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God Forbid

Storie von: arne, am 02.04.2004 ]

Diesmal hat das Quintett aus New Jersey wirklich ALLES richtig gemacht; der nunmehr dritte God Forbid- Longplayer "Gone Forever" (Century Media) ist eine richtig abwechslungsreiche und zugleich gut brutale Scheibe geworden.

 
Was sich auf dem Vorgänger "Determination" nur streckenweise andeutete, ist nun endlich in den Mittelpunkt gerückt; God Forbid fahren vordergründig einen progressiven Sound zwischen den Polen aggressiv-Death-metallisch und melodisch-eingängig. Der Fünfer fällt in eine Kategorie mit Größen wie Killswitch Engage, Lamb Of God oder Shadows Fall und mit ihrem "Gone Forever" stehen sie mit den genannten auf einer Stufe.

Die neun Songs sind im Trax East entstanden, das u.a. für die letzten Longplayer von Atreyu und Every Time I Die bürgt. God Forbid warten mit divers arrangierten, knalligen Stücken auf, die einen hohen Unterhaltungswert mitbringen. Die Verschmelzung von Death, Thrash und Hardcore wird seit Jahren von vielen Bands gefahren und doch schaffen es die Musiker problemlos, eigenständig und wiedererkennbar zu klingen.

Die Hart-Zart-Mischung geht auf; klingt überzeugend ungezwungen. Die Songs sind durchweg catchy und den entscheidenden Unterschied markiert Shouter/Sänger Byron. Es ist schier unglaublich, wie variabel und kräftig er auftritt. Da wundert es kaum, dass God Forbid auf die Headbanger's Ball- Tour gebucht sind. Es passt einfach und geht mit der modernen Ausrichtung der Band einher:

„Wir verfolgen mit God Forbid den Anspruch stets frisch und unverbraucht zu klingen und uns selbst nicht zu wiederholen. Das gilt auch für die Spanne von Song zu Song. Als Band wollen wir nicht in ein bestimmtes Schema verfallen. Alle großen Acts haben sich eine eigene Identität erarbeitet, und ihre Songs hatten ein eigenes Leben. Ich hasse Alben, auf denen nur die ersten beiden Songs gut sind und die Band sich dann pausenlos wiederholt. Es gibt viele Bands, die nach diesem Schema verfahren, aber wir suchen stets die Herausforderung. Bands wie Motorhead oder AC DC treten Ärsche, aber Bands, die sich kontinuierlich entwickeln, sind für mich spannender. Gerade deshalb sind die Beatles die größte Band, die es jemals gab.“

Den großen Vorbildern folgend, hat sich das Quintett


aus New Jersey diesmal nicht lumpen lassen und „Gone Forever“ markiert den bislang stärksten Output:

„Das Album ist definitiv offener und atmosphärischer. Das hat zwei Gründe, zum einen sind wir als Musiker gewachsen und zum anderen stärker von Rock-Musik beeinflusst. Das hört man sehr deutlich und doch sind wir sowohl melodisch als auch dunkel geblieben. Die Tour mit Opeth hat in dieser Beziehung deutliche Spuren hinterlassen. Ab und an denken wir heute wie eine Prog-Band, aber grundlegend konzentrieren wir uns auf klassische Strukturen mit Versen und einprägsamen Chören. Mich persönlich würde ein noch progressiveres God Forbid-Album mit längeren Songs der Richtung „...And Justice For All“ nicht überraschen. Dunkle Melodien, wie man sie etwa von den Deftones, Radiohead, Katatonia her kennt, sind ein Element, das wir schon jetzt mit unserem schweren, thrashy Sound verbunden haben. Das ist weiter ausbaubar und gibt den Songs eine gewisse epische Qualität, die uns sehr gefällt.“

Das verspricht für die Zukunft noch eine Menge. Musikalisch hat sich der Schwerpunkt von God Forbid zugunsten eines druckvolleren Live-Sets nachvollziehbar verschoben:

„Es ist von Beginn an klar, dass “Gone Forever” kein weiterer Thrash-Kracher ist. Anfangs versuchten wir thrashiger zu klingen, aber es passte einfach nicht mehr. Es zerstörte den Fluss der Stücke und fühlte sich nicht länger richtig an. Wichtig war zudem, dass die Songs auch live gut funktionieren würden. Auf unseren anderen Releases gibt es einen Haufen Tracks, die live nicht umsetzbar sind, weil in ihnen zu wenig passiert. Das wollten wir diesmal von Beginn an vermeiden, denn alle„Gone Forever“ Stücke sollten auch live knallen. Das haben wir gut gelöst, denke ich. Gerade auch deshalb ist das neue Material ein wenig entspannter und nicht länger so dominant technisch angelegt. Dennoch erkannt man uns nach wie vor an den typischen God Forbid-Riffs. Gerade auf die Leads haben wir wieder viel Zeit verwendet.“

 
 Links:
  God Forbid
  Century Media
 
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