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Machine Head

Storie von: Zosse, am 16.10.2003 ]

Back to the roots! Vorbei sind die Zeiten der radio-freundlichen, einfach gestrickten Machine Head-Singles. Was hier gerade in meinem CD-Player rotiert wird euch den Kopf von den Schultern reißen. „Through The Ashes Of Empires“ das neue Album der Mannen um Robb Flynn ist das fetteste, härteste und kompromißloseste Monster, das die Band aus Oakland seit dem grandiosen 1994er Debüt „Burn My Eyes“ auf die Hörerschaft losläßt.

 
Ist das Sakrileg, wenn ich sage, daß es „Burn My Eyes“ sogar noch übertreffen wird? Ich denke nicht. Und dabei ist der Sound auf meinem vorliegenden 8-Track-Promo noch nicht mal gemastert. Die neue Metallica hätte so klingen sollen, hehe. Produziert hat das Geschoß übrigens Flynn selbst, Mark Keaton fungierte als Engineer und Colin Richardson mixte das Ganze.

Ein etwas wortkarger Robb Flynn gab Auskunft über das Machwerk, welches Machine Head ihren Thron zurückerobern lassen wird. „Through The Ashes Of Empires“ kommt mit einem Besetzungswechsel. Gehen wollte Ahrue Luster. „Sein Herz war nicht mehr in der harten Musik verwurzelt. Wir waren mit ihm nicht mehr in der Lage, brutalen Stuff zu schreiben. Darum ließen wir ihn ziehen.“ Eigenartig natürlich, daß Luster jetzt bei den Latino-New Metallern von Ill Nino ein neues Zuhause gefunden hat. Die sind zwar melodisch, als Weichspüler kann man die aber nicht gerade bezeichnen. Logan Mader-Syndrom? Man weiß es nicht. Fakt ist jedenfalls, daß die Band nach langer Zeit als Three-Piece seit dem 15. April diesen Jahres wieder als Quartett unterwegs ist. Und zwar mit einem alten Bekannten an Bord.

Phil Demmel ist der Mann an der zweiten Klampfe. Dieser Name müßte eigentlich jedem Harwurst-Fan, der wie ich stark auf die 30 zugeht, ein Begriff sein. Der Knabe teilte sich in den frühen Neunzigern nämlich bereits zusammen mit Mastermind Flynn bei den Bay Area-Thrashern von Vio-Lence die Bühne. Muß ein cooles Gefühl sein, wieder mit einem alten Weggefährten zusammen zu spielen. „Es ist überwältigend! Es war eigentlich erst unsere Entscheidung, als Drei-Mann-Band weiterzumachen! Phil half uns erst lediglich für mehrer Shows aus. Die Chemie stimmte und es lief wunderbar. Eigentlich wollte er sich aus dem Musik-Business zurückziehen. Er spielte nach seiner Band Torque noch in einer Handvoll weiterer Bands. Wir wollten ihn so gerne dabei haben. Er wollte auch unbedingt, mußte sich aber noch um seine Familie kümmern und einige Dinge regeln.

Neun Monate später


war er dann soweit. Wir lieben es, ihn in der Band zu haben. Es ist wirklich unglaublich!“ Auf dem Album ist Phil laut Robb selbstverständlich schon zu hören, er schrieb sogar an einigen Songs mit. Und nebenbei haut Demmel bei ‚In The Presence Of My Enemies‘ noch ein Solo raus, von dem Phil sagt, „es ist das beste Solo, das dieser Typ gemacht hat, seit ich ihn kenne. Es ist als würde man den Metal-Drachen schlachten. Es ist mein absolutes Lieblingssolo!“

Zum Albumtitel war Robb nichts zu entreißen. „Man sollte nicht alles kaputt erklären. Kunst sollte für sich sprechen, einem Raum für eigene Ideen und Vorstellungen einräumen.“ Zum Cover konnte ich ihm aber ein bedeutungsschwangeres „Es zeigt Unschuld und den Verlust der Unschuld. Leben Und Tod!“ entlocken. Wie ich schon in der Einleitung verlauten ließ, sind die neuen Songs alles andere als radioformat-tauglich. „Es sind 10 Songs auf dem Album, der Großteil ist länger als fünf Minuten. Das Album geht 53 Minuten. Ich denke, das reicht. Ich kann es nicht mehr ertragen, daß alle Bands an die 80-Minuten-Marke gehen. Ein 30 Minuten-Album kann auch alles aussagen. Die erste Single wird der Opener „Imperium“ sein. (Der übrigens fast sieben Minuten geht! – Anm. des Verfassers) Wir werden ihn nicht kürzen. Man könnte ihn höchstens um eine Minute kürzen aber das bringt es nicht. Der Song bleibt also so wie er ist. Wir tun das für die Kids.“

Genau wie die Cover-Versionen (Metallica ‚Battery‘ Faith No More ‚Jizzlobber‘, Exodus ‚The Toxic Waltz‘), die die Band eingespielt hat und die aber leider nicht veröffentlicht werden., sondern nur auf der Homepage der Band zu hören sind. For Fans only halt. Dafür wird uns aber ab dem 27.10. „Through The Ashes Of Empires“ das Fürchten lehren.

Ein Satz läßt mir aber schon jetzt einen Schauer über den Rücken laufen. In ‚In The Presence Of My Enemies‘ heißt es „On Your Grave I Will Stand!“. MACHINE HEAD werden jeden Trend überleben. Und mit der Wucht ihrer Musik wohl auch einige begraben.

 
 Links:
  Roadrunner Records
 
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