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P.o.d.

Storie von: zosse, am 05.11.2003 ]

Ja, das Leben für Musik-Journalisten ist hart in diesen Tagen. Man muß sich scheinbar damit abfinden, vor Veröffentlichung eines neuen Albums einer Band nichts mehr zugeschickt zu bekommen, bis der Rest der Welt auch die Chance hat, sich das Album zu kaufen. Schönen Dank an das Internet und die CD-Brenner dort draußen.

 
Vernünftige Berichterstattung ist leider in so einem Fall schwierig. Zum „Security-Thema“ auserkoren wurden jetzt auch die Ami-Rocker von P.O.D., die mit ihrem letzten Album „Satellite“ weltweit Mega-Erfolge feierten. In Hamburg und München lud man kürzlich zur Audienz, um der Presse das neue Album „Payable On Death“ vorzuspielen. Da ich leider zur arbeitenden Zunft gehöre, mußte die Hörspiel-Reise ohne mich auskommen. Immerhin konnte ich Drummer Wuv und Basser Traa telefonisch auf den Zahn fühlen.

„Das neue Album klingt großartig. Es ist halt P.O.D. zwei Jahre später. Wir haben einen neuen Gitarristen, er bringt seinen eigenen Stil mit, der total einzigartig und total anders ist als der von Marcos. Es ist zwar immer noch P.O.D., wir haben nun aber sehr viel Melodie-Parts im Background auf der Gitarre und den Vocals. Aufgrund dieses neuen Gitarrenstils konnte Sonny viel mehr melodische Parts einsingen und mehr mit seiner Stimme experimentieren.“

Der neue Mann an der Klampfe ist Jason Truby, der vor einigen Jahren bei der christlichen Hardcore-Band Living Sacrifice spielte. Sein Stil ist im Gegensatz zu Marcos, dem eigentlichen Gründungsmitglied, der eher von Korn und Carlos Santana beeinflußt wurde, eher von Bands wie Helmet und Metallica geprägt. Seinen „frischen Wind“ konnte man ja bereits auf ‚Sleeping Awake‘ auf dem „Matrix Reloaded“-Soundtrack spüren. Warum aber ein neuer Saitenhexer?

„Marcos ist nicht mehr dabei. Nach 13 Jahren war er der Meinung, er müßte sich um andere Dinge kümmern. Sein Herz war nicht mehr bei P.O.D. Wir wollten, daß er das tun soll soll, was ihn glücklich macht. Wir haben leider schon lange nicht mehr zusammen gesprochen. Wir wollen erst einmal etwas Zeit vergehen lassen. Er erzählt jedenfalls jedem, er wurde gefeuert. Er ändert ein wenig die Story. Wir hatten keinen Grund, ihn zu feuern, er hat die Band ja schließlich gegründet. Jason war schon lange ein guter Freund von uns. Vor sieben Jahren hätten wir ihn gerne als fünftes Bandmitglied dabeigehabt. Als das mit Marcos passierte, entschlossen wir uns, ihn anzurufen und ihn zu fragen, ob er uns bei dem Matrix-Soundtrack helfen könnte. Er war schon seit vier Jahren nicht mehr in einer Band. Ihm gehörte eine Konstruktions-Firma. Nebenbei gab er Musik-Unterricht.


Er ließ alles fallen, kam zu uns und half uns aus. Als wir mit ihm jammten, stellten wir fest, daß wir zueinander paßten und gute Musik schreiben würden. Die Zeit für ihn war reif und wir begannen das Album zu schreiben. Er ist jetzt ein Teil von uns.“

‚Will You‘ heißt die erste, sehr untypische und für das Album angeblich auch nicht so repräsentative P.O.D.-Single, für die die Band aber sehr viel Lob einfahren konnte. Obwohl sie nicht sofort klickt und somit nicht an Hits wie ‚Alive‘, oder ‚Youth Of The Nation‘ anschließen kann, haben die Jungs viel Rückendeckung von ihren Fans und Freunden. Dieser Song, den ihr sicherlich schon hören konntet ist ein echtes Liebeslied. Sonny läßt die Raps außen vor und konzentriert sich auf einen melodischen Gesang, während die Gitarre technische Akzente setzt. Im Video wird die Band während ihrer Performance dazu von allerlei hübschen Mädchen flankiert. Kommentar Wuv: „Die wachsen hier auf den Bäumen. Mann, wir sind hier in Hollywood, haha! Das sind alles Models oder Schauspielerinnen.“

Traa gab zum Abschluß des Gesprächs noch einige Kommentare zum oben angesprochenen Problem. „Die Künstler und die Labels verlieren eine Menge an Geld, wenn die Leute sich die Songs aus dem Internet ziehen. Jeder hat jetzt die Alben fest in der Hand, damit sie vor der Veröffentlichung nicht ins Netz gelangen können, wobei man ja nicht wissen kann, wem man heutzutage noch trauen kann, haha. Ich weiß nicht, in welche Richtung die Entwicklung gehen wird, aber um uns zu schützen, werden jetzt halt solche Listening-Parties veranstaltet. Es geht nun mal nicht mehr anders. Für euch als Schreiberlinge ist das natürlich nicht sehr erfreulich.“

Womit wir ja wieder bei meiner Danksagung vom Anfang angekommen wären. Etwas gutes hat es aber. Man kann umsonst durch die Gegend reisen und wer weiß, vielleicht findet ja die nächste Listening-Session in Los Angeles statt und ich muß mal nicht arbeiten, hehe! Bis das neue Album am 03. November endlich erscheint, könnt ihr euch mit der wirklich lohnenswerten DVD „Still Payin‘ Dues“ der Band trösten. Gegen Ende Oktober spielt die Band übrigens einige Secret Gigs, laut Traa die sogenannten „Guerilla-Shows“. Haltet also bei http://www.payable-on-death.de/ Augen und Ohren auf.

 
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