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Palisades

Storie von: arne, am 08.01.2019 ]

PALISADES können gut und gerne als Prototyp einer Rise-Kombo gelten. Die Gruppe aus Iselin, New Jersey tritt mit einem zeitgemäß inszenierten Hart-Zart-Sound an, dessen Post-Hardcore-Basis um Elektro-Akzente und rockige Anwandlungen schlüssig erweitert wird. „Erase The Pain“ greift den Zeitgeist auf, bietet aber auch vorwärts gerichtete Ansätze. Für Unterhaltungswert und Spannung ist also gesorgt.

 
„Als PALISADES war und ist es unsere Absicht, die Musik zu kreieren und aufzuführen, die wir selbst wählen“, stellt Frontmann Lou Miceli klar. „Unsere Musik soll ein Hilfsmittel für all diejenigen sein, die sich allein, verloren oder verletzt fühlen. Nicht jeder will oder kann verstehen, was wir tun, und das ist in Ordnung. Unter unseren Hörern gibt es aber viele engagierte Fans, die unsere Band positiv beeinflussen. Das ist es, worauf wir uns konzentrieren und woraus wir Kraft ziehen. Sie sagen: „Wenn du es baust, werden sie kommen“. Wir haben gerade erst mit dem Bau begonnen und sehen viele Leute auf uns zukommen.“ Den Schlüssel zur intensiven Verbindung mit den Hörern erkennt der Sänger in der gelebten Attitüde: „Wenn du nicht leidenschaftlich und ehrlich zu dem bist, was du tust, klingt es auch nicht echt“, weiß Lou. „An diesem Punkt erweist du nicht nur den Fans, sondern auch dir selbst einen schlechten Dienst. Es ist uns wichtig, immer authentisch zu sein. Was PALISADES besonders macht, ist, dass wir alle auf unsere eigene Art und Weise sehr kreativ sind. Als es ums Songschreiben für „Erase The Pain“ ging, hatte jeder von uns Ideen für die Konzeption. Egal, von wem am Ende die Idee ausging; wir haben sie gemeinsam entwickelt. Das Ego wird beiseitegelegt und wir folgen dem, was das Beste für den Song ist.“

Das klingt fast zu einfach, funktioniert für die Gruppe aus New Jersey aber wunderbar, wie das neue Album belegt: „Der Druck, sich selbst übertreffen zu wollen, macht es für uns interessant“, gibt der Sänger zu. „,Let Down‘ von unserem selbstbetitelten Album war ein Song, der uns dabei geholfen hat, die Band ins Rampenlicht zu rücken. Doch wir wussten, dass wir unseren Sound erweitern wollen. Als Künstler streben wir schließlich danach, zu wachsen. Als Band hören wir verschiedene Musikrichtungen, die uns dabei helfen, das zu gestalten und zu erschaffen, was wir als Ganzes fühlen. Das sind dann PALISADES.“ Rückschläge bzw. temporäre Herausforderungen sind für die Musiker das Salz in der Suppe: „Wenn etwas nicht funktioniert, dann versuchen wir, einen Weg zu finden, dass es klappt“, gibt sich Lou selbstbewusst. „Wir können uns nur selbst bechränken, leisten bei der Überwindung von Hindernissen aber ziemlich gute Arbeit.“

Trotz aller Experimentierfreude spiegeln die bisherigen Veröffentlichungen der Band ein verbindendes Element wider: „Es wird immer eine gewisse Stimmung geben, die in jedem PALISADES-Song enthalten ist“; zeigt sich der Frontmann


überzeugt. „Das ist meiner Auffassung nach der Lohn dafür, dass wir uns von so vielen Musikrichtungen inspirieren lassen. Wir nehmen die Genres, die uns gefallen und finden heraus, wie wir sie zusammen tanzen lassen können. In der Vergangenheit waren einige Sounds prominenter als andere gewichtet. Indem wir als Musiker wachsen, finden wir Möglichkeiten, den Sound auf eine einzigartige Weise zu integrieren, die PALISADES auszeichnet.“ Wie das genau vonstattengeht, ist für den Sänger nur schwer in Worte zu fassen: „Im Arbeitsprozess fällt es uns manchmal schwer, eine Gesangsmelodie, einen Text oder ein Gitarrenriff, der nicht passt, loszulassen. Manchmal schreibst du etwas, dem du dich so persönlich verbunden fühlst und das jeder liebt. Doch manchmal müssen wir uns gegenseitig zurückziehen, um nicht von unserem Weg abzukommen. Man muss sich gegenseitig vertrauen, um die Dinge aus einer anderen Perspektive zu sehen. Wenn jemand aus der Band sagt, dass er einen Teil, den man selbst geschrieben hat, nicht mag, ist das zunächst schwer zu akzeptieren. Doch wir nutzen das ehrliche Feedback, um uns zu ermutigen, darüber nachzudenken, wie wir es noch besser machen können. Sich von seinen persönlichen Befindlichkeiten zu distanzieren und zu erkennen, was das Beste für einen Song ist, hilft oftmals erst am Ende des Tages.“

…und natürlich auch im Zeitverlauf sowie in der Interaktion mit den Hörern: „Wir wollen für unsere Fans da sein und sie mit Musik versorgen, zu der sie eine Verbindung aufbauen“, formuliert Lou den Anspruch. „Das ist ein Prinzip, das sich nie ändern wird und sehr wichtig, da das Tour-Leben ein sehr harter Lebensstil ist. Es fällt einem nicht leicht, sich sowohl um seine geistige als auch seine körperliche Gesundheit zu kümmern. Wir werden von nächtlichen Fahrten in immer neue Städte, brutalen Wetteränderungen und anderen Problemen, die man auf der Straße nicht vermeiden kann, erschüttert, wollen aber nirgendwo sonst sein. Die Welt bereisen, unsere Musik für alte und neue Fans spielen und Menschen aus allen Lebensbereichen treffen, die die Liebe zur Musik gemeinsam haben, ist doch toll. PALISADES-Fans sind leidenschaftliche, energische, fürsorgliche und hoffnungsvolle Menschen. Unsere Songs sollen ihnen das Gefühl geben, dass sie mit dem umgehen können, was ihnen im Leben begegnet. Egal, ob sie vor Freude tanzen oder ihre Wut durch Schreien zu einem Lied herauslassen; am Ende des Tages muss das Gewicht vom Brustkorb verschwunden sein.“

 
 Links:
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