Go There
INFOS > Interviews-Stories > Details
/ 1 2 3 6 A B C D E F G H I J K L M N O P R S T U V W X Y Z [
Interviews/Stories gesamt: 1796

Mourning Ends

Interview von: arne mit Sascha, am: 04.03.2004 ]

Erschien der letzte Longplayer der Thüringer Death Metal Band Mourning Ends noch auf Ars Metalli, kommt “Different Ways“ nun über den MetalCore-Verlag Circulation. Der Album-Titel gibt die Richtung vor, die Band ist nach gewichtigen Line-Up-Wechseln noch hörbar im Prozess der Umorientierung und Neufindung. MOURNING ENDS präsentieren sich nunmehr als melodische Death Metal- Band im Fahrwasser von Größen wie Shadows Fall, In Flames oder Soilwork. Melodie-getriebene Tempo-Parts, typisch schwedisch angelegt, werden immer wieder mit langsameren, Chor-unterlegten Passagen kombiniert und das klingt richtig gut.

 

Musicscan: Stellt Mourning Ends doch zunächst einmal mit kurzen Worten vor. Was sollte man über Euch wissen, womit bekommt man es zu tun?

Mourning Ends: Wir haben uns Anfang ´98 als Sechstett gegründet und in dieser Formation ein Demo und drei Alben aufgenommen (wobei „See My Spirit Arise“ nicht veröffentlicht wurde). Die ersten beiden Alben, „Schlachtenkönig“ und „Kriegerseele“ waren mehr oder weniger Pagan – Metal Scheiben. Das unveröffentlichte Album war schon mehr Death – Metal – lastiger, mit ein paar progressiven Parts. Die aktuelle (vierte) LP ist wohl am besten mit melodischen Death – Metal zu beschreiben. Wer sich von uns erst einmal ein musikalische Vorstellung machen möchte, dem sei unsere neue Internetseite wärmstens empfohlen. Dort findet ihr von allen Scheiben ein paar Songs zum Download.

Musicscan: Gibt es eine Idee, die hinter der Band steht? Aus welcher Motivation heraus besteht die Band, wie lassen sich Eure Ziele in Worte fassen?

Mourning Ends: Jedes Mitglied spielte schon vorher in verschiedenen Bands, unterschiedlichster Stilrichtungen. Mit Mourning Ends wollten wir für uns einfach etwas Neues machen und Spaß zusammen haben. Wir hatten keine höheren Ziele, wir spielten unsere Musik, gaben Konzerte und feierten mit den Fans. Heute hat sich daran nicht viel geändert; wir spielen die Musik die uns Spaß macht und die wir selber gern hören. Wenn unsere Lieder anderen Leuten gefallen und sie auf unsere Gigs kommen, um mit uns zusammen zu feiern, ist das natürlich noch besser.

Musicscan: Der Break zwischen dem letzten und dem neuen Album ist doch gewichtig und ging mit Line – Up – Wechseln einher. Warum habt ihr nicht einen vollkommenen Neuanfang gewagt? Mourning Ends von heute sind ja nur bedingt mit denen der Vergangenheit zu vergleichen...

Mourning Ends: Der Break war kein großer Knall, nachdem uns plötzlich drei Leute fehlten. Er war vielmehr ein fließender Prozeß. Der Unterschied zwischen unseren letzten beiden Veröffentlichungen ist für den Hörer deswegen so hart, weil ihm ein ganzes Album dazwischen fehlt. „Kriegerseele“ wurde 2000 aufgenommen und erst viel später veröffentlicht. Zu diesem Zeitpunkt stand die Hälfte der Songs zu „See My Spirit Arise“, welche wir noch in der Originalbesetzung einspielten. Aber es kam leider nicht zur Veröffentlichung. Anfang des Jahres 2003 verließ uns dann unsere Keyboarderinn, während wir an neuen Songs feilten. Jörn unser Sänger stieg dann irgendwann im August aus und Mike arbeitete bis zuletzt an der Entstehung zu „Different Ways“ mit. Während dieser langen Zeit des “Breaks“ haben wir weiter mit dem verbleibenden Line – Up Musik gemacht, uns also stetig weiterentwickelt und deswegen keinen ernsthaften Grund gesehen unter neuer Flagge zu starten.

Musicscan: Was waren denn die Hintergründe der Wechsel und wie habt Ihr die neuen Mitglieder rekrutiert?

Mourning Ends: Unsere Keyboarderin hat uns verlassen, weil sie sich voll und ganz auf ihr Studium konzentrieren wollte. Jörn ist aus musikalischen Gründen ausgestiegen, er hätte die Zukunft der Band lieber unter einem anderen Stern gesehen. Er wollte aber der Entwicklung von Mourning Ends nicht „im Wege stehen“ und hat daraus seine Konsequenz gezogen. Mike hat sich in der zweiten Hälfte ´03 beruflich selbständig gemacht und ist Vater von zwei Kindern. Er hatte einfach keine Zeit mehr sich so für die Band zu engagieren wie er und der Rest der Band es wollten. Auch er zog seine Konsequenzen und ging schweren Herzens. Ich muß dazu sagen daß wir uns mit allen Drei im Guten getrennt haben, es gab kein böses Blut. Astrid treffen wir hin und wieder auf Konzerten, wenn wir selbst zum Publikum gehören, Mike hat von Zeit zu Zeit beruflich mit Markus zu tun und Jörn gehört noch immer zum festen Freundeskreis. Wir kennen die Jungs von HSB schon lange, seit letztem Jahr teilen wir uns einen Proberaum. Nach dem Jörn ausgestiegen war suchten wir natürlich nach einem neuen Sänger, Patrick gefielen die neuen Songs und er hatte Lust einmal wieder zu singen. Da wir auch menschlich bestens miteinander auskommen, lag es nahe ihn als neuen Sänger zu rekrutieren.

Musicscan: Wie seht Ihr Euch denn mit der neuen Platte positioniert? Was für Musik spielt ihr die Tage?

Mourning Ends: Wir spielen jetzt wohl eher melodischen Death – Metal mit gelegentlichen HC – Einschlägen. Aber die Schreiberlinge und nicht zuletzt die Leute die sich unsere Scheibe kaufen, werden unsere Musik schon irgendeinen Namen geben, da bin ich mir sicher ;-).

Musicscan: Auch der Wechsel von Ars Metalli zu Circulation ist schon beachtlich, geht aber klar mit eurer Umpositionierung einher. Warum habt Ihr euch aber genau Circulation herausgesucht?

Mourning Ends: Ars Metalli haben von ihrer Seite aus, den Vertrag nicht eingehalten. Irgendwann war dort niemand mehr zu erreichen, es wurde weder auf Briefe noch auf Anrufe reagiert. Wir haben uns richtig kräftig verarschen lassen und standen nach „Kriegerseele“ praktisch ohne Label da. Wir wollten nicht schon wieder eine Pleite mit unserer Label – Wahl erleiden, waren also ziemlich vorsichtig beim Auswählen. Circulation haben letztendlich den Zuschlag bekommen, weil sie einfach das bessere Angebot gemacht haben. Dazu kommt das wir uns auch persönlich sehr gut mit der Crew verstehen, wir liegen irgendwie auf der gleichen Wellenlänge. Bis zum jetzigen Zeitpunkt sind wir wirklich zufrieden mit der Arbeit die dort für uns geleistet wird.

Musicscan: Ich finde es gut, dass nicht überall gleich groß steht, Patrick von HSB ist jetzt neuer Shouter. Warum habt Ihr aber darauf verzichtet? Es hätte Euch doch definitiv mehr Aufmerksamkeit eingebracht, denn nicht jeder erkennt das sofort...

Mourning Ends: In der Tat wir standen in der Versuchung mit Patrick Werbung zu machen. Aber wir wollten nicht die „kleinen Brüder von HSB“ sein, zumal Patrick auch “nur“ singen will und Nichts zu den Songs beigesteuert hat. Er kam erst dazu als die Songs zu „Different Ways“ schon standen. Ich glaube auch nicht das wir dadurch mehr Alben verkaufen.

Musicscan: Wenn Ihr Eure musikalische Entwicklung bis heute an wichtigen Eckpunkten festmachen müsst, welche wären das?

Mourning Ends: Wichtige Eckpunkte für die Geschichte einer Band sind natürlich die Deals die man für seine Alben bekommt, auch wenn wir bis zur „Kriegerseele“ nur in die Scheiße gegriffen haben. Auftritte kommen dazu, an denen man besonders viel Spaß hatte oder auf dem Weg dahin sein Auto kaputt macht usw. ;-). Es gibt viele Momente an die man sich erinnert. Für mich sind unsere Eckpunkte eindeutig die Alben die wir gemacht haben und leider auch das Aussteigen einiger Members.

Musicscan: Wie seid Ihr denn an die Arbeit an der neuen Platte gegangen? Habt Ihr vorher über Eure neue Ausrichtung gesprochen oder kam das ganz zwanglos durch die neuen Mitglieder und die Proben?

Mourning Ends: Wie gesagt; das aktuelle Album ist aus unserem Entwicklungsprozeß heraus entstanden. Wir haben uns nie vor einer Scheibe hingesetzt und uns überlegt was wir machen wollen. Es entsteht ein Song, dazu wird ein Text geschrieben und wenn das zusammen auch nach der zehnten Probe immer noch gut klingt wird er wohl auf das nächste Album kommen.

Musicscan: Wie entstehen generell Eure Songs? Gibt es einen Band – Kopf oder ist die ganze Band für´s Erstellen verantwortlich?

Mourning Ends: Bisher lief es so, daß Markus, Mike oder Astrid eine Idee mit in den Proberaum brachten und daran herumgebastelt wurde (oder auch nicht) bis es ein Song war. Die Zahl unserer musikalischen Köpfe hat sich ja nun verringert. Jetzt ist Markus mehr oder weniger allein für den musikalischen Part verantwortlich, zumindest was das riffing betrifft, das “Zusammenbauen“ machen wir dann wieder alle gemeinsam. Steht einmal ein Song schreibe ich einen Text dazu. Danach wird noch ein wenig gefeilt und beim nächsten Gig wird er live getestet.

Musicscan: Was mir gefällt und auffällt, ist, daß der Sound sehr offen gehalten ist und noch dazu eine sehr moderne Note mitbringt und frisch wirkt. Habt ihr so etwas wie eine große Vision die eigene Musik betreffend? Lässt sich das in Worte fassen?

Mourning Ends: Als die Songs im Proberaum entstanden sind, hatten wir natürlich eine Vision davon wie die Songs am Ende auf CD zu klingen haben. Im Studio haben wir dann versucht möglichst nahe an diese Vision heran zukommen. Im nachhinein findet man immer etwas, was hätte besser sein können. Aber wir sind zufrieden mit dem Album, so wie es ist.

Musicscan: Welche Erwartungen knüpft Ihr denn an das neue Release? Wie sieht bislang das Feedback aus?

Mourning Ends: Das bisherige Feedback sieht sehr gut aus. Allerdings kommen einige Schreiberlinge die die ersten beiden Alben mochten mit dem aktuellen Album, verständlicherweise, nicht so gut zurecht. Deswegen sind meine persönlichen Erwartungen auch nicht übermäßig hoch. Jetzt heißt es erst einmal die Scheibe den Leuten Live vorzustellen, alles andere wird sich zeigen.

Musicscan: Wen spricht wohl allgemein Eure Musik / Euer Stil an? Wo seht Ihr Eure Hörer?

Mourning Ends: Ich denke für Leute die mit melodischen Death - Metal etwas anfangen können, ist unseres Album das Richtige.

Musicscan: Mit welchem Anspruch geht Ihr allgemein an die Band?

Mourning Ends: Bei all dem Spaß den wir mit und durch die Musik haben, gehen wir natürlich mit einer gewissen Ernsthaftigkeit an das Thema Mourning Ends heran. Dazu gehören regelmäßige Proben mit der Band aber auch allein um sein spielerisches Können auf und auszubauen. Wir haben den Anspruch, unserer Meinung nach, gute Musik zu machen und alles was dies möglich macht zu tun.

Musicscan: Habt Ihr irgendwelche Tour – Pläne um das Release live zu supporten oder wird sich das auf gelegentliche Wochenendgigs beschränken?

Mourning Ends: Da die Hälfte von uns einen Job hat und wir sehen müssen das sich unsere Gigs nicht mit denen von HSB überschneiden, planen wir vorläufig nur Einzelgigs. Wobei wir für Angebote immer ein offenes Ohr haben. Einzelheiten über uns und unsere Gigs, könnt ihr auf unserer neu gestalteten Webseite: www.mourningends.de erfahren.

Musicscan: Letzte Worte?

Mourning Ends: Ich danke Dir für das Interview, fordere alle Leser dieses Interviews auf unser neues Album „Different Ways“ zu kaufen ;-) und grüße alle Fans and Friends, wir sehen uns.

 
 Links:
  Mourning Ends
  Circulation Records
 
oben
Platte der Woche:

Die letzten Reviews:

  Amaranthe
  Kill The Lights
  Plague Years
  Symmetric Organ
  Living Gate

Interviews/Stories:

  New Hate Rising
  Dance Gavin Dance
  Make Them Suffer

Shows:

  24.09. Ray Wilson - Datteln
  25.09. Ray Wilson - Menden