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Deez Nuts

Storie von: arne, am 23.12.2019 ]

Der Titel des neuen Albums von DEEZ NUTS ist plakativ und provozierend: „You Got Me Fucked Up“. Die Australier um Frontmann JJ Peters sind um toughe Hardcore-Sounds und derbe Texte nicht verlegen. Das Interaktions- und Identifikationspotenzial des Zehn-Trackers ist stark ausgeprägt. Auch, weil das Songwriting effektiv auf den Punk(t) kommt und die Zugänglichkeit bewusst unterstützt wird.

 
„Integrität ist für mich seit jeher eine große Sache“, stellt der Shouter klar. „Viele Leute mögen überrascht sein, aber trotz der Spaß-zentrierten und frechen Art der Band halten wir uns enger an unsere Überzeugungen und Moralvorstellungen als an einen unserer Kollegen. Es gibt keinen Zorn, wir sind schlicht Künstler und Musiker. Das ist alles, was wir können, also machen wir immer weiter. DEEZ NUTS ist einer unserer kreativen Wege durch das Leben.“ Hinsichtlich ihrer Gruppe übernehmen JJ Peters und seine Mitstreiter die volle Verantwortung und das aus Überzeugung:

„Um die Band kümmern wir uns komplett selbst. Wann immer wir professionelle Hilfe hatten, ging das nicht lange gut und wir haben uns schnell wieder getrennt. Dadurch sind wir nie wirklich Teil der Musik-Industrie geworden. Andere DIY-Gruppen sind auf diese Art und Weise in beachtliche Höhen geklettert, doch wir nicht. Das ist okay, denn jeder erlebt seine eigene Reise. Wir halten unser Lenkrad selbst in den Händen. Über die Jahre habe ich gelernt, jeden Vertrag aufmerksam zu lesen und jede Situation objektiv zu bewerten. Ich frage mich immer, ob eine jeweilige Person wirklich Fan unserer Musik ist oder es ihr um kommerziellen Erfolg und schnelles Geld geht. Warum hat uns dieser jemand nicht unterstützt, bevor wir unsere heutige Stellung erreicht hatten? Wir lehnen es entschieden ab, uns für Leute aus der Industrie zu beugen und ihnen mehr zu geben, als sie wert sind. Viele Leute können nicht damit umgehen, wenn man vor ihnen nicht in Ehrfurcht auf die Knie fällt. Wünschte ich mir größeren Erfolg? Selbstverständlich! Würde ich meine Integrität opfern, um das zu erreichen? Auf keinen Fall! Ich bin glücklich, wo ich bin, weil ich zu meinen eigenen Bedingungen an diesen Punkt gelangt bin.“

JJ Peters hat mit DEEZ


NUTS allen Widrigkeiten zum Trotz viel erlebt und erreicht. Die Australier sind eine etablierte Größe im weltweiten Hardcore-Zirkus, die gehört wird: „Je älter ich werde, desto mehr werde ich mir meiner Verantwortung bewusst“, erzählt der Frontmann. „Bis hin zu einem gewissen Grad bin ich mir dessen schon immer bewusst. Zuallererst verstehe ich mich allerdings als Entertainer, auch wenn ich Fakten, Geschichten und Warnungen in meine Texte injiziere. Ich sehe meine Verantwortung darin, Menschen zu ermutigen, das zu tun, was sie im Leben wollen, anstatt sich einem Druck zu beugen und unglücklich zu sein. An meinem Beispiel lehre ich, was man erreichen kann, wenn man für sich und seine Überzeugungen kämpft.“

Die Position, aus der heraus der Musiker formuliert, ist ja auch komfortabel: „Mit dem, was wir als DEEZ NUTS erreicht haben, bin ich zufrieden und glücklich. Die Band begann aus einer Laune heraus. Dass darauf überhaupt etwas geworden ist, ist schon ein Erfolg für sich. Ehrlich gesagt, übertreffen wir meine Erwartungen jeden einzelnen Tag, an dem wir unsere Geschichte fortschreiben. Es ist mir bewusst, dass es nicht einfach ist, unsere Band stilistisch zu kategorisieren. Genau das gefällt mir. Wenn du mit einem Genre gebrandmarkt bist, hast du nur die Langlebigkeit dieser Bewegung. Deftones zum Beispiel haben den NuMetal-Begriff stets gemieden und sind deshalb nicht mit diesem Schiff untergegangen. Weil sie sich ihre eigene Nische geschnitzt haben, werden sie an ihrem Namen gemessen.“

DEEZ NUTS haben sich mit ihrem agilen Crossover aus toughem Hardcore, metallischer Kante und Rap-Vocals ebenfalls einen eigenständigen Sound erschaffen, der sie auszeichnet. Sofern die These von JJ Peters stimmt, werden wir also noch lange Spaß an und mit den Australiern haben.

 
 Links:
  deeznutshardcore.com
 
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