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The Acacia Strain

Storie von: arne, am 14.08.2020 ]

Das neue Album von THE ACACIA STRAIN heißt „Slow Decay“, markiert aber „nur“ die Sammlung bereits erhältlicher Digital-EPs und Vinyl-Singles. Das andere Veröffentlichungskonzept hält die tough-rabiaten Heavyweights seit Monaten im Gespräch und sorgt dafür, dass es zuletzt immer wieder neue Tracks der US-Kombo gegeben hat.

 
„In der Vergangenheit haben wir stets Standard-LP-Veröffentlichungen gehabt“, erzählt Bassist Griffin. „Dieses Mal wollten wir einfach mal etwas anderes ausprobieren. Wenn wir an eine neue Platte denken, fangen wir normalerweise mit einem Konzept von Vincent, unserem Frontmann, an und versuchen, uns von Beginn des Arbeitsprozesses an das ganze Paket vorzustellen. Als wir uns dazu entschieden haben, „Slow Decay“ auf diese kleinteilige Weise zu veröffentlichen, hatten wir keinen anderen Grund dafür, als dass wir einfach nur eine Menge Artwork und eine coole Art und Weise der Interaktion mit unseren Fans umsetzen wollten. Um ehrlich zu sein, hatte ich keine Vorstellung davon, wie es ankommen würde. Es ist erstaunlich zu sehen, dass sich die Fans tatsächlich die Zeit nehmen, sich jeden einzelnen Song anzuhören und sich auf die nächsten freuen.“

Das klassische Album-Konzept hat sich für den Musiker damit aber noch nicht zwingend überholt: „In meinen Augen hängt das immer noch von der konkreten Band und dem Genre, in dem sie aktiv ist, ab. Ich persönlich liebe nach wie vor Heavy-Bands, die ganze Alben herausbringen. Bei Pop, Rock, Hip-Hop usw. dreht sich aber längst alles um die Singles. Die Musik-Branche verändert sich ständig. Um zu überleben, muss man sich mit ihr verändern. Dennoch glaube ich nicht, dass das Album an sich ein totes Format ist. Als Künstler muss man heute aber kreativer und einzigartiger agieren, um die Leute dazu zu bringen, ein ganzes Album zu hören.“ Auf die Kreativarbeit von THE ACACIA STRAIN hatte die Veröffentlichung in Tranchen keine Auswirkung:

„Wir haben diese Platte genauso geschrieben, wie unsere anderen Platten in der Vergangenheit“, so Griffin. „Nur die Art und Weise, wie wir die Musik verpacken und veröffentlichen, hat sich drastisch verändert. Ich denke, das Gesamtpaket ist das, was es für uns so besonders macht.“ …und was die Wahrnehmung auf Seiten der Fans steigert: „Musik wird heutzutage definitiv anders bewertet“, findet auch der Bassist. „Als ich ein Kind war, ging ich mit meinem Vater in die Läden und schaute ziellos reihenweise CDs durch, bis ich eine Handvoll Alben mit großartigen Kunstwerken beisammen hatte. Damals war die Wertschätzung für das gesamte Paket größer. Und da man es kaufen musste, saß man dann auch zu Hause da und hörte sich die kompletten Alben an. Ich liebe Spotify, aber es ist so verlockend und einfach, immer wieder das Gleiche zu hören, anstatt aktiv nach neuer Musik zu suchen.“ Die zunehmende Fokussierung der Musik-Branche auf einzelne Stücke hat nichts mit der letzten Platte zu tun: „Es ist schwer, zu definieren,


was ein Lied perfekt macht, da die Wahrnehmung von Musik gänzlich subjektiv ist. Für mich ist unsere letzte Platte „It Comes In Waves“ sehr perfekt. Sie ist dafür gedacht, als ein Lied gehört zu werden, und ich glaube, wir konnten unsere Hörer mit diesem Lied bzw. dieser Platte auf eine emotionale Reise mitnehmen. Diese Platte hat uns auch dabei geholfen, mit „Slow Decay“ und sicher auch in Zukunft etwas schräger zu agieren.“

Das mutige Experimentieren führt dazu, dass die seit 2001 aktiven THE ACACIA STRAIN auch außerhalb ihrer angestammten Hörer-Klientel Respekt und Anerkennung genießen: „Es scheint mir so zu sein, dass die Leute uns seit einiger Zeit ernster nehmen“, bestätigt Griffin. „Wir sind keine Heavy-Band mehr, nur um des Heavy-Seins willen, sondern versuchen heute, viele Klänge zu erforschen, an die wir uns in der Vergangenheit noch nicht herangetraut haben. Ich liebe es immer noch, einfach nur heavy auf den Gitarren zu tuckern, aber wenn wir etwas schaffen können, das untypisch für unseren üblichen Sound ist, jedoch noch heavier klingt, dann richtet sich unser Fokus schnell darauf. Mein Ziel ist es, auch emotional schwer zu klingen und nicht nur musikalisch. Wir werden nie dazu in der Lage sein, es jedem einzelnen Fan recht zu machen. Also belassen wir es dabei, uns auf unsere eigenen Interessen zu konzentrieren. Solange wir mit unserer Kunst zufrieden sind, ist das alles, was zählt. Wenn man seine Vergangenheit nicht völlig aufgibt, respektieren die Leute das Experimentieren und gehen Veränderungen mit. So erleben wir das wenigstens.“

Zwar sind Shows aufgrund der Coronavirus-Pandemie aktuell ausgesetzt, doch THE ACACIA STRAIN sind dafür bekannt, normalerweise massiv zu touren und dabei aus Absicht über den Tellerrand hinaus zu schauen: „Wir touren mit so vielen unterschiedlichen Bands wie möglich, ganz gleich, welcher Szene die Leute zugeschlagen werden und ob sie zu dem passen, womit wir assoziiert werden“, so der Bassist. „Es gibt heutzutage alle möglichen Arten von Heavy-Bands, also möchten wir lieber nicht nur mit Bands touren, die genauso klingen, wie wir. Unsere jüngste Tour mit Rotting Out, Creeping Death, Chamber und Fuming Mouth war großartig, weil wir alle zwar verschieden sind, aber dennoch gut zusammenpassen. Ich würde gerne noch mehr Tourneen mit gemischten Genres erleben. Festival-Touren wie die Vans Warped Tour sind für die Leute erstaunlich, weil sie ihnen die Gelegenheit bieten, neue Bands zu entdecken, denen sie sonst vielleicht nie eine Chance gegeben hätten. Nichts geht darüber, den Horizont zu weiten und Neues kennen zu lernen.“

 
 Links:
  facebook.com/Theacaciastrain
 
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