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Fu Manchu

Storie von: arne, am 02.12.2003 ]

Bis zur ersten offiziellen Live-CD von Fu Manchu hat es lange gedauert, zu lange, denn sie war längst überfällig. Die Bootleg-Schwemme der letzten Jahre, durchweg in bescheidener Ton-Qualität, war teilweise schon über die Grenze des Vertretbaren hinaus gegangen. Erst in diesem Jahr erschien mit “Go For It!“ schließlich über Steamhammer/ SPV eine gewollte Live-Aufnahme der Wüstenrocker; immerhin auch gleich eine doppelte.

 
Fu Manchu sind von jeher eine Live-Band gewesen, die kontinuierlich tourte und sich so eine treue Fangemeinde erspielt hat. Ihr bodenständiger, grundsolider Rock-Stil begeistert live noch mehr als auf Platte; klingt er doch noch rauer, intensiver und heaviger. Mit Stoner wollen Fu Manchu nicht betitelt werden, die Band bevorzugt Beach-Rock, aber dennoch sind sie klar in eine Reihe mit Bands wie Kyuss, Queens of the Stone Age und natürlich Nebula zu stellen.

Musikalisch hat das Quartett nicht viel mit den Beach Boys gemein, doch in ähnlicher Art und Weise verkörpern auch Fu Manchu dieses kalifornische Lebensgefühl mit allem, was dazu gehört, also Surfen, Strand, Sonne und Abhängen. Fast erstaunlich scheint dabei, dass die Band bereits eine Handvoll Longplayer veröffentlicht hat. Mit seinem wuchtigen und kraftvollen Sound überzeugt mich das Live-Album “Go For It!“ dennoch am stärksten, bekommt man doch beballt alle Hits der Jungs (wie "Wurkin" , "Godzilla" , "King Of The Road" , "Evil Eye" oder "California Crossing") im schwitzigen Live-Feeling gereiht geliefert. Diese klingen hier zudem nicht so klinisch trocken sondern immer wieder leicht schief mit Ecken und Kanten. Der Sound wirkt so noch sympathischer.

Im Interview sahen die Kalifornier das Release sehr pragmatisch und keineswegs von den Bootlegs inspiriert: „Die Bootlegs stören mich nicht. Ich selbst besitze einige, kenne aber nicht alle. Die meisten gibt es hier in Europa. Ich habe schon etliche auf ebay gesehen, aber die Soundqualität ist wohl sehr bescheiden. Bei uns ist sie nun deutlich besser. Es war uns wichtig ein gutes Live-Album vorzulegen und auch den nötigen Mix aus neuen und alten Songs im Auge zu behalten. Wir haben in der Vergangenheit ja schon einige Platten veröffentlicht und es schien für uns Sinn zu machen. Das Album soll unsere Entwicklung repräsentieren und eine Art Geschenk an die Fans sein.“

Das ist es auch und das nächste Studio-Werk ist ebenfalls schon in Sicht: „Wir spielen auf der Tour bereits


einige der neuen Songs und schauen, wie sie ankommen. Man hat ja nach der eigenen Arbeit keine Distanz mehr und muss abwarten, was das Publikum sagt.“ Auf ihrem Juni-Gig in der Berliner Columbia-Halle gefielen den Fans auch die neuen Stücke, also gibt es in dieser Beziehung keine Probleme. Um endlich eine richtig gute und repräsentative Studio-Platte vorzulegen, sind Fu Manchu diesmal neue Wege gegangen:

„Für das neue Album haben wir die Pre-Produktion ausgeweitet und einen großen Teil aus unseren Händen gegeben. Hoffentlich wird es gut gehen, denn sonst frustriert es uns mit Sicherheit. Wir hatten mit unseren Platten bislang schon viel Pech und das war ein weiterer Grund für das Live-Album. Einige der Songs klingen auf der Live-Scheibe deutlich druckvoller und so, wie sie eigentlich sein sollten. Bis heute sind wir stetig gewachsen und nun gehen wir eben einen Schritt weiter. Hoffentlich bringt die Pre-Produktion etwas.“

Die einzelnen Songs entstehen natürlich weiterhin in bewährter Weise: „Wir haben von jeher versucht gute Rock-Songs zu schreiben; Stücke, die nicht langweilig werden, auch uns selbst nicht. Wir müssen sie schließlich live spielen. Wenn wir neue Songs aufnehmen, hören wir sie uns zu Hause immer und immer wieder an. Ein Song ist gut, wenn er auch noch nach Tagen nicht langweilig wird. Natürlich muss alles live umsetzbar sein. Gerade deshalb ist es toll, dass wir einige der Songs schon jetzt spielen können. Ich kann meine Parts variieren und testen, was live am besten ankommt. Schreibt man Songs auf Tour, ist es die beste Bestätigung, wenn man am Abend sieht, wie sie ankommen.“

Dennoch packt die Jungs oftmals schnell das Heimweh: „Auf Tour freue ich mich über Städte, die mich an zu Hause erinnern. Eine Tour ist ja keine Urlaubsreise. Ich kann weder surfen, noch meine Freundin sehen. Gutes mexikanisches Essen gibt es auch nur selten. Im Prinzip kann man auf Tour aber schon die gleichen Dinge wie zu Hause machen; TV schauen und Bier trinken.“ Prost.

 
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