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Monta

Interview von: Matthias Rauch mit Tobias Kuhn, am: 08.08.2003 ]

Er wollte endlich mal etwas alleine machen. Ohne den großen Namen immer mit sich tragen zu müssen. Und doch ist er stets im Hintergrund: Miles. Tobias Kuhn macht Monta. Einfach so, ohne große Erwartungen, ohne Druck, einfach aus dem Bauch raus. So entsteht doch meist die beste Popmusik. Die gerade erschienene EP "Always Altamont" spricht in diesem Zusammenhang für sich. Schöne, zurückgezogene, simple Popsongs ohne falsche Ambitionen, ohne zerstörende Berechnung. Ich sprach mit Tobias über Virginia Jetzt!, böse Plattenfirmen und das Leben danach.

 

Musicscan: Wie kam es zu Monta? Hast du das Material schon lange mit dir herumgetragen oder ist das erst in der letzten Zeit entstanden?

Monta: Anfang 2002 habe ich begonnen, Songs daheim aufzunehmen. Es hatte alles von Beginn an eine ziemlich intime Stimmung, deshalb wollte ich es auch allein machen. Manche Songs trage ich schon seit 5 Jahren mit mir rum, wie zum Beispiel "Lay Your Head On". Irgendwie vergißt man sie immer wieder und auf einmal sind sie wieder da, wenn ich Gitarre spiele. Ich denke, dass ich alle guten Ideen nie vergesse.

Musicscan: Du bist ja auch bei Miles so etwas wie der federführende Mann an Bord, will heißen du schreibst praktisch alle Songs. Fühlst du dich trotzdem in gewissen Dingen eingeengt oder sind Miles und Monta zwei völlig verschiedene Dinge für dich?

Monta: Ja, es sind auf jeden fall zwei verschiedene Sachen. In einer Band gibt es immer andere , die für dich in die Bresche springen können, wenn du was allein machst, bist du voll und ganz dafür verantwortlich. Deshalb Monta; nach 12 Jahren Band hat man auch mal Lust ohne Gespräche zu einem Resultat zu kommen!

Musicscan: Warum gibt es eigentlich keine Texte im Booklet? Welchen Stellenwert haben die Texte für dich? Welche Themen behandelst du?

Monta: Ich singe über das, was in mir vorgeht. Es gibt fröhliche Songs, die eine Zeit oder ein Gefühl einfangen, wenn alles paßt, wenn ich früh aufstehe und die Sonne scheint und ich weiss, warum ich das alles mache. Dann gibt es traurige Songs, die ich schreibe, wenn nichts aufgeht und alles wegschwimmt. Und dann gibt es viele Songs dazwischen, die dieses Alltagsgefühl vermitteln. Texte sind für mich wichtig, aber nicht als Einzelnes, sondern im Gesamten mit dem Song. Ich drucke ja auch keine Noten ab. Ein Text macht, so wie ich Songs schreibe, nur in Verbindung mit der Musik Sinn.

Musicscan: Wie kam es, dass du dich "Shake The Disease" angenommen hast. Was fasziniert dich an diesem Song und hattest du nicht Angst, dass man ihn eigentlich fast nur noch schlechter machen könnte?

Monta: Cure, Talk Talk, Depeche Mode...das war meine Jugend. Doc Martens ahoi. Wenn ich einen Song cover, denke ich nie drüber nach! Mit "Never let me down again" einer der besten DM Songs ever.

Musicscan: Hast du nach den ganzen Streitigkeiten mit V2 schon mal an das Ende von Miles gedacht und ist Monta vielleicht als Ergebnis dessen zu sehen?

Monta: Miles wird immer da sein, da wir eine Art entwickelt haben, miteinander umzugehen, die den Druck wegnimmt. Es wird vielleicht einen anderen Stellenwert bei jedem einzelnen einnehmen, aber aufhören. No way. Ich glaube, das können wir gar nicht. Monta ist keine Reaktion auf irgendwas - ich wollte einfach schon immer was alleine machen.

Musicscan: Du bist ja im September wieder mit den Jungs von VJ! unterwegs. Erzähl doch mal ein bisschen über die letzte Tour mit den Jungs?

Monta: Virginia Jetzt! sind die Könige der Weichspühlmädchenmusik. Super Songwriting, Texte, die mich leider nur ab und an berühren. Bin ich wahrscheinlich zu alt dafür. Egal! Sind spitzen Typen, unprätentiös und trotzdem aus Berlin. Werden die ersten Patienten mit Ronny sein für die deutsche Betty Ford Klinik.

Musicscan: Wie muss man sich das Songwriting bei dir vorstellen? Gesang zuerst, Gitarrenpart zuerst, Text zuerst oder doch alles ganz anders?

Monta: Ach keine Ahnung, das passiert irgendwie!

Musicscan: Wie kam es dazu, dass sich Rewika und Blickpunkt Pop für die EP zusammengetan haben? Gab es da schon immer Pläne, zusammenzuarbeiten?

Monta: Ich wollte mit beiden zusammenarbeiten, da ich beide sehr schätze. Schlug das dann auch vor und dann ist es passiert. Super Kombi,. oder?

Musicscan: Momentane Platten, Filme und Bücher, die dich in irgendeiner Weise zu deiner Arbeit mit Monta inspiriert haben?

Monta: Thomas Wolfe; Cider House Blues; Pedro The Lion

Musicscan: Bleibt oder ist Monta nur ein kurzzeitiges Projekt oder hast du da auf lange Sicht auch einen Vollzeit-Sache im Hinterkopf?

Monta: Ich möchte auf jeden Fall ein Album aufnehmen. Jetzt gehe ich erst mal allein auf Tour and than we will see! Mir macht Touren und Musik an sich so viel Spaß wie noch nie; irgendwie ist seit der V2 Geschichte der Druck weg.

Musicscan: Letzte Worte, Danksagungen, Hoffnung, Pläne, Liebesbekundungen?

Monta: I´m going to marry and I love my baby.

 
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