Go There
INFOS > Interviews-Stories > Details
/ 1 2 3 6 A B C D E F G H I J K L M N O P R S T U V W X Y Z [
Interviews/Stories gesamt: 1753

Born From Pain

Storie von: arne, am 21.02.2019 ]

Der Titel des achten Albums ist den Niederländern Versprechen und Anspruch zugleich – „True Love“. BORN FROM PAIN melden sich nach fünfjähriger Veröffentlichungsabstinenz gewohnt kritisch und angepisst zurück. Der Hardcore mit Metal-Kante und Punk-Attitüde ist tough und moshig adressiert und verdammt stark inszeniert.

 
„Nachdem wir im Arbeitsprozess jede Menge Ideen verworfen haben, bin ich davon überzeugt, dass wir einige der besten Stücke geschrieben haben, die BORN FROM PAIN bisher abgeliefert haben“, gibt sich Frontmann Rob Franssen (ex- Feeding The Fire, Bloodsport und Backdraft) positiv gestimmt. „Die Tracks sind dynamisch und vielfältig; dabei eingebettet in einen Rahmen aus Groove, Schwere und Aggressivität. Als wir 2015 mit dem Schreiben begannen, hatten wir Schwierigkeiten, Songs fertig zu stellen, mit denen wir voll zufrieden waren. Das lag daran, weil wir unter Zeitdruck arbeiten mussten und jeder einen vollen Kalender mit Verpflichtungen an mehreren Fronten hat. Die Zeit ist in jeder Hinsicht begrenzt, sowohl zusammen als Band als auch, um allein zu schreiben. Spielt man viele Shows, geht die Freizeit dafür drauf und nicht fürs Schreiben. Aber hey, das Album ist geschrieben, aufgenommen und gepresst. Ich kann es kaum erwarten, bis wir erfahren, was die Welt darüber denkt.“

Nach mehr als 20 Jahren und vielen Veröffentlichungen sind BORN FROM PAIN genauso aufgeregt und motiviert wie zu Beginn: „Wir haben die Band 1997 gegründet, weil wir das frühe Zeug von Hatebreed, All Out War und Merauder liebten und schweren Hardcore spielen wollten“, so Rob. „Das hatten wir uns als Ziel gesetzt; nicht mehr und nicht weniger. Ich hätte mir niemals träumen lassen, dass es die Band heute noch geben würde. Andererseits haben wir schnell erfahren, dass wir ziemlich gut aufgenommen wurden. Die verrückten Reaktionen auf den Shows haben uns dazu verleitet, mehr zu tun, als nur lokal aufzutreten. Wenn mein Geist erst einmal auf etwas fixiert ist, ist es schwer, mich davon abzubringen. Das hat sich im Prinzip nicht geändert. Wir gehen immer noch raus und spielen Shows, weil sich nichts besser anfühlt, als auf der Bühne zu stehen und seine Songs für die Leute zu spielen, die gekommen sind, dich zu sehen. Dabei ist es mir egal, ob es sich um ein großes Festival oder eine kleine Club-Show handelt. Wenn dieses Gefühl irgendwann weg ist, wäre das das Ende der Band. Wenn ich zurückblicke und sehe, was wir als Hardcore-Band aus Holland erreicht haben, bin ich unglaublich stolz.“

Das können BORN FROM PAIN fraglos sein. Zumindest musikalisch hat sich bis hin zu „True Love“ vieles getan: „Anfangs haben wir zwei-drei Riffs rausgeholt, die nicht einmal zusammenpassten, und das war ein Song“, stimmt der Frontmann zu. „Alles stand unter dem Eindruck des Augenblicks. Wenn man eine neue, begeisterte Band ist, muss das auch so sein. Wir


haben uns ja nicht mit dem Ziel gegründet, die besten Songs aller Zeiten herauszubringen. Wir wollten schlicht harte Riffs spielen, zu denen die Leute auch tanzen und mitsingen können. Steigt man weiter in diese „Karriere“ ein, ist die Impulsivität bald weg und du willst nicht in jedem Song das gleiche Riff spielen. Du suchst musikalisch nach neuen Grenzen, die aber immer noch zum Rahmen passen, den du dir gesetzt hast. Die Art und Weise, wie ich die Musik erlebe, ist bis heute aber dieselbe. Meine Beziehung zur Band ist aber viel enger als damals. Je mehr Mühe, Energie und Opfer du in sie steckst, desto stärker wird die Bindung. Und ich bin froh, dass es so ist.“

Authentizität und eine gelebte DIY-Attitüde begleiten die Niederländer bis heute: „Ich hoffe, dass die Menschen BORN FROM PAIN so wahrnehmen“, erwidert Rob. „Wir sind eine Band, die immer die falschen Entscheidungen getroffen hat, um voranzukommen oder die richtigen Touren zu spielen. Wir haben uns immer für das entschieden, was sich richtig anfühlte, aber nicht unbedingt für das, was für die Karriere von Vorteil gewesen wäre. Wir hatten beispielsweise Angebote von einem Haufen größerer Labels und haben uns für das kleinste unter diesen, Metal Blade, entschieden, weil uns Michael Trengert menschlich das beste Gefühl gab. Dennoch bin ich sehr glücklich, dass ich auf all unsere Entscheidungen, ob nun gut oder schlecht, erhobenen Hauptes zurückblicken und sagen kann, dass wir sie getroffen haben, weil wir es wollten und unserem Gefühl vertraut haben. Es ist mir wichtig, dass die Leute sehen, dass wir uns immer treu geblieben sind und jeden Club spielen, der uns buchen will. Wir sind ein aktiver Teil unserer Szene. Rückgrat zu beweisen und nicht gegen meine Prinzipien zu verstoßen, ist mir wichtiger, als auf ein großes Festival oder eine Tour zu gehen.“

Das Album „True Love“ entwickelt sich entsprechend: „Unsere Einstellung war es schon immer, dass wir uns so präsentieren, wie wir sind“, stellt der Shouter klar. „Es gibt keine versteckten Pläne, keine geheimen Nachrichten und keine Selbstlügen. Wir tun, was wir tun, denn das ist genau das, was wir tun wollen. Wir singen über das, worüber wir singen wollen. Wir spielen die Musik, die wir spielen wollen. Ich bin dankbar, wenn die Leute darauf stehen. Wenn das nicht so ist, dann ist es aber auch okay. Das Verlassen seiner Komfortzone ist eine der großen Herausforderungen im Leben; für eine Band oder auf persönlicher Ebene. Es lässt dich wachsen, deshalb versuchen wir es mit jedem Song.“

 
 Links:
  facebook.com/BornFromPainOfficial
 
oben
Platte der Woche:

Die letzten Reviews:

  Agnostic Front
  Eskimo Callboy
  Norma Jean
  Raised Fist
  The Devil Wears Prada

Interviews/Stories:

  Cult Of Luna
  Sleeping With Sirens
  Rings Of Saturn

Shows:

  19.10. Alcest - Hameln
  19.10. Phoxjaw - Wiesbaden
  19.10. Jamie Lenman - Wiesbaden
  19.10. Ray Wilson - Albstadt
  19.10. Hammerschmitt - Munchen