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Ghostkid

Storie von: arne, am 04.02.2021 ]

Nach dem Ausstieg bei Eskimo Callboy hat Sebastian „Sushi“ Biesler sein Solo-Projekt GHØSTKID innerhalb kürzester Zeit zur Veröffentlichungsreife geführt. Das selbstbetitelte Debüt entwickelt sich zwischen heftigen Strophen und verträglichen Refrains, wobei Einflüsse zwischen MetalCore, NuMetal, Elektro-Rock, Industrial, Trap und Pop ergebnisoffen, jedoch songdienlich arrangiert werden.

 
„Letztes Jahr habe ich mir irgendwann die Gitarre geschnappt und angefangen, Songs zu schreiben“, rekapituliert Sushi. „Als ich mich entschied, meiner Band den Rücken zu kehren, wusste ich, dass ich dieses Mal alles alleine machen wollte – von der Entwicklung der Vision und des Artwork-Konzeptes bis hin zum Songwriting. Zuvor habe ich zehn Jahre in einer Band gespielt, was stets mit Kompromissen einher ging. Nun will ich herausfinden, wie es ist, meine Vision von Anfang bis Ende zu verfolgen. Es gibt eine feste Besetzung, doch die Band kommt nur ins Spiel, wenn es um Live-Auftritte geht.“

GHØSTKID ist die Konsequenz einer über längere Zeit gewachsenen Unzufriedenheit: „Was mir bei Eskimo Callboy zuletzt gefehlt hat, habe ich nun wiedergefunden. Nämlich, dass ich die Musik mache, die ich wirklich repräsentieren möchte. Die Songs fallen viel persönlicher aus. Schon allein dadurch hat sich für mich eine Menge verändert. Ich kann jetzt etwas nachgehen, womit ich mich zu einhundert Prozent identifiziere. In meine erste eigene Platte habe ich viele Gedanken und Gefühle reingesteckt, was ich so noch nicht erlebt habe.“ Sushi hat den ganz normalen Wahnsinn kreativen Arbeitens mit all seinen Höhen und Tiefen durchlaufen: „Wenn man völlig auf sich gestellt ist, sieht man viele Dinge zunächst gar nicht kommen. Es ist ja nicht so, dass man sich hinsetzt, einige Songs schreibt, alles sofort funktioniert und man ein Album herausbringt. Ich habe beispielsweise total unterschätzt, wie schwierig es ist, mich selbst zufrieden zu stellen. Im Alleingang absolviert man ganz andere Etappen, bis man den Punkt erreicht, an dem man das, was man geschaffen hat, cool findet. Der Prozess war schon sehr intensiv.“

Das Ziel für GHØSTKID war gl


ücklicherweise gesetzt: „Ich bin von Anfang an auf einen aggressiven Sound aus gewesen, der auch eingängige Chöre aufweisen, insgesamt aber düster und rotzig klingen sollte. Das war die Maxime, der ich gefolgt bin. Daneben habe ich mir keine Schranken gesetzt und wollte einen unkonventionellen, aggressiven Sound erschaffen, ohne diesen direkt als Metal zu betiteln. Um dieses Ziel zu erreichen, habe ich einige Zeit herumexperimentiert, bis es sich richtig angefühlt hat. Rückblickend war es ein sehr freier Schaffensprozess. Am Anfang habe ich geschaut, wie die Gitarren angelegt sein müssen, damit sie nicht nach Standard klingen. Dann habe ich versucht, maximale Härte zu erzeugen, ohne konventionelle Mittel einzusetzen. Auf der ganzen Platte findet sich beispielsweise nicht eine Double-Bass. Das ist so ein Aspekt, der verdeutlicht, dass ich die Härte anders erzeugt habe.“

Die Feature-Gäste auf dem GHØSTKID-Debüt, Marcus Bischoff (Heaven Shall Burn), Mille Petrozza (Kreator), Rapper Timi Hendrix und Johnny 3 Tears (Hollywood Undead), folgen diesem Muster: „Der Ausgangspunkt war jeweils ein Stück, bei dem ich mir ein Feature gut vorstellen konnte. ,This Is Not Hollywood‘ ist dafür das beste Beispiel. Es ist ein Song, bei dem mir die Message sehr wichtig ist. Es geht darum, dass das Show-Business eine dunkle Seite besitzt, die den meisten Leuten nicht offenbar ist. Der Ansporn für mich war es, zwei Leute für den Song zu finden, die eine jeweils andere Perspektive einbringen und noch dazu andere Genres repräsentieren. Dass die Features insgesamt aus völlig unterschiedlichen Richtungen stammen, gefällt mir. Ich wüsste nicht, ob Mille Petrozza schon einmal so auf einem Song performt hat. Auch das klingt unkonventionell.“

 
 Links:
  ghost-kid.de
 
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