärker auf die kleinen Details konzentriert, da wir mehr Zeit hatten. Wir sind schon gespannt, was nach dem Release geschehen wird; wie viele Leute die Platte kaufen."

In Sachen Popularität hat die Band noch arg am Stilwechsel zu knabbern. Dennoch haben die Musiker nicht aufgesteckt und gehen ihren Weg weiter: "Wir sind nicht die Band, die jedem gibt, was er will und doch kommen noch immer Leute zu unseren Shows. Ob die Leute uns mögen oder nicht, kann ich allerdings nicht sagen."
 
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