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Sportfreunde Stiller

Interview von: Matthias Rauch mit Sportfreunden, am: 14.04.2004 ]

Ein Burli wird geboren und in die Welt gesetzt. Die Erwartungen an den Kleinen sind hoch von allen Seiten und man will eben alles richtig machen. Doch der Burli wird in seinem Leben Fehler begehen, aus denen er lernen wird und doch gerade weil er nicht unfehlbar ist, mögen ihn alle. Sympathischer hätte er nicht werden können. Ein großer Schritt für die Menschlichkeit. Wir waren mit den Eltern beim Elternabend mit anschließender Notenkonferenz. Hier ein kleiner Auszug. Aus dem Burli wird mal was.

 

Musicscan: Warum habt ihr euch jetzt eigentlich auf "Burli“ geeinigt?  Da waren doch meiner Meinung nach sehr viel interessantere und vor allem aussagekräftigere Titel im Vorfeld im Gespräch?

Sportfreunde Stiller: Da wir aus Bayern stammen, Burli normaler Sprachgebrauch ist mit großer Bedeutung für uns, hätte es bei dieser platte keinen aussagekräftigeren Titel geben können.

Musicscan: Wo seht ihr musikalisch wie auch inhaltlich die Weiterentwicklung zu eurem äußerst erfolgreichen Vorgängeralbum?

Sportfreunde Stiller: In der Kompaktheit der Soundanlegung und in der entschlossenen Art, Lieder zielstrebig zu gestalten. konsequenter klingen zu lassen. Wir haben die Grenzen mehr aber zugleich deutlicher ausgelotet.

Musicscan: Für meine Ohren klingt "Burli“ noch mal sehr viel poppiger und vor allem doch sehr üppig mit der Synthiekeule ausgestattet?  Soll es jetzt doch das Stadion sein oder wie kam es zur noch stärker poplastigen Ausrichtung?

Sportfreunde Stiller: Da stehst du in deiner aussage ziemlich alleine da. Vor allem die synthetischen Sounds haben wir äußerst reduziert. Analoge Töne mehr eingebettet und sehr viel mit Gitarre gearbeitet. Fast alle meinen, dass es bei weitem härter klingt - bis auf die Single natürlich.

Musicscan: Die neue Platte zeigt jedoch auch Konstanten, wie z.B. Uwe Hoffmann.  Was kann der Mann, was andere nicht können und inwieweit hat Spanien in dieser Gleichung etwas zu tun?  Könntet ihr euch mittlerweile auch vorstellen mit einem anderen Produzenten zu arbeiten?

Sportfreunde Stiller: Das ist durchaus vorstellbar. Jedoch haben wir bis jetzt immer ein hervorragendes Ergebnis geschaffen. Und Spanien bedeutet für uns störfreies und konzentriertes Arbeiten.

Musicscan: Rein textlich gesehen, scheint ihr immer den direktesten Weg zu suchen. Ist da nicht auch eine gewisse Unsicherheit oder Angst dabei, wenn man sich so nackt macht, ohne sich hinter Pseudosubtilität zu verstecken?  Ich denke da unter anderem an Songs wie "Was Ich Behaupten Kann“.

Sportfreunde Stiller: Wie sagst du denn deiner Feundin, dass du sie liebst: meine Zynik des Verständnislosen ist konträr zum Wiederlegten in der Wurzel deines Erachtens die innere Anziehung betreffend das Maß aller Zuneigung, das in meiner Hülle aufzustoßen beginnt, sobald dein Antlitz das Meine streichelt? Und mit dem Wort Pseudosubtilität kann ich bei Musik, das ein Gefühl darstellen soll (in unserem Fall zumindest) sehr wenig anfangen.

Musicscan: Woraus zieht ihr die Kraft oder Energie für euren bewundernswerten und beispiellosen Optimismus?

Sportfreunde Stiller: Das sind zum einen Grundbedürfnisse und -einstellungen, zum anderen aus unserer Freundschaft. Der Drang, immer einen Lösungsweg anzubieten und Alternativen anzubieten spielt auch eine Rolle.

Musicscan: Inwieweit haben sich die Ziele der Band seit den Anfangstagen verändert, falls sie dies überhaupt haben?

Sportfreunde Stiller: Ziele werden immer wieder neu formiert. Schritt für Schritt wird in Richtung Zukunft geprescht!

Musicscan: Ihr seid für mich schon immer eine Band gewesen, die das Persönliche und Zwischenmenschliche in den Mittelpunkt gestellt hat.  Inwieweit hat sich die Beziehung zwischen euch dreien über die Jahre verändert?

Sportfreunde Stiller: Eigentlich kaum. Da man sich fast täglich sieht, weiß man, wie man mittlerweile miteinander umgehen muss. Die Einheit ist sehr stark und fast nicht zu knacken. Freunde fürs Leben, sozusagen.

Musicscan: Fühlen sich die Sportfreunde Stiller manchmal wie ein Job an oder habt ihr euch eine gewisse Unschuld bzw. Naivität über die Jahre erhalten können? Wenn ja, wie?

Sportfreunde Stiller: Klar ist das auch ein Job. Wir wollen ja unsere Mieten bezahlen. Allerdings ein Job, der das Hobby mit einbezieht. Somit ein Traumjob!

Musicscan: Ihr seid ja mittlerweile so etwas wie Medienprofis geworden, die sich fast in jedem Format "verkaufen“ können, also genauso bei Viva Interaktiv oder MTV TRL wie auch in Medien mit einer "seriöseren“ Ausrichtung präsent seid? Gab es da jemals Überlegungen solche Formate wie "Interaktiv“ nicht zu machen bzw. seht ihr da nicht die Gefahr, dass die Band in einen wenn nicht falschen, dann aber doch sehr verfremdeten Kontext gerückt wird?

Sportfreunde Stiller: Das könnte man nun endlos diskutieren. Im Endeffekt sollte es allen ands, die ehrliche Handarbeit betreiben, ein Anliegen sein, der Jugend zu präsentieren, dass neben der Konservenmusik auch echte Musik besteht. Solange wir über Musik sprechen können und uns nicht für Bravo-Girl ausziehen...aber es gibt definitiv interne Diskussionen, welche Plattformen man nützen will.

Musicscan: Wie sehen eure Pläne für die nahe Zukunft aus?

Sportfreunde Stiller: Touren, touren, touren!

Musicscan: Drei momentane Lieblingsplatten und -bücher?

Sportfreunde Stiller: Platten: Billy Talent, Beatsteaks, Hundred Reasons.
Bücher: Stephen Fry "Der Sterne Tennisbälle"; Yann Martel "Schiffbruch Mit Tiger"; Wolfram Fleischhauer "Das Buch, Indem Die Welt Verschwand"

Musicscan: Wollt ihr noch was loswerden?

Sportfreunde Stiller: Behandelt den Burli fair. Gebrannte Kinder zahlen kräftig zurück! Viel Glück im weiteren Verlauf des Lebensstandards und in Burli we trust!

 
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