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Burnt By The Sun

Storie von: arne, am 03.10.2003 ]

Neuer Stoff für die lauernde Meute, BURNT BY THE SUN legen ihren zweiten Longplayer “The Perfect Is The Enemy Of The Good“ vor. Das Quintett aus New Jersey ist eine DER führenden Bands im modernen Metal und von Beginn an stellen sie klar, warum das so ist. BBTS sind vom Sound her einfach herrlich abgedreht, aber gleichfalls auch ungemein versiert und mit einem unglaublichen Gespür für hittige Arrangements ausgestattet.

 
Das weite Spektrum ihrer Musik reicht von Grind über Noise und Mosh bis hin zu Hardcore und gemeinem Metal. Alles ist erlaubt, nichts verboten. Einmal mehr arbeiteten BURNT BY THE SUN mit Matt Bayles (u.a. Botch, Isis, Mastodon) im Trax East Studio. Dieser hat von jeher ein gutes Händchen für extreme Metal-Bands und leistet einmal mehr ganze Arbeit. Das Album ist vom Tempo her über die volle Laufzeit unüberhörbar gedrosselt und wirkt als Ganzes eine Spur runder und gefälliger. Vor allem sind deutlich mehr Melodien verarbeitet, die das Werk klar prägen. Das Gesamtbild ist voll, schön noisig und einfach verdammt intensiv. Ich bin schlichtweg begeistert!

Über-Trommler Dave Witte (u.a. Discordance Axis, Human Remains) persönlich stand mir für ein Interview zur Verfügung und zunächst interessierte mich, ob er neben seinen ganzen Bands/Projekten überhaupt genug Zeit für BURNT BY THE SUN übrig hat:

„Ich bin wirklich viel beschäftigt und oftmals lade ich mir auch zu viel auf, aber ich bin einfach dafür geboren zu trommeln und Musik zu machen. In der Band bin ich der einzige, der nicht verheiratet ist und keine Familie hat. Die anderen haben neben der Band andere Prioritäten, die oftmals auch mehr Aufmerksamkeit als BBTS erfordern. Wenn ich dann Angebote bekomme, nehme ich die Chancen oft wahr um selbst beschäftigt zu bleiben und zufrieden zu sein. In etwa zwei Wochen wird Ted (Bass) beispielsweise zum ersten Mal Vater und es wird seine Zeit brauchen, bis er in die neue Rolle hineingewachsen ist. Ich werde in der Zwischenzeit nach Europa gehen und für Melt Banana trommeln. Für uns/BUNRT BY THE SUN bietet das die Möglichkeit die neue Platte jeden Abend mit auf den Merch-Tisch zu legen und sie so zu promoten. Mit BURNT BY THE SUN können wir leider nicht so viel touren, wie wir gerne würden, aber das ist nicht schlimm. Ich suche mir eben andere Beschäftigungen. Ich will einfach möglichst oft auf Tour sein und meinen Lebensunterhalt damit verdienen. Natürlich ist es schwierig Geld mit dem, was man liebt, zu verdienen, ohne Kompromisse eingehen zu müssen. Dennoch will ich das versuchen.“

Das klingt für mich fast, als sei Dave ein Musik-Junkie, was für Projekte stehen denn derzeit neben BBTS an: „Ich bin immer in einer Vielzahl von anderen Bands und Projekten involviert und in dieser Beziehung wohl wirklich ein Junkie. Seit kurzem ist es mein Job Studio-Musiker zu sein und Touren zu spielen. Das füllt mich aus. Ted und ich wollen im kommenden Jahr eine Art Post- Discorance Axis- Ding starten. John (Gitarre) ist eigentlich ein Flash-Guru und hat zwischen Band, Arbeit und Familie eigentlich keine Zeit für andere Bands. Dennoch werde ich versuchen auch mit ihm etwas Neues


zu starten. Jeder von uns reißt sich in seiner Art den Arsch auf und wir arbeiten alle sehr hart. Wir haben aber auch ein gesundes Bewusstsein dafür, was im Leben für jeden einzelnen das Wichtigste ist.“

Ein solches Gespür sollte man sich immer bewahren, denn es hilft sich selbst nicht zu verlieren und seine Energien nicht in unnötige Aktionen zu stecken. Apropos, ich hatte gelesen, BURNT BY THE SUN mussten zum Release ihrer ersten Platte zehn Tage lang Interviews am Stück geben: „Stimmt, zur ersten Platte haben wir eine Menge Interviews gegeben und es hat eine gute Weile gedauert. Es war eine tolle Erfahrung, dass so viele Leute von uns Notiz nahmen und uns hinterfragen wollten. Vielleicht ist das Interesse durch unseren diversen Sound und die Vergangenheit der beteiligten Musiker (u.a. Discordance Axis, Human Remains, Endeavor) bedingt. Mit unseren alten Bands konnten wir uns recht gut profilieren und mit der neuen haben wir uns von Beginn an keine Restriktionen auferlegt. Wir sind immer auf der Suche nach einem gesunden, frischen Sound, der uns selbst herausfordert und das scheint den Leuten zu gefallen.“

In bezug auf die zweite Platte ist festzustellen, dass das Material stringenter, aber gleichfalls auch diverser ausgefallen ist: „Es stimmt wirklich, dass das neue Material fokussierter ist, aber es war keinesfalls so geplant. Wir haben neue Sachen ausprobiert und diese in unsere bewährte Arbeitsweise integriert. Es war für uns der bisher kürzeste und intensivste Arbeitsprozess; das Album haben wir innerhalb von drei Wochen geschrieben und aufgenommen. Nur zwei Songs entstanden später. Mit dem Ergebnis sind wir sehr zufrieden.“

Zurecht, “The Perfect Is The Enemy Of The Good“ ist eine Bombe. Schön finde ich, dass sich die Musiker auch selbst nicht immer zu ernst zu nehmen scheinen: „Wir sind immer dann ernst, wenn es nötig ist. Ansonsten haben wir eine Menge Spaß zusammen. Unsere Motivation ziehen wir aus der Schwierigkeit unsere Emotionen zu fassen und musikalisch umzusetzen. Es ist unser Weg, mit dem Guten und Schlechten umzugehen. Für kurze Zeit ist es uns so möglich die Alltagswelt zu verlassen. Wir tun immer das, was uns selbst Spaß macht und diese Formel zahlt sich aus.“ Bevor ihr euch wundert, drei der Stücke sind einfach unbetitelt belassen und mit Zeichen markiert um sie zu identifizieren. Einen einzelnen Song kann Dave Witte übrigens nur schwer hervorheben.

„Ich bin auf jeden einzelnen Song verdammt stolz. Das Album bildet eine Einheit und fließt. Mein Favorit ist vielleicht `Rev 101`, denn er ändert mehrmals seine Richtung und hat eine Menge Emotion in sich. Mir selbst gab er zudem die Gelegenheit einen neuen Trommel-Stil einzusetzen.“

 
 Links:
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