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Mournful

Interview von: arne mit Christoph & Michael, am: 22.10.2003 ]

“Monochrome“ heißt der erste Longplayer von mournful aus Bottrop, der kürzlich über tfr music erschienen ist. Von Beginn ist unüberhörbar, dass es nicht möglich ist diese Jungs zu klassifizieren. Oftmals ist es nur müßig; hier macht er gar keinen Sinn mehr. MOURNFUL sind eigen und vom Sound her alles andere als alltäglich. Irgendwo zwischen Muse, Radiohead, den Deftones, aber auch Waterdown und Cave In ist ihr Sound anzusiedeln. Durchweg ist er stark dynamisch und einfach nur großartig. MOURNFUL bewegen sich zwischen den Polen „hart“ und „zart/zerbrechlich“; sind dabei äußerst vielschichtig und sehr intensiv.

 

Musicscan: Aus welcher Intention heraus habt Ihr die Band gegründet? Den Schritt vom Musik-Konsumenten zum Musik-Macher muss man ja erst mal gehen...

Mournful: Christoph: Die Frage, warum wir eine Band gegründet haben, hat sich für uns nie gestellt. Wir machen alle schon ziemlich lange Musik, und haben uns nie ausschließlich als Konsumenten verstanden, also ist das mit einem gewissen Selbstverständnis passiert. Spannend daran ist, dass es eben genau diese Band geworden ist...

Musicscan: Ihr scheint einen recht professionellen Anspruch mitzubringen. Ist dem so?

Mournful: Christoph: Professionell auf jeden Fall was die Ernsthaftigkeit angeht, mit der wir die ganze Sache betreiben. Wir haben die Meßlatte für uns selbst relativ hoch gelegt. Letztlich machen wir ja all das, weil wir Spaß daran haben uns selbst immer wieder zu überraschen...

Musicscan: Habt Ihr einen musikalischen Background in anderen Bands? Welchen Stilen seid Ihr in der Vergangenheit nachgegangen?

Mournful: Christoph: Wir haben in den verschiedensten Bands gespielt. Sei es jetzt Hardcore, Alternative, Drum’n Bass... Unser Musikgeschmack ist ziemlich breit gefächert.

Mournful: Michael: Und eben diesen Musikgeschmack haben wir immer versucht ins eigene Songwriting zu übertragen. Die Liste von oben ließe sich noch ziemlich lang weiterführen…

Musicscan: Wie seht Ihr Euch selbst musikalisch mit mournful positioniert?

Mournful: Christoph: Schön mitten ´drin...

Mournful: Michael: Zum Glück müssen wir uns selber nicht allzu viele Gedanken darüber machen…

Musicscan: Gefällt es Euch, dass viele Hörer (und Journalisten) Probleme haben Euch zu klassifizieren? Das ist ja schon ein Kompliment...

Mournful: Christoph: Das gefällt uns natürlich ganz gut. Es fallen zwar immer wieder die gleichen Namen, aber die Spanne, die zwischen den Stilen dieser Bands liegt, ist immens groß. Es wäre ja sehr unangenehm, wenn man uns sagen könnte: Das klingt genau wie dieser oder jener... Wir könnten uns selbst auch nicht in die gängigen Schubladen einordnen. - Was im Übrigen sehr wichtig ist, weil wir uns dann auch selbst keine stilistischen Grenzen setzen müssen, was das Schreiben angeht.

Mournful: Michael: Irgendwie gibt uns das das Gefühl die Sache richtig angegangen zu sein. Wir haben uns nie den Kopf darüber zerbrochen in welche musikalische Richtung das ganze führen soll, sondern viel ausprobiert und schließlich einfach das gemacht was sich für uns gut angefühlt hat. Anscheinend funktioniert es so…

Musicscan: Wenn Ihr zurück blickt, wie hat sich Euer Sound entwickelt? Was waren da wichtige Eckpunkte? Man fängt ja als Band nicht auf dem Niveau an, wie es Euer Debüt dokumentiert...

Mournful: Christoph: Wir haben viel ausprobiert um herauszufinden welcher Sound uns als Band steht. Anfangs war das natürlich noch sehr verschieden von dem, was auf monochrome zu hören ist. Ab und an haben wir uns auch ordentlich in Dinge verrannt, die letztendlich nicht funktionieren konnten. Aber aus solchen Sachen lernt man viel. Es ist sehr gut zu wissen, was man nicht kann. Wir sind auf jeden Fall noch lange nicht am Ende dieser ganzen Entwicklung…

Musicscan: Schon die erste MCD hat ja durchweg Lob und Anerkennung geerntet. Hat Euch das überrascht?

Mournful: Christoph: Die Überraschung war, dass es noch ein /zwei Leute außerhalb der Band gibt, die die Songs mögen. Vorher haben wir das nur bedingt mitbekommen. Mit der MCD haben wir einfach mal in den Wald hineingerufen, um zu sehen, wer oder was sich dann so zeigt...

Mournful: Michael: So richtig haben wir uns vorher nie darum gekümmert ob es vielen Leuten gefallen hat was wir da machen. Wir waren selber immer unsere schärfsten Kritiker und wenn es dann uns selber gefallen hat waren wir zufrieden. Wenn man allerdings Musik auf einem gewissen Niveau über einen längeren Zeitraum machen will, muss es Leute geben, die es mögen. Insofern waren wir mit dem Feedback sehr glücklich…

Musicscan: Welche Bands/Künstler haben Euch in der Anfangsphase der Band am stärksten beeinflusst? ...und wer ist es heute?

Mournful: Michael: Als Gittarist fand ich immer schon die Indie- und Alternativebands am spannensten. Bands wie Sonic Youth oder die frühen Smashing Pumpkins könnte ich da ins Felde führen. In ihrem Umgang mit Musik insgesamt sind heute Radiohead sehr weit vorne bei mir. Aber beeinflusst haben uns wahrscheinlich hunderte Bands.

Mournful: Christoph: Was Gesang angeht, war ich zum Beispiel immer ein sehr großer Jeff Buckley Fan.

Musicscan: Wie entstehen Eure Songs? Gibt es einen, der sich im stillen Kämmerlein auslebt, die Ideen bringt und ihr dann alle daran weiter arbeitet oder jammt ihr eher?

Mournful: Christoph: Im Grunde bringen wir alle vier immer wieder Ideen in die Band, die dann zusammen ausgearbeitet werden. Anders wäre es wahrscheinlich schwierig, die Songs am Ende wirklich nach mournful klingen zu lassen. Jammen kommt bei uns weniger oft vor, aber ab und an passieren dabei auch spannende Sachen.

Musicscan: Worauf fokussiert Ihr bei der Erstellung neuer Songs? Ist es Euch wichtig in jedem Song gute Melodien und einen einprägsamen Refrain zu haben?

Mournful: Christoph: In erster Linie müssen die Stücke uns gefallen. Es ist egal, ob es nun der 3 Minuten Pop-Hit, oder irgendein superkomplexes Songgebilde (beides haben wir bislang noch nicht geschrieben) wird, solange wir daran irgendetwas fesselnd finden. Manchmal ist es die Melodie, manchmal der Groove. Wie gesagt, wir lassen uns gern von uns selbst überraschen...

Musicscan: Experimentiert Ihr viel mit Sounds und Effekten, um die Songs im Ergebnis voller werden zu lassen?

Mournful: Michael: Ich habe erst seit dem Beginn von mournful angefangen mich mit Sounds auseinander zu setzten. Es gibt da so viele Möglichkeiten und man kann sich schnell verrennen. Wir versuchen die Sounds genau wie alles andere organisch mit den Songs wachsen zu lassen…

Musicscan: Wie nah seid Ihr im Ergebnis mit der neuen Platte an Eure eigene Vision dieser gekommen?

Mournful: Michael: Ich sehe unsere Platte nicht so sehr als Verwirklichung einer Vision sondern vielmehr als eine Momentaufnahme der Band zu diesem Zeitpunkt. Mournful als ganzes, das ist unsere Vision…

Mournful: Christoph: Wenn man sich musikalisch weiterentwickeln will, kann eine Platte nicht mehr als das sein. Wir haben aus der Produktion für monochrome gelernt und werden jetzt natürlich ganz andere Ansprüche an das nächste Album stellen, als es für das Debut der Fall war.

Musicscan: Welchen Einfluss hatte der Produzent auf die Platte? Warum habt Ihr Euch gerade für J.Kell entschieden?

Mournful: Michael: Als Produzent hatte er natürlich einen wesentlichen Anteil am Sound der Platte. Wir haben aber auch im Vorfeld schon mit J. Kell gearbeitet.

Mournful: Christoph: Wir hatten durch Demoaufnahmen und light harvesting complex mittlerweile einfach eine gewisse Basis geschaffen, von der aus wir ohne Probleme gemeinsam weiterarbeiten konnten. Bestimmte Herangehensweisen waren allen von Anfang an klar. So etwas vereinfacht die Zusammenarbeit merklich. - Außerdem ist er ziemlich unterhaltend...

Musicscan: Beschreibt mir doch bitte mit 2-3 Sätzen, was einen typischen mournful Song ausmacht, wenn es überhaupt einen gibt?

Mournful: Michael: Das ist ein ziemlich hoffnungsloses Unterfangen. Wenn ich einen gemeinsamen Nenner suchen soll, so ist das wahrscheinlich die Atmosphäre die sich durch die Songs zieht…

Musicscan: Ist es Euch wichtig, die Songs möglichst dynamisch zu halten und euch nicht durchgängig auf eine bestimmte Spielart festzulegen? Die Mischung zwischen „hart“ und „zart“ lässt es fast vermuten.

Mournful: Michael: Wie schon erwähnt setzten wir uns selber kaum stilistische Grenzen. Unsere Herangehungsweise ist jedoch nicht darauf ausgelegt von vornherein zu sagen, dass jetzt mal wieder ein harter oder ein etwas weicherer Teil bzw. Song dran wäre. Diese Sachen entstehen fast wie von alleine…

Musicscan: Ihr habt ja auch im Vorfeld des Releases Euren Drummer gewechselt. Welchen Hintergrund hatte das? Inwieweit hat er schon Einfluss auf die neuen Songs nehmen können?

Mournful: Michael: Thorsten wurde es einfach zu viel mit der Band und so haben wir uns im gegenseitigen Einverständnis voneinander getrennt. Was die Sache ein wenig komplizierter gemacht hat war, dass das ganze während der Aufnahmen zu monochrome passiert ist. Johan, der neue Typ, ist allerdings so gut, dass es eigentlich keine ernsten Probleme gab. Wir haben gerade erst angefangen neue Songs zu schreiben und erhoffen uns natürlich von ihm auch hier neue Impulse…

Mournful: Christoph: Vor allem live ist sein Einfluss zu spüren. Die Songs haben auf dem Weg vom Studio auf die Bühne noch einmal etwas dazu gewonnen...

Musicscan: Habt Ihr als mournful irgendwie davon profitiert, dass Christoph auf der Caliban-CD gesungen hat?

Mournful: Michael: Um ehrlich zu sein – nein…

Musicscan: Welche Wünsche verbindet Ihr mit der Zukunft der Band?

Mournful: Michael: Platten verkaufen, live spielen und vor allem die Sachen machen, die wir wollen…

Musicscan: Letzte Worte?

Mournful: Michael: Love us and we’ll love you back…

 
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