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As I Lay Dying

Storie von: arne, am 05.08.2003 ]

Die schnelle Entwicklung von AS I LAY DYING aus San Diego ist beachtlich. Gerade mal knappe zwei Jahre beisammen, konnte das Quartett schon mit seinem zweiten Longplayer “Frail Words Collapse” auf Metal Blade unterkommen. Nachdem das Debüt “Beneath The Encasing Of Ashes” (2001) und die Split mit American Tragedy (2002) auf dem kleinen Szene-Label Pluto erschienen waren, blasen die Jungs nun zum Frontalangriff.

 
Aus der regen Hardcore-/Chaos-Szene der Westküsten-Stadt San Diego konnten sich bislang eher Bands wie die Swing Kids, deren Nachfolger The Locust, Drive Like Jehu oder Rocket From The Crypt etablieren. Mit AS I LAY DYING kommt nun endgültig auch eine hochkarätige, melodische Death Metal-Band hinzu, die gerne auch in MetalCore-Gefilden wildert. Vom Sound her früher oft mit Zao und Shai Hulud verglichen, haben sich AS I LAY DYING mit ihrer zweiten Scheibe einstückweit neu positioniert. Mehr denn je Metal, hat der Vierer die Hardcore-Anteile der eigenen Musik hörbar begrenzt und geht deutlich härter zu Werke. Im Spannungsfeld zwischen Melodiösität und fetten Chaos-Parts sind die neuen Songs der Band sowohl diverser und voller als auch komplexer und anspruchsvoller. Interessant finde ich dabei vor allem, dass die Band ihre Eigenständigkeit erst in der zweiten Albumhälfte so richtig entfaltet. Zu Beginn sind ASID noch als moderne Death Metal- Band unterwegs, die Fans von Soilwork und Gardenian problemlos begeistern sollte. Erst nach einem temporeichen Anfangsgewitter öffnet sich der Sound des Vierers und entwickelt zuvor ungeahnte Intensität und Breite.

Im Ergebnis haben AS I LAY DYING ein modernes Metal- Album geschaffen, dass vor allem für Fans von Bands wie Shadows Fall, Killswitch Engage oder auch Lamb Of God interessant sein dürfte. Die MetalCore-Fraktion ist ebenfalls eingeladen.
Ähnlich Extol auf Century Media sind auch AS I LAY DYING zur Kategorie von Metal-Bands mit christlichen Hintergrund zu zählen. Die Mitglieder waren zuvor u.a. mit Edge of Mortality, Tears of Frustration und Point of Recognition unterwegs. Wie auch schon bei den Vorgänger-Bands verheimlichen die Musiker ihre persönlichen Überzeugungen nicht, predigen aber nicht. Die Jungs stehen anderen Positionen offen gegenüber und erhoffen sich gleiches auch von den Metal-Fans. Kritische Situationen gibt es glücklicherweise nur selten, wie Shouter Tim berichtet: „Ab und zu gibt es intolerante Leute, die uns live mit Zwischenrufen stören, aber das sind zumeist nicht die intelligentesten Besucher. Es stört uns nicht, wenn Leute unsere Überzeugungen nicht teilen. Ich liebe es sogar über verschiedene Standpunkte zu diskutieren. Jeder sollte seine eigenen Überzeugungen hinterfragen und wissen, warum er an etwas glaubt. Mit mir kann man über alles reden. Nur in Diskussionen kann man seine eigenen Werte bestätigen oder feststellen, dass man einem Irrglauben aufsaß. Jeder Glaube braucht eine Basis


und die gilt es stetig zu prüfen.“ Das lässt sich auch auf die eigene, kreative Tätigkeit übertragen: „Mein persönlicher Erfolg leitet sich aus dem Wissen ab, dass wir unser uns Bestmögliches erreicht haben. Gerade, wenn man eine Shows vor einem sehr kleinen Publikum spielt, wird man daran erinnert, dass man in einer Band spielt, weil man seine Musik liebt. Würden die Mainstream-Künstler schlechter bezahlt werden, gäbe es wohl deutlich bessere Musik, denn es blieben allein die Band übrig, die sich ihrer Musik hingeben. Natürlich muss man sich selbst von Zeit zu Zeit daran erinnern. Man sollte stets aus den richtigen Gründen musizieren.“

Stimmen Einstellung und handwerkliche Fähigkeiten, wie im Fall von AS I LAY DYING, ist es nur noch ein kurzer Weg die verdiente Beachtung und Anerkennung zu finden. Ihre D.I.Y.-Einstellung hat sich die Band dabei natürlich auch auf Metal Blade bewahrt: „Die Do-It-Yourself Mentalität einer Band ändert sich ja nicht zwangsläufig, nur weil man sich weiterentwickelt und eine bessere Aufnahme haben will. Es geht um die Idee, sein Schicksal selbst in die Hand zu nehmen, wenn einem niemand sonst helfen will. Bands können auch auf einem großen Label sein, ohne das ihnen vorgeschrieben wird, was sie zu tun haben. Im Underground geht es vor allem darum andere Ideen zu transportieren und etwas zu sagen zu haben; etwas, das im Gegensatz zu den Überzeugungen der breiten Masse steht. Wir waren selbstbewusst genug unsere CDs eigenfinanziert aufzunehmen, bis wir schließlich ein Label fanden. Es ging uns niemals um die finanziellen Anreize, die ein Label zu bieten hat. Vielleicht auch deshalb sind wir mit der Zusammenarbeit mit Metal Blade sehr zufrieden. Vom Standpunkt des Künstlers aus ist es nicht anders als auf einem kleineren Verlag. Metal Blade hat aber bessere Möglichkeiten unsere CD zu verbreiten, uns eine bessere Aufnahme zu gewährleisten und uns auf Tour schicken zu können. Diese Dinge haben sich für uns deutlich verbessert. Ich denke, von unserer neuen Platte werden deutlich mehr Leute Notiz nehmen und diese Scheibe verdient es auch, größere Beachtung zu finden.“ Dem kann ich nur zustimmen, denn “Frail Words Collapse” ist ein Brett von einem Album mit genau dem richtigen Energie-Level, vielen Rhythmus-Wechseln, der genau richtigen Balance zwischen Melodie und Härte und superfetten Mosh-Parts. Gepaart mit einem Höchstmaß an Aufrichtigkeit und Hingabe kann ein modernes, aggressives Metal-Album besser nicht klingen.

 
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