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Suicide Silence

Storie von: arne, am 29.03.2020 ]

„Become The Hunter“ wird all diejenigen versöhnen, die mit dem letzten, rockigen Album von SUICIDE SILENCE Probleme hatten. Das kalifornische Quintett setzt wieder offensiv auf seinen Deathcore-Trademark-Sound, für den es seit Jahren gefeiert wird.

 
Die Band gilt vielen sogar als der Erfinder der Extrem-Spielart: „Das habe ich auch schon öfter gehört und es freut mich natürlich, wenn die Leute uns zusprechen, dieses Genre definiert zu haben“, sagt Gitarrist Mark Heylmun. „Besser geht es doch gar nicht. Ich kann mich noch ganz genau daran erinnern, dass, als es losging, wir schon bei einer Probe im Jahr 2005 von Deathcore gesprochen haben. Unseren Hardcore-Wurzeln waren wir uns sehr bewusst. Ich sage ganz bewusst Hardcore, denn MetalCore sind wir für mein Verständnis nie gewesen. Es war uns durchaus bewusst, dass wir etwas spielten, was es so noch nicht gab. Es war weder Death Metal noch Hardcore oder MetalCore. Ich freue mich über den Respekt, der uns entgegengebracht wird. Nur wenige Gruppen können von sich behaupten, ein Genre mit etabliert und definiert zu haben.“ Letztlich war das aber eher ein Zu- oder Glücksfall:

„Es war jedenfalls kein Plan, sondern die Konsequenz unserer Zusammensetzung“, bestätigt Mark. „Jeder von uns hat seinen individuellen Background mit eingebracht und die waren sehr verschieden. Im Songwriting hat sich daraus diese optimale Mixtur ergeben, mit der für uns alles losging. Damals waren wir noch Teenager zwischen 17 und 19 Jahren, die ihre ersten Songs geschrieben haben. Zusammen haben wir die brutale Musik für uns entdeckt und dabei etwas Neuartiges gefunden. Der Rest ist Geschichte.“ Nicht minder imposant sind die Professionalisierung und der Reifeprozess von SUICIDE SILENCE verlaufen: „Bei den ersten Platten haben wir es allein darauf angelegt, Songs zu schreiben, die rücksichtslos und schon irrwitzig brutal waren“, ordnet der Gitarrist rückblickend ein. „Auf unseren Konzerten wollten wir ausrasten und heftig moshen. Erst mit der Zeit sind wir wirklich Musiker geworden und haben gelernt, wie man gute Songs schreibt und worin wir wirklich gut sind. Heute wissen wir natürlich, wie wir eine Verbindung zu unseren Hörern aufbauen können und was warum funktioniert. Je reifer ein Stück komponiert ist, desto besser können die Hörer es nachvollziehen und genießen. Deshalb führt kein Weg daran vorbei, sich im Songwriting zu verbessern und bessere Riffs, Soli und Hooks anzubieten. Daran wachsen wir auch als Band und können später bessere Shows spielen. Aus den Reaktionen unserer Fans ziehen wir Schlüsse und leiten ab, wo unsere Stärken liegen und was besonders gut ankommt. Ausgehend davon arbeiten wir dann weiter.“

Auch das gemischt aufgenommene selbstbetitelte Album von 2017 hat den Kaliforniern


zu neuen Erkenntnissen verholfen: „Alles, was wir jemals getan haben, beeinflusste immer auch das, was danach kam. Die selbstbetitelte Platte ist vielleicht bei den Hörern divers angekommen, doch für uns war sie genau zu diesem Zeitpunkt notwendig“, so Mark. „Es knüpft ja an „You Can’t Stop Me“ an, mit dem alle sehr zufrieden waren. Man muss bedenken, dass Eddie gerade erst als neuer Frontmann zur Band gestoßen und es das erste Album mit ihm war. Wir wollten beweisen, dass SUICIDE SILENCE es immer noch draufhaben. Das ist uns gelungen. Danach wollten wir etwas anderes versuchen. Die Beteiligung von Ross Robinson als Produzenten hat uns die Gelegenheit geboten. Wir haben uns komplett frei gemacht und diese Songs allein für uns geschrieben. Manche finden sie fantastisch. Andere sehen das Album als Fehler. Das gemischte Feedback kann ich verschmerzen. Für uns war es eine tolle Erfahrung. Die Songs sind roh und live. Viele Leute haben nicht einmal bemerkt, dass es eine Platte ist, die wir live mit Vintage-Gear eingespielt haben. Sie haben allein bemängelt, dass sie nicht gut klingt. Wir wollten es aber genauso haben. Die Leute, die es verstanden haben, waren begeistert, und ich für meinen Teil weiß, dass wir ohne das selbstbetitelte Werk „Become The Hunter“ nicht hätten machen können. Denn erst durch das Feedback wurden wir an das erinnert, wofür die Leute uns lieben und was sie von uns hören wollen. Es stimmt ja, dass wir bestimmte Trademarks haben, die man mit uns verbindet. Das neue Album haben wir nun so geschrieben, dass unsere Identität noch gewaltiger zutage tritt und die Leute das im Überfluss bekommen, wofür SUICIDE SILENCE bekannt sind. Die Stücke sind dunkel und heftig, aber auch catchy. Und wir haben an ihnen ungemein viel Spaß.“

Den Deathcore-Fans wird es nicht anders gehen: „Als Band haben wir schon bewusst darauf hingearbeitet, dass wir wieder zu dem zurückkommen, was die Leute von uns erwarten“, gibt Mark zu. „Ich fand es traurig, dass sich etliche Fans durch das selbstbetitelte Album gekränkt fühlten, weil wir ihnen nicht das gegeben haben, was sie wollten. Mit „Become The Hunter“ wollen wir das geraderücken, denn natürlich sind uns unsere Fans wichtig und sollen sich gut fühlen. Sie sind es, die unsere Alben hören und zu unseren Shows kommen. Nur aufgrund ihres Supports können wir SUICIDE SILENCE sein. Deshalb sollen sie dieses Mal wieder den Spaß finden, nach dem sie suchen. Kunst ist für mich nach wie vor in erster Linie Spaß und Unterhaltung.“

 
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