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Interviews/Stories gesamt: 1808

Make Them Suffer

Storie von: arne, am 17.08.2020 ]

Die Australier halten der modern-extremen Kombination aus Metal- und Deathcore-Elementen die Treue und stellen existenzielle Fragestellungen in den Mittelpunkt ihres vierten Albums. „How To Survive A Funeral“ fällt düster, emotional-aufwühlend und facettenreicher als seine Vorgänger aus. MAKE THEM SUFFER haben sich endgültig sowohl als Quintett als auch künstlerisch gefunden.

 
„Zumindest scheint es mir so zu sein, dass immer mehr Menschen, auch wir selbst, zu verstehen beginnen, worum es bei MAKE THEM SUFFER geht und worauf sie sich in unserem Fall einlassen“, kontert Frontmann Sean Harmanis. „Zuweilen agieren wir hochgradig melodisch, zuweilen extrem schwer und brutal. Bezüglich unseres Sounds stehen die Emotionen tatsächlich mehr denn je im Vordergrund. Unsere Musik umfasst ein breites Spektrum an Emotionen, was von beruhigender Freude bei Titeln wie ,Ether‘ über Hass und Aggression bei ,Hollowed Heart‘ bis hin zu Schmerz und Trauer bei Songs wie unserer neuesten Single ,Erase Me‘ reicht. Aus meiner Sicht bringt unser neues Album all diese Emotionen stimmig zusammen.“

Schon auf dem 2017er „Worlds Apart“ hat sich angedeutet, dass die Australier ihre Nische gefunden haben, die auf dem neuen Album nun noch bewusster ausgekundschaftet wird: „Wir freuen uns darüber, dass es Hörer gibt, die unsere Entwicklung verfolgen und zu wirklichen Fans geworden sind“, erwidert Sean. „Glücklicherweise habe ich aber nicht das Gefühl, dass das unseren Schreibprozess beeinflusst oder uns unter Druck setzt. Als Band sind wir musikalisch gerade deshalb so weit gekommen, weil wir uns nicht von der Meinung anderer darüber haben beeinflussen lassen, was wir tun oder nicht tun sollten, sondern einfach das schreiben, was sich für uns richtig anfühlt. Da unsere stilistische Bandbreite und unser Ideenreichtum so groß sind, denke ich, dass es bezüglich „How To Survive A Funeral“ unsere Absicht gewesen ist, unsere bereits vorhandenen Klänge und Ansätze zu verfeinern und noch mehr Struktur und Kontext in die Lieder zu integrieren. Um uns dabei zu helfen, haben wir uns entschieden, mit Drew Fulk von den WZRD BLD-Studios zusammen zu arbeiten. Der enge Austausch mit Drew und die Perspektive einer dritten Partei auf unsere Musik hat es uns ermöglicht, unsere Grenzen noch weiter zu verschieben und unseren Sound so zu verfeinern, dass er auf dem neuen Album auffällt.“

Der in Los Angeles beheimate Produzent zählt Acts wie Motionless In White, Bullet For My Valentine, Yelawolf und Lil' Wayne zu seinen Referenzen. Doch nicht allein seine Involvierung ist mit dafür verantwortlich, dass MAKE THEM SUFFER auf ihrem vierten Longplayer stärker denn je in Erscheinung treten: „Nun, „How To Survive A Funeral“ ist das erste Album seit langer Zeit, bei dem es zwischen diesem und dem letzten keine Besetzungsänderungen gegeben hat“, freut sich der Frontmann. „Die Mitglieder, die beim Songwriting an vorderster Front stehen,


sind dieselben geblieben. Deshalb waren wir in der Lage, unseren Songwriting-Prozess zu einer gut geölten Maschine zu formen. Die personellen Änderungen in unserer Vergangenheit haben Verschiebungen bei der Besetzung der Rollen innerhalb der Band nach sich gezogen. Seit „Worlds Apart“ haben wir nun ein solides Gerüst. Jeder kennt seine Rolle und weiß, was von ihm erwartet wird. Anlass zu Streitigkeiten gibt es nur noch selten. Ich glaube, dass die Band derzeit auch auf sozialer Ebene ein sehr starkes Gesamtbild abgibt. Wir zweifeln weniger an uns selbst und vertrauen einander blind. Das ist für mich der entscheidende Grund dafür, dass sich eine solche Kohärenz herausgebildet hat.“

Der Gruppe aus Perth gelingt es überzeugend, ihre Stärken heraus zu stellen, die Kontraste zu schärfen und insgesamt als eigenständiger aufzufallen: „Ich mag die Vorstellung, dass unsere Musik heute universeller und sogar zugänglicher ausfällt“, freut sich Sean. „Gleichzeitig habe ich dennoch nicht das Gefühl, dass wir irgendetwas von dem verloren haben, was uns als MAKE THEM SUFFER auszeichnet. Wir wissen, dass in unseren Liedern Atmosphäre und Emotionen im Vordergrund stehen, und ich denke, dass sie auch beim Schreiben von Musik immer den vordersten Platz einnehmen.“ Diese Aussagen dürfen aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Australier eine partiell extrem und komplex aufspielende Deathcore-Gruppe sind, auch wenn ihr Viertwerk sehr facettenreich und unterhaltsam aufgesetzt ist:

„Das Wichtigste, was man als Songschreiber tun kann, ist für mich, so viel und so viele verschiedene Arten von Musik wie möglich zu hören. Eigene Songs zu schreiben, ist letztlich nur eine Art Problemlösung. Je vielfältiger der Pool an musikalischem Wissen, aus dem man schöpfen kann, ist, desto mehr wird man in der Lage sein, die richtige Lösung für ein spezifisches Problem zu finden. „How To Survive A Funeral“ ist ein sehr raffiniertes Album. Zwar haben wir im Mix auch Dinge versucht, die wir zuvor noch nie gemacht haben. Doch insgesamt nimmt diese Scheibe eine Reihe von Elementen früherer Platten auf und vermischt sie miteinander. Ich bin davon überzeugt, dass wir für uns eine Formel gefunden haben, die uns gefällt und die wir bei zukünftigen Veröffentlichungen weiter vorantreiben werden.“ Textlich gelangen MAKE THEM SUFFER verkürzt zu der Einsicht, dass alle Menschen im Tod gleich sind: „Bei MAKE THEM SUFFER geht es stets um das Gleichgewicht – die Balance von Leben und Tod, Licht und Dunkelheit und Konsonanz und Dissonanz.“

 
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