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Soilent Green

Storie von: arne, am 25.09.2001 ]

The challenge of doing something crazy or different!!
'A Deleted Symphony For The Beaten Down' heißt das neue Album von SOILENT GREEN aus New Orleans. Vier Jahre musste man auf dieses Lebenszeichen der Band warten; sieht man von der letztjährigen Frühjahrstour mit Crowbar und Eyehategod einmal ab. Dabei hätte die dritte Full-Length durchaus früher erscheinen sollen, wurde aber aufgrund unfertigen Artworks um einige Monate verschoben...

 
Besser spät als nie präsentieren sich zehn Songs, die einen deutlichen Entwicklungsprozess der Band dokumentieren. Mir war gar nicht klar, dass nach 'Sewn Mouth Secrets' (1998) bereits soo viel Zeit ins Land gezogen war. In dieser Spanne haben SOILENT GREEN hörbar an sich gearbeitet und über die volle Länge wirkt das neue Material noch vielfältiger und reifer. Ein wenig scheint man das Tempo gedrosselt zu haben; sind doch die Ausflüge in den Sludge-Core unüberhörbar. Natürlich wird nach wie vor dem grindigen Geprügel gefrönt, aber nicht mehr derart häufig. Ein weiteres Mal überragend ist das Artwork der Platte. Das Booklet entpuppt sich schnell als Faltposter mit Madonnen-Motiv. Für die Arbeit zeichnet Bill Sienkiewicz verantwortlich, der durch seine Comics oder Filmplakate bekannt sein könnte. Einmal mehr steht es in direktem Gegensatz zur Musik; transportiert aber dennoch eine ähnliche Aussage. Musik wie Kunst umfassen eine große Spanne, spielen mit verschiedensten Stilen und wirken mit eigener, extremer Dynamik. Shouter Ben Falgoust beantwortete per Email einige Fragen und erklärte mir sein Verständnis der Band: "Für mich steht SOILENT GREEN für verschiedene Dinge. Schon immer verkörperte es die Idee, verschiedene Stile zusammenzuführen; extreme Elemente zu mischen. Das beinhaltet von Hardcore über Grindcore, Old Metal, New Metal, Punk bis hin zu einer Prise Blues einfach alles!! Musik, die einfach jeder erleben kann und die uns selbst Spaß macht. Auch wenn es etwas länger dauerte, bis wir richtig loslegen konnten, war SOILENT GREEN schon immer eine richtige Band. Ich denke, wir haben schon immer Außergew

öhnliches geboten; mussten uns aber selbst erst einmal darüber klar werden, was wir wollen." Eben das ist wohl die entscheidendste Entwicklung der Band. Man hört einfach, dass die Musiker jetzt wissen, wohin sie wollen. Das ist die Voraussetzung, um eben diese Vielfältigkeit zu erzeugen. 'A Deleted Symphony...' klingt keinesfalls erzwungen und bietet puren Spaß. Der amerikanische Rolling Stone nannte die Formation einst "one of the most important hard and heavy bands" und das bringt es auf den Punkt. Wer neben SOILENT GREEN trifft derart flächendeckend auf Zustimmung und Akzeptanz? Jeder, der extreme Musik hört, muss sie lieben! Dabei ist das nicht einmal gewollt. Vielmehr arbeiten die Musiker zwanglos mit verschiedenen Elementen, die durchweg bekannt sind. Es ist die Verbindung dieser, die den Reiz der Band ausmacht; die Ideen hinter der Musik, die zu diesem ambitionierten und verrückten Ergebnis führen. Es scheint inzwischen fast, die Musiker könnten dieses Chaos kontrollieren - fast. Mir war klar, wie die Tracks entstehen: "Wenn wir neue Songs erstellen, ist es die reinste Puzzle-Arbeit. Einige sind nach drei Tagen fertig und andere erst nach mehreren Wochen. Das hängt von den Stilen ab, denen wir in der fraglichen Zeit nachgehen. Es ist immer eine Art emotionaler Startschuss nötig; manchmal kommt einfach alles zusammen und oft nicht. Ist die Musik dann im Kasten, versuche ich, meine Texte richtig zu platzieren. Oft setzen wir uns auch selbst unter Druck, schneller und härter zu werden. Im Grunde ist unser Proberaum ein großes Labor." Das neue Album ist in jedem Fall näher am Live-Sound der Band und wohl auch das bisher direkteste. Peace out!!
 
 Links:
  http://www.soilentgreen.net
 
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