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Gadget

Storie von: arne, am 14.02.2004 ]

Die schwere Gitarren-Szene Schwedens bringt mit auffälliger Regelmäßigkeit richtig gute Bands hervor; egal, ob nun im Death-/Black Metal, Hardcore, Grind oder in möglichen Zwischenspielarten. GADGET sind klar in die Grind-Sparte zu zählen, auch wenn sie schon mit sehr deutlicher Crust- bzw. Hardcore-Schlagseite aufspielen.

 
Dieser Tage erscheint mit “Remote“ der Debüt-Longplayer der Kombo über Relapse Records. Zählt man Relapse, Grind und Schweden zusammen, könnte man schnell vermuten, es hier mit einem neuerlichen Nasum- Klon zu tun zu bekommen, doch das würde GADGET keinesfalls gerecht werden.

“Sweden’s new grindcore sensation“

Ultra-brutal und stark temporeich ackern sich die Schweden durch das eigene Programm. Für eine eigentlich sehr trocken angelegte Grind-Kombo geben sich GADGET dabei sehr offen, arbeiten sie doch auch immer wieder hörbar viel Melodie und kleinere Mosh-Parts mit in ihre Songs ein. Das Soundbild ist dabei stets so dunkel wie die Texte depressiv sind. Das Quartett schafft es schon mit seinem ersten Longplayer sich neben dem Gro andere Grind-Bands zu positionieren, denn GADGET klingen eigen; bringen eine präsente eigene Note mit, die man erst nach einigen Rotationen des Longplaysers so richtig zu schätzen weiß.

Relapse Records spricht in bezug auf die Jungs von “Sweden’s new grindcore sensation“ auch wenn mir das noch eine Spur zu hoch gegriffen scheint. In jedem Fall sind GADGET aber eine der besten Grind-Newcomer der letzten Zeit, die mit Sicherheit noch für gehörige Furore sorgen werden, wenn die Entwicklungskurve weiterhin so steil nach oben zeigt. Der bisherige Weg der Grinder verlief sehr geradlinig, aber auch sehr langsam. Immer wieder verhinderten Line-Up-Probleme einen schnelleren Fortschritt.

Erstes Achtungszeichen war die 2001er Split 7Inch mit Exhumed. In der Folge musste man dann bis zum “Swedish Assault“ Sampler der Relapse Underground Series warten, bis es neues Material der Brachial-Corer gab. ...und nun ist da endlich der erste Longplayer “Remote.“ Dieser rotiert nun fast eine halbe Stunde und ist ein absoluter Hassbrocken. Mit dieser schlichtweg brutalen Scheibe stellen sich GADGET problemlos ins Label-Programm neben Größen wie Nasum, Pig Destroyer oder Agoraphobic Nosebleed. Im Gespräch fasste mir Bandkopf William Blackmon (Drums, Gitarre und Shouting) zunächst kurz zusammen, mit welchen Problemen/Ansprüchen sich die Gruppe seit ihrer Gründung auseinandersetzt:

„GADGET ist eine feste Band und das bereits seit 1999 als wir starteten. Die Herausforderung zu Beginn bestand vor allem darin ein motiviertes Line-Up zu finden. Noch immer suchen wir einen Trommler. Die Initialzündung für GADGET war es dann, als ich Rikard in die Band holte. Das war kurz vor unserem ersten Demo-Tape. Die nächste Stufe nahmen wir durch den Kontakt zu Relapse, doch auch die ersten Gigs mit wechselnden Bass-Spielern und nur einer Gitarre fordern uns stetig neu heraus. Dennoch haben wir uns inzwischen als guter Live-Act etablieren können, worauf ich stolz bin. Wenn wir einen festen Trommler finden und endlich auch mit zwei Gitarren und zwei Shoutern auf die Bühne k


önnen, werden wir uns noch einmal deutlich steigern.“

Die perfekte Symbiose aus Death Metal und Punk.

Immerhin fanden die Schweden schnell zu ihrem brutalen Grind-Stil. Nachdem die Jungs zuvor im MetalCore nicht alle Vorstellungen umsetzen konnten, suchten sie nach einer krasseren Ausdrucksform und wurden schnell fündig: „GrindCore ist einfach die extremste Spielart, bei der man kein Corpse Paint braucht. Haha. Nein, GrindCore ist schlichtweg die perfekte Symbiose aus Death Metal und Punk und eben das haben wir gesucht. Ich höre alles von Disrupt bis Cannibal Corpse und wollte all meine Einflüsse zusammenbringen.“

Nimmt man “Remote“ als Kontrollgröße ist dieses Vorhaben glänzend umgesetzt. Dabei versuchen sich GADGET bewusst neben der breiten Masse der Grind-Bands im eigenen Land zu positionieren und davon gibt es ja einige:„Hier in Schweden interessieren sich viele Leute für GrindCore. Nachdem der Hype der San Diego-Szene niederging, suchten sie etwas Neues und gerade zu dieser Zeit veröffentlichten Nasum “Inhale/Exhale“ – darauf haben sich alle gestürzt und das hat bis heute nachhaltig Einfluss hinterlassen. Was uns von anderen absetzt, sind unsere dunklen, emotionalen Texte sowie die vordergründigen Death Metal- und Crust- Elemente, die man so nur selten hört. An erster Stelle sind wir natürlich eine Grind-Band, aber eine mit sehr vielen Einflüssen. Man kann Zitate von Hate Eternal bis Tragedy hören.“

In meinen Augen liegt die Stärke von GADGET in der bereits angesprochenen Symbiose aus trockenem Grind, einer gehörigen Portion Melodie, guten Mosh-Parts an perfekt getimten Stellen und schönen Crust-Zitaten. Diese Mischung ist schlichtweg explosiv, knallig ohne Ende und wird aufgrund des stets lockeren Soundbildes nicht langweilig. Die ganz straighten Grind-Knüppel-Parts werden jederzeit gut aufgefangen und “Remote“ klingt niemals monoton, was bei anderen Grind-Bands ja oft durch zuviel Geballer zu schnell der Fall ist.

„Only grind is real!”

Nicht grundlos sind GADGET auf einem der wichtigsten Verlage im Extrem-Underground gelandet und Relapse scheint wirklich das ideale Label den Schweden eine gewichtige Plattform zu liefern und die notwendige Aufmerksamkeit der Fans zu garantieren. Der Kontakt zwischen Band und Label wuchs mit der Entwicklung der Band selbst zwanglos mit:

„Einen Vertrag haben wir erst im letzten Jahr geschlossen, als wir mit der Arbeit am Album begannen. Das ist schon verrückt. Normalerweise starten Bands auf kleinen Labels und wechseln zu größeren, wenn sie Erfolg haben. Wir sind gleich von Beginn an auf Relapse.“

Mehr kann für eine junge Band sicherlich nicht gehen, das stimmt. GADGET haben es aber zweifellos verdient und vielleicht liegt der entscheidende Unterschied ja im Band-Motto: „Only grind is real!”

 
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