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Beaten To Death

Storie von: arne, am 18.03.2021 ]

Raus in die Natur: im kompromisslosen und kratzigen Grindcore-Gewand erkunden die Norweger von BEATEN TO DEATH auf ihrem fünften Longplayer Wälder in den Niederlanden, Japan und Norwegen sowie auf dem Gas-Planeten Endor. In Eigenregie der Band gibt es physisch eine Doppel-LP. Das Material erscheint zudem als Reihe von vier Digital-EPs.

 
„Wir folgen nur selten einem durchdachten Plan“, gibt Frontmann Anders, a.k.a Anti-Climax, zu Protokoll. „Deshalb ist „Laat Maar Ik Verhuis Naar Het Bos“ auch kein vollwertiges Konzept. Der Titel ist Holländisch und deutet übersetzt so viel wie „Egal, ich ziehe in den Wald“. Das spiegelt unsere Denkweise wider, wenn es um den derzeitigen Zustand der Welt geht, den wir in unseren Liedern streifen. Wir verspüren den wachsenden Drang, uns von diesem Spektakel zu verabschieden und im Wald zu grinden. Die EPs mögen konzeptionell wirken, da sie in vier „Wälder“ aufgeteilt sind, aber dies war schlicht unsere Art, die Songs für das Vinyl in vier gleich große Musik-Stücke zu unterteilen, die auch digital unter dem Dach des Album-Titels veröffentlicht werden. Bei den fraglichen Wäldern handelt es sich um vier unserer Lieblingswälder. Darüber hinaus ist der Inhalt der Songs für uns ganz normal und folgt keinem roten Faden.“

Die Aufsplittung in vier EPs hat dabei folgenden Grund: „Indem wir die Veröffentlichungshäufigkeit erhöhen und den Leuten kürzere digitale Ausbrüche anbieten, wollen wir modern wirken, während wir uns immer noch an das Konzept eines Albums klammern, das unser bevorzugtes Format ist“, gibt Anders preis. „Als Männer mittleren Alters fühlen wir uns dem Album weiterhin verbunden. Wir hatten wir eine lange Diskussion darüber, wie diese Veröffentlichung zu bewerkstelligen sei. Die Ideen wurden immer unordentlicher, so dass wir einfach beschlossen, es unordentlich zu belassen.“ Dem Osloer Quintett mit Mitgliedern von Insense, Tsjuder, The Cumshots, Gothminister und She Said Destroy geht es vor allem um den Spaß an der Sache: „Für mich klingt BEATEN TO DEATH so, wie ich es von unseren kombinierten Einflüssen erwarte: nach Metal und Nicht-Metal, der sich auf einer Blastbeat-Basis auftürmt und die extreme


Attitüde der 1990er Jahre besitzt“, freut sich Anti-Climax. „Eingängigkeit ist das Ziel. Wiederholung ist Misserfolg. Es dürfte schwierig sein, uns festzunageln, da wir selten lange am selben Ort verweilen. Es langweilt uns schnell, nur eine Sache zu tun. Fühlen wir uns verstanden? Ja und nein. Ich glaube, die etwa sieben Leute, die unsere Entwicklung verfolgen, wissen inzwischen irgendwie, was sie zu erwarten haben. Aufgrund der Tatsache, dass wir auch spaßige Elemente einbringen, scheinen wir meiner Beobachtung nach bisweilen provozierend zu wirken. Mit drei Vierteln des norwegischen Black Metal/Death-like-Ethos sind wir nicht einverstanden und sagen stattdessen: Ja, Spaß. Ja, Core. Ja, Mosh. Keine Trends.“

Der Hang zum Experimentieren und zur eruptiven Gefühlsverarbeitung ist ausgeprägt: „Das rührt von unserer kollektiven Unruhe her“, meint der Frontmann. „Würden wir immer nur den gleichen Song schreiben, könnten wir genauso gut Cover-Songs spielen oder gleich aufhören, Musik zu schreiben. Abgesehen davon müssen wir uns nicht bemühen, zu experimentieren. Ich habe keine Ahnung, was wir beim nächsten Mal machen werden. Wir sind nicht gut darin, im Voraus zu planen. Ich erinnere mich aber daran, dass wir schon früh beschlossen haben, dass es bei BEATEN TO DEATH darum gehen soll, dass wir jeden Aspekt der Band genießen und dass wir es nie zu ernst nehmen würden. Das bedeutet, dass niemand ausflippt, wenn wir nicht genug Aufmerksamkeit oder Gigs angeboten bekommen, und dass wir, sobald einer von uns ausfällt, den Betrieb einstellen – keine neuen Mitglieder, keine Verhandlungen, keine Befindlichkeiten. Ich glaube, diese gesunde Einstellung zur Band ist es, die uns viel länger am Leben gehalten hat, als wir es erwartet haben. Im Laufe der Jahre gab es allerdings einige knappe Entscheidungen.“

 
 Links:
  beatentodeath.bandcamp.com
 
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