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Grade

Storie von: arne, am 12.11.2001 ]

"'Head first, straight to hell' ist das genaue Gegenteil von dem, was eine smarte Band getan hätte, die mit ihrer Musik Geld verdienen will." Kyle Bishop

 
Die kanadische Rock-Kapelle GRADE ist mit Sicherheit immer für eine Überraschung gut. Ihr neuestes Album 'head first, straight to hell' steht dafür neuerlich Beweis und schon das geniale Cover-Artwork verspricht das Metal-Album, das es mit seinen 13 Songs auch ist. Das neue Material gefällt mir dabei um Längen besser als 'under the radar,' auch wenn die beiden Scheiben nicht unbedingt vergleichbar sind. GRADE 2001 heißt fuckin' Metal und nicht anderes; die stark emotionalen Züge der Musik sehe ich hier als selbstverständlich. So sehr Metal war das Quintett nicht einmal mit seinem VAN HALEN- Cover auf der 'triumph&tragedy.' Vielleicht ist diese Entwicklung die logische Konsequenz des breiten Zuspruches, den die Gruppe in der jüngsten Vergangenheit erfuhr und eine verständliche Reaktion!? Sänger Kyle Bishop stand mir telefonisch für einige Nachfragen zur Verfügung und war dabei ein angenehmer Gesprächspartner. Im Line-Up der Formation hat sich einiges getan und neben einem gefeuerten Drummer hat auch Gitarrist Greg die Band verlassen, um sich vollends auf JERSEY zu konzentrieren. Rein menschlich fühlen sich die Kanadier dennoch sehr zufrieden, wie mir Kyle berichtete: "Als Mensch fühle ich mich sehr erfolgreich. Ich bin sehr zufrieden mit dem, was ich bin und auch mit dem, was ich tue, auch wenn wir nicht Unmengen Geld verdienen. Ich bin sehr stolz auf das, was wir geschaffen haben und mache mir auch keine Sorgen über unsere Zukunft." Warum auch? Der Weg auf der metal- orientierten Schiene scheint ausbaubar, ohne aber auf die alten Qualitäten der Musik verzichten zu müssen. "Unsere neue Platte ist deutlich schwerer und der Metal- Einfluss ist wirklich unverkennbar. In den letzten Jahren haben uns vor allem Bands wie IN FLAMES, CANNIBAL CORPSE, IRON MAIDEN oder auch CRADLE OF FILTH beeinflusst und das hört man auch. In der jüngsten Vergangenheit wurden wir immer poppiger und diesmal haben wir wieder einmal die Sau herausgelassen." ...und das haben sie wahrlich! Dennoch sind für vor allem die instrumental gehaltenen Stücke, wie beispielsweise 'the empress' oder auch der letzte Track 'the glorious

end' reizvoll, dessen Hintergrund mich interessierte: "Es ist ein Stück, das erst nach der eigentlichen Platte entstand. Wir schrieben die Platte im großen und ganzen am Stück hintereinander weg. Am Ende steht dieser 13te Song und man hört 13 Minuten und 13 Sekunden lang Noise. Dann stoppt es auf einmal und der eigentliche Song beginnt. Stell' Dir vor, Du hörst das Album nachts: Es wird gegen Ende hin immer langsamer und schwerer; nicht einfach härter, wie bei anderen Bands. Wir möchten die Leute mit diesem Song verführen und in Trance versetzen." Gerade diese instrumentellen Passagen empfinde ich als größte Weiterentwicklung der Band: "Ja, unbedingt. Mit jeder Platte haben wir uns weiterentwickelt und haben jetzt den bisher größten Schritt gewagt. Unser Sound ist so vielfältig wie nie." Vielleicht schreit Kyle auf der neuen Platte ein wenig zu viel, aber dennoch ist sein Spiel von Gesang und Geschrei noch immer charakteristisch und unverkennbar. Ich denke, der Gesang sollte in eben dem Maße hart klingen, denn in Verbindung mit Albumcover und Musik musste er aggressiver und kompromissloser werden. GRADE wollen sich bewusst von ihrem Emo-Image wegbewegen und das nicht nur durch die Cover-Gestaltung: "Wir wollten einfach ein überwältigendes Cover-Artwork haben, das sowohl für die Texte als auch für die Musik steht. Nahezu jeder, unser Label, die Radiosender und unsere Fans, erwartete von uns eine weitere große Hit-Single. Jeder dachte, wir würden in die poppigere Richtung weitergehen und 'catchy' Songs schreiben. Das haben wir nicht getan und schon der Album-Titel mit diesem Cover stellt das klar. Wir wollen keine poppige Musik spielen und nicht nur singen. Wir brauchen das Schreien. 'Head first, straight to hell' ist das genaue Gegenteil von dem, was eine smarte Band getan hätte, die mit ihrer Musik Geld verdienen will. Das Artwork spiegelt unsere Auffassung der Richtung wider, in die wir gehen wollen." Ein Song handelt übrigens von den Vorzügen des metrischen Systems, welches nach Kyle das beste überhaupt ist. Nebenher sind die Songtexte einmal mehr stark episch geprägt; eben typisch GRADE.
 
 
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