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A Case Of Grenada

Storie von: arne, am 27.11.2003 ]

War mir Redfield Records bislang eher als Alternative-/Emo-/Indie-Label aufgefallen, geht's nun mit dem Debüt von A Case Of Grenada auch in den Hardcore/ Screamo/ Chaos/ NoiseCore- Bereich. "The Evidence" ist ein Hammer-Einstand für diese junge Band und eines der abwechslungsreichsten und interessantesten dt. Releases der letzten Zeit.

 
Das ist keine Übertreibung; A Case Of Grenada haben’s einfach drauf und fahren ein sehr diverses Programm zwischen den genannten Spielarten, von denen aber keine klar dominiert. Allein ihr hohes Maß an Intensität und Fülle haben alle Songs gemein. Von Beginn an gibt's ordentlich Tempo, gut Druck, breite Soundwände und schön viele Breaks. Die neun Songs des Albums sind sowohl technisch anspruchsvoll als auch partiell sehr eingängig.

Aufgewühlte Chaos-Noise-Parts stehen neben klar Harmonie-dominierten Passagen und diese Mischung geht voll auf. Vor allem auch deshalb, weil die Produktion erste Sahne ist und den Stil der Jungs glänzend in Szene setzt. Gerade daran fehlt es vergleichbaren Releases dt. Bands zu oft. Hier ist alles im grünen Bereich; A Case Of Grenada grenzen sich auch in punkto Experimentierfreudigkeit und spürbarer Kompromisslosigkeit von anderen Kombos ab. Hier wird nicht auf den Hörer unnötige Rücksicht genommen, sondern dem Fluss des jeweiligen Songs gefolgt. Gerade in den hektischen Noise-Parts erinnert das immer wieder mal an JR Ewing und die Jungs hier sind keinen Deut schlechter. In den Songs der Band findet sich auch eine gehörige Portion Rock und die sorgt für schnellen Zugang und einen sehr vollen Gesamt-Sound. Die Level Plane- Fraktion ist herzlich eingeladen, A Case Of Grenada anzutesten. Lediglich der Gesang könnte für meinen Geschmack ab und an variabler angelegt werden; cleanes Singen ließe sich mit dem wüsten Geschreie gut.

Hervorgegangen ist die Band aus den Überresten von Towdown. Den musikalischen Entwicklungsprozess bis zum heutigen Sound fasst mir die Band folgendermaßen zusammen: „Anfangs haben wir uns an Bands wie Snapcase und Helmet orientiert. Unter dem Namen Towdown haben wir relativ straighten Midtempo Hardcore gespielt. Später wurden wir nach und nach immer experimentierfreudiger und haben sehr viele rockige Sachen in die Songs mit einfließen lassen. Am Ende war aber alles so unstrukturiert und zerfahren, dass wir das Kapitel Towdown beendet haben. Der Schritt war bitter nötig, weil wir uns alle in eine Richtung weiter entwickelt hatten,


die einfach mit Towdown nichts mehr zu tun hatte. Dann kam A Case Of Grenada.“

...und der Weg bis hin zu dieser neuen Band musste auch erst einmal gegangen werden, was für die vier Beteiligten harte Arbeit bedeutete: „Wie ich schon gesagt habe, war am Ende von Towdown alles so unklar, dass wir die Band erst mal auf Eis legen mussten um alles neu zu ordnen. Wir haben uns ein Jahr lang fast nur im Proberaum verschanzt, um irgendwie alles, was wir gerne anders machen wollten, zu verwirklichen. In dieser Zeit hat sich unser komplettes Zusammenspiel völlig verändert. Das Schlagzeug und der Bass haben ihre Aufgabe als Rhythmus-Instrumente fast völlig verloren und sind bei vielen Parts die treibende Kraft geworden. Auf der gesamten Platte spielen die Gitarren keinen einzigen normalen Powerchord, was uns selbst erst später aufgefallen ist.“

Auch die gewachsenen eigenen Präferenzen sind für den Wandel mit verantwortlich: „Früher haben wir uns stark von Snapcase beeinflussen lassen. Das war so eine Art Messlatte für uns und wir wollten unbedingt so klingen wie sie. Heute inspirieren uns an ganz andere Sachen. Wir hören alle viel Noise und Chaoscore, Michael steht auf Metal, Acun ist Blues und Jazz begeistert und wir alle sind die größten Muse- Fans unter der Sonne. Auf Sachen wie Radiohead stehen wir auch alle und so versuchen wir eben viel Verschiedenes bei unseren Songs zu verwenden. Wichtig ist dabei, dass der rote Faden nicht verloren geht. Sobald wir merken, dass das passiert, brechen wir ab und fangen von Vorne an, bis es uns gefällt.“

Noch immer gehen A Case Of Grenada aber eher pragmatisch an die eigenen Songs. „Wir versuchen die Instrumente im Zusammenspiel effektvoll klingen zu lassen. In Zukunft wollen wir aber mehr Zeit damit verbringen ein paar Sachen aus zu probieren.“ Die Aufnahmen im Studio dauerten nur zehn Tage und das Ergebnis kann sich wirklich hören lassen. “The Evidence“ rockt! “Einen typischen ACOG- Song gibt es eigentlich nicht.. Wir versuchen jedem Song seinen eigenen Touch zu verpassen und ihn für sich wirken zu lassen.“ ...und das schaffen sie auch.

 
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