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Death By Stereo

Storie von: arne, am 02.01.2004 ]

Death By Stereo haben mich von Beginn an mit ihrer explosiven Mischung aus Punk, Hardcore, Metal mitgerissen. Hinzu kommt noch der zurecht legendäre Gesang von Efrem Schulz sowie jede Menge Melodie und fertig ist der dynamische West-Küsten-Cocktail. "Into The Valley Of Death" (Epitaph) heißt der aktuelle Longplayer der Band, die kürzlich die Resistance Tour spielte.

 
Im Backstage der Berliner Columbia Halle sprach ich mit einem gut gelaunten Efrem und einem ebenso munteren Paul Miner. Klar, dass es den Jungs so gut ging, schließlich brauchen sie zum Glücklichsein nicht viel: „Es geht an erster Stell darum, Spaß zu haben. Daraus ziehen wir unsere Energie und Motivation. Wenn man keinen Spaß hat, braucht man eine Sache auch nicht zu machen. Wir sind ein Haufen Freunde, die zusammen touren und ständig neue Freunde kennen lernen.“

Dennoch ist das Death By Stereo- Programm schon heftig, ging es doch nach der Rückkehr in die Staaten gleich weiter: „Wenn wir von dieser Tour zurück kommen, geht es gleich vom Flughafen aus auf die nächste Tour. Bis zur ersten Show fahren wir dann sechs Stunden.“ Motivationsprobleme kennen die Musiker aber nicht, schließlich haben sie in eben dieser Band ihre Passion gefunden: „Wir alle kamen zu Hardcore und Punk, weil wir alles andere nicht mögen. Ich selbst passte nie irgendwo anders hin. Erst im Punk habe ich mein zu Hause gefunden. Ich mochte weder die Schule, noch Sport, nur die Musik. Es hat dennoch lange gedauert eine Band mit ähnlich eingestellten Leuten zu finden und durchzustarten. Inzwischen haben wir schon drei Platten draußen.“

...und die sind noch dazu auch recht erfolgreich gewesen, was den Westküstlern auch schnell eine treue Fangemeinde bescherte. Auch hier in Europa, dass für Death By Stereo ein wichtiger Markt ist, wessen sich die Musiker auch bewusst sind: „Wir kommen mindestens ein Mal im Jahr auf eine möglichst ausgiebige Europa-Tour. Im April werden wir schon wieder hier sein. Natürlich ist es schwer seine Zeit gerecht aufzuteilen. Wir touren super viel in den Staaten und Kanada und vergessen dabei ab und an, dass es auch andere Länder gibt, aber wir sind immer gerne hier. Wir sind immer wieder gerne hier und werden auch jedes Mal wieder gut aufgenommen.“

Dennoch war die Band zuvor noch nicht in einem vergleichbar prallen Package wie dem der Resistance Tour unterwegs: „Diese Tour ist fantastisch. Auf keiner Tour zuvor hatten wir mit so vielen Bands so viel Spaß. Eigentlich ist es nur mit der Warped Tour vergleichbar, doch ist sie doch etwas völlig anderes, denn die Resistance- Tour hält in kleineren Clubs und man ist näher an den Fans. Wir wussten bereits in den Staaten, dass mit diesem Line-Up nichts schief gehen kann.“ So kam es schließlich auch und nahezu alle Bands wurden auch abgefeiert. Natürlich auch Death By Stereo, die mit ihrem frischen Sound von jeher auch die Leute problemlos überzeugen können, die sie zuvor nicht kannten:

„Wir heben immer


das Positive in den Vordergrund und verbreiten einfach gute Laune. Zu viele Bands sind so Hasserfüllt und ernst, dass sie den Spaß vergessen, weil sie sich selbst so ernst nehmen. Wir nehmen uns selbst und unsere Musik nicht zu wichtig und schreiben uns keine Parolen auf die Fahnen. Wir sind einfache Jungs, die zwar auch Texte mit Aussage haben, aber an erster Stelle Spaß haben wollen. Das grenzt uns ab, denke ich.“ Hinzu kommt, dass die Band auch musikalisch verschieden aufspielt und keinen Einheitsbrei liefert:

„Wir versuchen stets möglichst ausgeglichen zu klingen. Wir kümmern uns nicht darum, ob es nun Hardcore oder Punk ist. Wir haben verschiedenste Einflüsse und führen alles ungezwungen zusammen, eben all das, was uns gefällt. Das fehlte mir in den letzten Jahren. Die Szene hat eher stagniert als sich zu regenerieren. Das scheint langsam überwunden.“

Das beweisen auch die jüngsten Entwicklungen im großen/kleinen Hardcore-Segment, von denen sich Death By Stereo nicht überrascht sahen: „Musik im Allgemeinen und Hardcore im Konkreten laufen in einem stetigen Kreislauf, der sich alle Jahre selbst wiederholt. Nimm etwa Madball, viele Kids, die Madball vor acht Jahren nicht kannten, hören sie heute und die jungen wachsen nun mit Champion und Terror auf und lassen sich davon mitreißen. In meiner Jungend waren das Sick Of It All und das ist lange her. Alles kommt wieder.“

Um die gängigen Probleme im Punk-Underground haben sich Death By Stereo eh nicht gekümmert: „Wir haben uns von Beginn an nicht mit Problemen auseinander gesetzt und einfach unser Ding durchgezogen. Wir spielen mit jeder Band, egal welchen Stils, zusammen, wenn sie mit uns die Bühne teilen will. Es ist dabei egal, ob uns die Leute mögen oder nicht. Wir sind einfach Death By Stereo und haben Spaß. So lange wenigstens einigen gefällt, ist das für uns okay.“

Mit den eigenen Songs fordern die Musiker ihre Hörer dazu auf mit ähnlicher Einstellung durchs Leben zu laufen: „Die Leute sollen ehrlich zu sich selbst bleiben und ihr Leben permanent kritisch hinterfragen. Man muss für sich selbst denken und eigene Entscheidungen treffen. Das ist unsere wichtigste Aussage und nach dieser Maxime leben wir selbst auch.“

Bis zum vierten Longplayer der Jungs wird es noch ein wenig dauern, aber das Arbeiten/Denken hat bereits begonnen: „Bislang stehen nur Ideen, an denen wir arbeiten müssen. Industrial-Polka-Trance wird es sicher nicht. Es wird sich nicht soo viel ändern, das ist klar. Wir wollen unseren Stil weiter verfeinern und den Weg der anderen drei Alben fortführen.“

 
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