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The Wohlstandskinder

Interview von: Nicola mit Caddy&Raki, am: 29.02.2004 ]

The WOHLSTANDSKINDER haben schon tausende Alben aufgenommen und gehören schon fast in jeder Location zum Inventar. Diese Erfahrungen sind das Ergebnis des neuen Albums "DEZIBELKARATE", das soeben auf Motor erschienen ist. Wir hatten einige Fragen an die Jungs:

 

Musicscan: Habt ihr schon viele Interviews gegeben? Und was ist das für ein Gefühl ... komische Sachen gefragt zu werden?

The Wohlstandskinder: Caddy: Ja, um die Interviews kommt man ja nicht drum rum. Interresse an Musik bedeutet ja nicht nur volle Konzerte, sondern auch viele Interviews. Und meistens sind die Sachen gar nicht so komisch, sondern eher langweilig. Das Gefühl, langweilige Sachen gefragt zu werden ist dann auch langweilig.

The Wohlstandskinder: Raki: In letzter Zeit häufen sich die Interviews. Dabei zeigt sich, dass es viel lustiger ist, komische Sachen gefragt zu werden, als immer die gleichen!

Musicscan: Was treibt ihr gerade so und was ist in nächster Zeit so in Planung?

The Wohlstandskinder: Caddy: Gerade sind wir zurück vom ersten zusammenhängenden Teil unserer Popmassaker - Tour und müssen erstmal ein paar Tage schlafen. Wir werden weiterhin Konzerte spielen, das müssten dieses Jahr noch so um die 50 Stück werden, zwischendurch sollten wir mal neue Songs schreiben und sie auch aufnehmen...

The Wohlstandskinder: Raki: Gerade verkleiden wir uns und stellen den Apfelkorn für Karneval kalt. Wenn wir dann nicht mehr schielen, beginnen die nächsten Konzerte. Und so geht es dann immer weiter - auswärts saufen, zu Hause saufen, auswärts saufen, ....

Musicscan: Ich hab zig Flyer mit eurem Namen gesehen, also ihr habt viel in kleineren Clubs mit einen Haufen Nachwuchsbands gespielt. Was ist jetzt anders als früher?

The Wohlstandskinder: Caddy: Diese Tour findet zum ersten mal überwiegend in den "amtlichen" Clubs statt. Die Leute, mit denen man jetzt arbeiten, haben ein viel höheres Selbstverständnis von "professionellem Arbeieten", was uns sehr zu gute kommt, da wir auch an uns selbst hohe Ansprüche haben und immer schauen, was besser gemacht werden kann oder welche Schritte nötig sind, um einen geschmeidigen Ablauf des Abends zu garantieren. Früher war das dann doch eher Freestyle, was sehr nett sein kann, aber auch öfters schmerzliche Verluste einfordert...

The Wohlstandskinder: Raki: Wir hatten erstmals die Möglichkeit, einen größeren Einfluss auf die Vorgruppenauswahl geltend zu machen, dadurch hatten wir mehr Spaß unterwegs und konnten einen reibungsfreieren und hochwertigeren Ablauf der Abende garantieren. Außerdem hat das Zusammenspiel von Band und Crew so gut geklappt, wie noch nie.

Musicscan: Könnt ihr euch noch an eine Band namens Scrambled Eggs erinnern?

The Wohlstandskinder: Caddy: An den Namen ja, leider nicht die Band.

The Wohlstandskinder: Raki: In München haben wir Eier im Glas zum Frühstück gegegessen. Alle Erinnerung, die vor München statt fand, hab ich in zwei Flaschen Rotwein ertränkt.

Musicscan: Wie seid ihr zu dem krassen Deal mit Motor gekommen und bei welchem Label seid ihr vorher gewesen?

The Wohlstandskinder: Raki: Durch Klüngel: Ein Kumpel von uns hat dort den Job bekommen, den man braucht, um neue Bands zu rekrutieren. Zuvor war dieser jener Kumpel mit seiner Band Schrottgrenze ebenso wie wir auf dem Independent Label Vitaminepillen.

Musicscan: ich hab ein paar reviews gelesen, viele vergleichen euch mit den Ärzten oder Stempeln euch als weitere als Teeniepoppunkband ab. was haltet ihr von solchen aussagen und inwiefern tangieren sie euch?

The Wohlstandskinder: Caddy: Mit Vergleichen hab ich kein Problem, solange sie positiv einzuordnen sind. Was sind denn Teeniepoppunkbands? Die DONOTS? Find ich super, weiss aber nicht, ob wir denen tatsächlich ähneln. BUSTED? Mit so was hab ich nix zu tun und mir gehen solche bands am Arsch vorbei. Grundsätzlich wünschte, ich, die Meinung anderer über meine Musik wäre mir egal, ist es aber nicht. Ein Verriss tut immer erstmal weh, es sei denn er kommt von der Bravo oder der Praline. Bei beiden Gazetten gab es aber positive Feedbacks.

The Wohlstandskinder: Raki: Wir sind eine weitere Teeniepuppunkband. Wer uns mit den Ärzten vergleichen will, soll das gerne tun. Das tut weder uns, noch den Ärzten weh.

Musicscan: was war das krasseste Erlebnis, das ihr mit den Wohlstandskindern hattet?

The Wohlstandskinder: Caddy: Da gabs schon so'n paar Schoten, die einen zusammenschweissen. Eine rauszupicken ist da immer etwas schwierig. Ich erzähl aber mal die aus Bern. Am Tag unseres Konzertes in Bern anno 1997 waren in selbiger Stadt die Chaostage angekündigt. Präventiv nahmen die Bullen alles fest, was nach Punker aussah (also auch rotgefärbte Techno - Kids aufm Weg zur Schule). Wir durften uns also mit der polizeilich gesuchten Veranstalterin 6 Stunden in einer Hütte im Wald verstecken, bis gegen Mitternacht klar war, dass wir das Konzert an einem anderen, "geheimen" Orte durchführen könne. Eine Notschlafstelle unter der Leitung eines Verrückten (verblüffende Ähnlichkeit mit Lemmy Kilmister) mit Kalashnikov unterm Tresen. Bezeichnenderweise direkt gegenüber dem Knast.Wir spielten sturzbetrunken nachts um 3 vor 2 zahlenden Gästen. Ich glaube, noch nichtmal irgendwelche Songs von uns. Diese Tour fuhren wir überigens fast komplett ohne Lichtmaschine, was bedeutete, andauuernd Starthilfe erschnorren zu müssen und nchts kein Licht zu haben. Riskant.

The Wohlstandskinder: Raki: erwachsen werden!

Musicscan: würdet ihr euren anfänglichen Stil als Deutschpunk bezeichnen?

The Wohlstandskinder: Caddy: Punk ja, deutsch auch. Aber der Stempel Deutschpunk war Bands wie Slime, Daily Terror, Toxoplasma sowie deren schlechten Kopien (BUMS etc...) angehefetet. Und wir ähnelten diesen Bands damals schon nicht.

The Wohlstandskinder: Raki: Nein, als Popskapunk

Musicscan: was sind momentan die Alben die euch persönlich gefallen!

The Wohlstandskinder: Caddy: The Darkness - Permission to Land, Schrottgrenze - Vaganten und Renegaten, Chefdenker - 16 Ventile in Gold, Faith No More - King for a day..., Euro Boys - Jet Age ....und hundert andere!

The Wohlstandskinder: Raki: Machine Head - Through the Ashes of Empires Whyte Seeds - Memories of Enemies

Musicscan: wie läuft eure Scheibe? seid ihr zufrieden oder hättet ihr mehr erwartet?

The Wohlstandskinder: Caddy: Verglichen zu den alten läuft sie natürlich traumhaft, was aber auch an der hören Promokraft des Majors liegt. Erwartet hab ich gar nichts, was meine Art ist, Enttäuschungen aus dem Weg zu gehen.

The Wohlstandskinder: Raki: Wir haben nicht mehr erwartet, sie läuft besser, als jede Vorhergehende, wir sind wieder einen Schritt weiter, und damit sehr zufrieden.

Musicscan: mit wem würdet ihr gerne 1mal die bühne teilen? (band die es noch gibt!)

The Wohlstandskinder: Caddy: Immer wieder Spass macht es mit den D-Sailors, Schrottgrenze oder Kapelle Petra. Ein utopischer Traum (wäre auch eine grausam unpassende Bandzusammenstellung) sind allerdings AC/DC, Iron Maiden oder Turbonegro.

The Wohlstandskinder: Raki: Sportfreunde Stiller. Die kennen wir zwar nicht persönlich, aber wir glauben, dass wir damit dem Publikum was Gutes täten.

Musicscan: wart ihr auch mal politisch in euren texten und musikalischen einstellung?

The Wohlstandskinder: Caddy: Ja. Textlich, wohlgemerkt. Musikalisch politisch zu sein, stell ich mir schwer vor. Unsere Einstellungen haben wir aber ausreichend vertreten und müssen uns da glaub ich nicht wiederholen.

The Wohlstandskinder: Raki: Mäßig. Wir konzentrieren uns auf die Politik des Zwischenmenschlichen.

Musicscan: wie ist euer verhältnis zu anderen bands? irgendwelche tiefergründigen freundschaften?

The Wohlstandskinder: Caddy: Mit den Jungs von Schrottgrenze und D-Sailors verstehen wir uns blendend. Das ist Bandkonsens. Da gibt es auch jede Menege private Kontakte, Besuche, Telefonate oder auch Orgien...

The Wohlstandskinder: Raki: Schrottgrenze!

Musicscan: was hab ich vergessen? was willst du/ihr noch loswerden?

The Wohlstandskinder: Caddy: Hört Musik! Habt Sex! Geht auf Konzerte! Kauft Platten! Trinkt Bier!

The Wohlstandskinder: Raki: Besser als über Musik zu lesen ist: Auf Konzerte gehen!

 
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