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Himsa

Storie von: arne, am 26.09.2003 ]

In Seattle geht musikalisch eine ganze Menge und die dortige Szene ist sehr rege, denkt man nur an Bands wie Botch (rip), Pretty Girls Make Grave oder die Blood Brothers. Im MetalCore sind Himsa inzwischen das Flagschiff Nummer Eins. Der zweite Longplayer "Courting Tragedy And Disaster" der Band ist gerade über Join The Team Player/Prosthetic erschienen und eine astreine Prügelplatte mit ungemein viel Druck und Finesse.

 
Darkest Hour spielen sie gleich Mal den Rang der am europäischsten klingenden US-Band im MetalCore ab; wenigstens sind sie ebenbürtig. Eigentlich ist das Quintett inzwischen eine reine Metal-Band mit vereinzelten Hardcore-Rudimenten, doch die Fans rekrutieren sich nach wie vor aus der HC-Szene. Es ist allein ex- Undertow Shouter John Pettibone, der noch deutlich Hardcore-belastet auftritt; damit aber hervorragend zum verspielten HIMSA-Sound zwischen Thrash- und Death-Metal passt. Einfach platt ist man vom spielerischen Vermögen der Beteiligten, denn Gitarristen und Trommler sind einfach nur erste Sahne. Was die hier aus der bloßen Hand schütteln, ist beachtlich.

HIMSA positionieren sich zwischen The Haunted, Shadows Fall und In Flames; spielen knalligen modernen Metal-Sound, wie er sein soll. Grundlegend geht's hyper-aggressiv und stark temporeich zu Werke, doch melodische Parts finden sich auch immer wieder. Irgendwie schaffen es die Musiker dann noch, das Ganze verspielt und nicht zu technisch klingen zu lassen, obwohl es das eigentlich ist. Gute Breaks, Reibeisen-Vocals und einfach dynamische Prügeltracks; all das bietet "Courting Tragedy And Disaster."

HIMSA sind mit diesem Album auf der Höhe der Zeit und schon darüber hinaus. Nach US-Touren mit Underoath und Agony Scene führte es die Band ein zweites Mal nach Europa und vor ihrem Berliner Gig im Wild At Heart sprach ich mit Frontmann John. Dieser erzählte mir gleich zu Beginn, wie wohl er sich hier in Europa fühlt und das die Musiker jetzt richtig durchstarten wollen: „Ich fühle mich in Europa wohler als in den Staaten. Die Leute scheinen unsere Musik besser anzunehmen und auch besser zu verstehen. Alles scheint ehrlicher zu sein und wir haben hier sogar schon einige Fans. Vor


etwa einem Jahr waren wir zum ersten Mal hier und wir wollen schon bald wieder kommen.

Was die Band betrifft, sind wir heute selbstbewusster denn je und stecken 100 Prozent in unsere Aktivitäten. Wir haben unsere Jobs gekündigt und unsere Wohnungen aufgegeben, um permanent auf Tour sein zu können. In Zukunft wollen wir zwei oder drei Mal im Jahr durch Europa touren, jeweils sieben-acht Wochen lang. Anfang des nächsten Jahres wollen wir schon wieder hier sein, denn unsere Platte kommt ja gerade erst heraus und die Leute müssen sie erst kennen lernen.“

Die Stilbrüche im Sound von HIMSA waren schon recht krass. Hatte die Band einst als Chaos-Band begonnen, ist sie heute Metal pur, was ab und an zu Irritationen führt: „Das ist vor allem durch die vielen Line-Up-Wechsel bedingt. Jeder neue Gitarrist war noch mehr Metal-beeinflusst und auch ein deutlich besserer Musiker. Das hat natürlich unseren Sound stark beeinflusst. Wir sind dennoch glücklich darüber, denn es brachte uns jedes Mal weiter voran.“ Dennoch führte es auch zu langen Wartezeiten zwischen den Releases der Band: „Wir haben immer wieder unseren Sound neu finden müssen. Deshalb hat es oftmals so lange gedauert. Wir wollten uns jeweils eine Brücke zum alten HIMSA- Sound bewahren, auch wenn wir uns deutlich weiterentwickelt haben.“

John sieht sich übrigens auch heute noch im Hardcore verankert: „Es gibt ja nach wie vor HC-Breakdowns. Die beste Beschreibung für uns hat ein Typ in Seattle gebracht, als er sagte, wir klingen wie frühe Testament gemischt mit frühen Cro-Mags und Deadguy-Vocals. Ich denke, das passt gut und alle drei Bands bedeuten uns sehr viel.“ Ob nun reiner Metal oder doch noch MetalCore, HIMSA knallen jedenfalls ordentlich und das allein zählt!

 
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