Go There
INFOS > Interviews-Stories > Details
/ 1 2 3 6 A B C D E F G H I J K L M N O P R S T U V W X Y Z [
Interviews/Stories gesamt: 1778

Oceans

Storie von: arne, am 17.03.2020 ]

An Vorschusslorbeeren mangelt es nicht. Das österreichisch-deutsche Quartett hat sich nicht beirren lassen und legt mit „The Sun And The Cold“ ein starkes Debüt vor. OCEANS setzen auf einen kontraststarken Wechsel heftiger, vertrackter und zugänglicher, sphärischer Passagen. Der Post-Death Metal der Gruppe ist noch dazu melodisch-düster gestimmt und wird ansprechend gefühlsbetont entwickelt.

 
„Jede Band erfindet sich mittlerweile ihr komplett eigenes Genre, um zu zeigen, wie herausragend sie ist“, erwidert Frontmann Timo Rotten auf die eigene stilistische Verortung angesprochen. „Ich möchte nicht behaupten, dass wir mit dem, was wir machen, das Rad neu erfinden. Wir hören aber sehr häufig, dass wir einen recht frischen und überraschenderweise gut funktionierenden Mix aus Death Metal, NuMetal und Post-Rock abliefern. Das lasse ich gerne so stehen, denn das sind auch die drei größten musikalischen Gebiete, in denen wir wildern. Im Endeffekt sind mir Genres aber ehrlich gesagt egal. Ich finde, gute Musik macht genau nur eine Sache aus: echte Emotionen! Davon gibt es bei uns jedenfalls eine Menge.“

Stimmt, und das hat dazu beigetragen, dass es für OCEANS bislang Schlag auf Schlag ging: „Wir sind mehr als nur zufrieden“, freut sich der Gitarrist und Sänger. „Wir haben einen Deal bei Nuclear Blast unterschrieben, noch bevor wir überhaupt eine einzige Live-Show gespielt hatten. Es steht eine Europa-Tour mit Equilibrium und Lord Of The Lost vor der Tür. Eine weitere Tour für Herbst 2020 ist auch schon in Planung. Auf Social Media haben wir eine fette Fanbase und 60.000 monatliche Hörer auf Spotify, noch bevor überhaupt ein Album draußen ist. Ich weiß gar nicht, wie ich das alles fassen soll, um ehrlich zu sein. Es ist surreal. Wir freuen uns natürlich unglaublich darüber, wie gut es läuft, und haben einen ziemlichen Kickstart hingelegt. Für den haben wir aber auch mit viel Leidenschaft richtig hart gearbeitet. Das werden wir auch weiterhin machen. Unser nächstes Ziel ist eine Tour durch Nordamerika. Dort zu spielen, ist einfach der Wahnsinn und wir können es kaum erwarten, mit OCEANS endlich auch über den Ozean zu fliegen.“

So, wie die Musik wirkt, fällt auch das Feedback aus: „Die Reaktionen, die wir bekommen, sind vor allem sehr emotional“, so der Frontmann. „Wir bekommen Unmengen an Nachrichten von Leuten, die uns im wahrsten Sinne des Wortes ihr Herz ausschütten und davon erzählen, wie wir ihnen in ihrem Kampf mit ihren eigenen Dämonen helfen konnten und Kraft gegeben haben. Das ist einfach nur wundervoll. Ich freue mich, dass wir so viele Menschen mit unserer Musik so sehr berühren können.“ Was die Hörer anspricht, liegt für Timo Rotten auf der Hand: „Ich habe es schon erwähnt: echte Emotionen. Bei OCEANS dreht sich alles immer um den Kampf mit den eigenen Dämonen. Alle von uns hatten oder haben beruflich oder privat mit Dingen wie


psychischen Krankheiten, Depressionen oder Angstzuständen zu tun. Wir wissen, wie unglaublich schwer es ist, mit diesen Krankheiten zu leben und wollen dafür ein Bewusstsein schaffen. Nur weil man es nicht sehen kann, ist es nicht weniger schlimm. In unserer Musik verarbeiten wir diesen Schmerz, versuchen ihn zu kanalisieren, teilweise sogar auf die Spitze zu treiben. Das hat etwas ungemein Kathartisches. Wichtig ist uns nur, dass am Ende immer der Silberstreif am Horizont zu sehen ist. Wir wollen den Leuten – und wahrscheinlich auch uns selbst – Hoffnung geben und die Kraft, weiterzumachen. Ich denke, das spüren sie auch.“

Im musikalischen Bereich haben OCEANS aber auch einiges zu bieten: „Unser inhaltliches Konzept habe ich ja nun schon ausgebreitet“; führt der Frontmann ein. „Auf musikalischer Ebene spiegelt sich das genauso wider. Wir spielen unheimlich gerne mit Gegensätzen: Licht und Dunkelheit, Hoffnung und Verwüstung, Leere und Geborgenheit. Daher haben wir oft einen Heidenspaß daran, einen Song plötzlich völlig auf den Kopf zu stellen. Nimm unsere erste Album-Single ,We Are The Storm‘ als Beispiel. Der Song beginnt mit viel Melodie, cleanem Gesang und ist schon recht eingängig, würde ich sagen. Aber in der Mitte bricht plötzlich alles zusammen und mündet in einem Gewitter aus richtig fiesem Death Metal und den wahrscheinlich tiefsten Growls, die ich bisher jemals hingekriegt habe. Das ist schon geil. Wir haben da einfach viel Spaß daran, die Hörer zu überrumpeln.“

Für Kontraste ist auf „The Sun And The Cold“ in der Tat gesorgt. Man bekommt es mit einem reifen und ausbalancierten Heavy-Sound zu tun, der noch dazu Ohrwurm-Tauglichkeit aufweist: „Wir haben in den letzten Jahren unseren musikalischen Werkzeugkasten neu bestückt“, erzählt der Gitarrist und Sänger. „Ich habe in meiner Musiklaufbahn seit 15 Jahren nichts anderes gemacht als Screams und Growls. Erst vor circa zwei Jahren habe ich dann begonnen, mich intensiver mit cleanem Gesang auseinanderzusetzen. Was mich daran fasziniert, ist die wesentlich größere emotionale Bandbreite, die sich mir dadurch bietet. Das ist bei Growls nicht so. Die sind halt einfach immer aggressiv. Dadurch haben sich dann völlig neue Möglichkeiten, aber auch Notwendigkeiten, im Songwriting aufgetan. Im Grunde wollen wir aber nichts anderes, als spannende Songs schreiben. Durch das ständige Wechselspiel aus heavy und melodiös können wir diese emotionale Achterbahnfahrt kreieren, die OCEANS ausmacht.“

 
 Links:
  facebook.com/oceansofficialDE
 
oben
Platte der Woche:

Die letzten Reviews:

  All Time Low
  Neck Of The Woods
  New Hate Rising
  Selfish Hate
  Western Addiction

Interviews/Stories:

  Neaera
  Suicide Silence
  Clint Lowery

Shows:

  08.04. Kreator - Munich
  08.04. Power Trip - Munich
  08.04. Lamb Of God - Munich
  09.04. Kreator - Ludwigsburg
  09.04. Power Trip - Ludwigsburg