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Callejon

Storie von: arne, am 01.02.2019 ]

Die „bösen Zwillingsbrüder“ von CALLEJON sind wieder da – KALLEJON. Mit „Hartgeld im Club“ legen die Düsseldorfer ein weiteres Cover-Album vor und gönnen dem 2013er „Man spricht deutsch“ einen Nachfolger. Der NRW-Fünfer kombiniert seinen MetalCore und Hip Hop/Rap und arbeitet sich an Vorlagen von K.I.Z., Deichkind, SXTN, Marteria, Sido und Casper ab.

 
„Wir haben uns wieder mal nach einer Party-(Cover-)Platte gefühlt und fanden es spannend, die Genres Metal und Hip Hop zusammenzubringen“, klärt Gitarrist Bernhard Horn über die Beweggründe auf. „Ob die Vor- oder Nachteile zu einem regulären Album jetzt so gravierend sind, da bin ich mir nicht sicher. Für uns im Songwriting ist es natürlich schon so, dass man bei einer Cover-Version einen direkteren Zugang hat. Denn den Original-Song gibt es ja schon. Man stellt nicht so vieles in Frage. Andererseits darf man am Song-Aufbau, am Text, etc. auch nichts verändern. Aber es sind ja nicht ausschließlich Cover-Versionen auf diesem Album, sondern auch zwei eigene K/CALLEJON-Songs.“

Neben dem Titel-Stück ist das ,Porn From Spain 3‘, bei dem neben K.I.Z auch Ice-T als Feature-Gast mit von der Partie ist. Ihrem Eigenverständnis nach legen die Düsseldorfer übrigens einen Longplayer und nicht nur eine Ansammlung von Singles vor: „Hartgeld im Club“ ist für mich ein Album mit einem zusammenhängenden Thema“, so der Gitarrist. „Man kann die Platte extrem gut durchhören. Das Ganze ist als Party-Album natürlich etwas unverbindlicher. Es funktioniert auch gut, ohne dass man sich groß damit beschäftigt, wer oder was K/CALLEJON sind. Am Ende hören die Leute Musik sowieso so, wie sie Bock haben. Wenn sich jemand eingehender mit dem Künstler beschäftigen will, dann wird er das tun.“

Das Quintett aus NRW selbst hat bei der Auseinandersetzung mit den Vorlagen viel gelernt: „Wir waren überrascht, dass, wenn man bei einem Hip Hop-Instumental Synthies und Drumcomputer-Sounds durch verzerrte Gitarren und schnelle Doublebass ersetzt, diese beiden Welten viel näher beieinander liegen, als gedacht“, so Bernhard. „Ansonsten haben


wir gemerkt, dass es ab und zu extrem viel Bock macht, mit Hip Hop-Elementen zu arbeiten und Rap-Features in K/CALLEJON-Songs einzubauen.“ Berührungsängste mit bekannten Vorlagen gab es dabei nicht:

„Das hat eigentlich immer ziemlich problemlos funktioniert“, erzählt der Musiker. „Klar, bei manchem Song braucht man ein wenig, um den richtigen Ansatz zu finden, aber wir haben ja schon ein Cover-Album gemacht und können gut einschätzen, was wie am besten funktioniert. Es gibt allerdings fertige Cover-Versionen, die nicht auf dem Album sind, weil wir vom Verlag oder Management des Künstlers die Freigabe nicht rechtzeitig bekommen haben. Das sind aber nur wenige.“ Bei der Auswahl haben die Düsseldorfer ein klares Ziel verfolgt:

„Wir haben versucht, die große Bandbreite von Deutsch-Rap abzubilden“, verrät Bernhard. „Deshalb haben wir bewusst Songs von sehr unterschiedlichen Künstlern genommen. Daran arbeiten wir so wie an einem normalen K/CALLEJON-Song, bei dem Text, Harmonien und Struktur feststehen. Die eigene Handschrift ergibt sich dann fast automatisch.“ Wer hier aufspielt, steht nämlich außer Frage. Das Spiel der Band besitzt einen Wiedererkennungswert; auch, was das Zusammenführen von Klischees mit einem lässigen Augenzwinkern anbelangt:

„Naja, einerseits hat ja schon das Konzept von Deutsch-Rap-Cover-Songs im Metal-Sound was Abstruses“, erwidert der Gitarrist. „Aber wir hätten auch keine Songs gecovert, hinter denen wir nicht stehen. Es macht, ehrlich gesagt, einfach extrem viel Bock, diese Songs umzusetzen. Wie das letzten Endes bei den Hörern ankommt – keine Ahnung, dass kann man nicht kalkulieren. Ein bisschen was Stumpfes ist da natürlich drin, aber genau deshalb macht es ja Spaß.“

 
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