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Godskill

Storie von: arne, am 19.12.2018 ]

Der Blackened Death Metal von GODSKILL entsteht im Zusammenspiel von Melodie, Härte und Technik. Das süddeutsche Quartett pflegt eine Old School-ige Attitüde, beweist in seinem Spiel aber auch Aufgeschlossenheit. Das neue Album der Heilbronner heißt „II – Gatherer Of Fear And Blood“.

 
„Auf unser Zweitwerk sind wir sehr stolz“, äußern Schlagzeuger Thomas und Gitarrist Timo. „Wir empfinden diese Platte als großen Fortschritt gegenüber unserem Debüt. Natürlich sind wir unsicher und haben Zweifel, weil man Dinge immer verbessern kann. Ob sie dann im Endeffekt wirklich besser sind, weiß man aber nie so genau. Das werden wir sehen. Dennoch freuen wir uns, die Songs endlich live spielen zu dürfen.“ Ausgehend vom 2016er „I – The Forthcoming“ haben die Metaller insbesondere an Reife und Selbstverständlichkeit hinzu gewonnen: „Ich glaube, wir zeigen mit unserem neuen Album, dass noch mehr Potential in uns steckt. Wir haben an den Songs lange getüftelt und in Produzent Bonassis vom Audiodrive Studio in Sinsheim ein fünftes Bandmitglied gefunden, das dem Ganzen den letzten Schliff verpasst hat. Wir freuen uns, mit ihm auch in Zukunft zusammen zu arbeiten.“

Ausgehend von ihren Wurzeln haben es GODSKILL schon weiter gebracht, als es die Musiker einst erwartet haben: „2011 begannen wir als Spaßprojekt – eigentlich waren nur Bier trinken und Songs covern geplant. Definiert war am Anfang nichts. Unsere Attitüde hat sich erst mit dem Einstieg von unserem Sänger Carsten geändert. Von da an haben wir bewusst und zielstrebig Death Metal gemacht und auf unser Debüt hingearbeitet. Wir wollten was anderes machen als in unseren Vorgängerbands. Ich glaube, wir haben langsam unseren Sound und unsere Richtung im Death Metal gefunden: eine Mischung aus Groove, Geballer und düsteren Melodien. Diese Vielfältigkeit zeichnet uns auch ein bisschen aus. Über die Jahre sind wir zu einer richtigen Einheit zusammen gewachsen und haben uns persönlich in der Band entwickelt.“ Zugang zum Spiel der Gruppe aus Baden-Württemberg stellt sich da schnell her: „Wir glauben, die Abwechslung macht es einfach. Die Mischung aus Härte, Groove und Melodie mögen wir alle sehr. Jeder hat seine Vorstellungen und seine Ideen. Was dann rauskommt, ist GODSKILL. Dem bleiben wir treu, denn uns gefällt unser Zeug. Es gibt nichts Schlimmeres, als beim Proben sagen zu müssen „echt wieder der öde Song“. Wir versuchen, die Songs für uns und natürlich die Hörer so interessant wie möglich zu gestalten.“

Da trifft es sich gut, dass die stilistische Anlage von Beginn an feststand: „Da wir alle auf extreme Musik stehen, war es eigentlich von Anfang an klar, dass wir in die Death Metal-Richtung gehen. Der Line-Up-Wechsel hatte natürlich auch einen großen Einfluss auf unseren Stil. Unser Songwriting hat sich seitdem komplett verändert. Das stundenlange Jammen im Proberaum von früher


gibt es nicht mehr. Wir schreiben die Songs heute Zuhause und nehmen sie im Heimstudio auf. Gejammt wird nur noch gezielt, falls wir noch Ideen brauchen. So arbeiten wir wesentlich effektiver und haben größere Kontrolle über die Songs.“ Bei der Arbeit an neuem Material behalten GODSKILL ohnehin den Überblick, denn sie wissen: „Pure Aggressivität allein erzeugt keine Dynamik und bleibt nicht hängen. Anderseits sind wir auch keine Tanzkapelle. Heftige Momente im Song und auf dem Album sind uns sehr wichtig. Für uns steht die Balance im Vordergrund. Die Kontraste sind so gewollt und bewusst eingebaut, dass auch was passiert. Das macht uns aus.“

Bauchgefühl und Instinkt überwiegen dabei die Planung: „Wir wären schlecht beraten, Songs zu planen. Natürlich muss man immer auch Dinge im Auge behalten, die man umsetzen möchte. Da kann man dann schon von Planung sprechen. In unseren Augen ist das normal, aber Ideen entstehen überwiegend spontan und sind einhundert Prozent Instinkt und Bauchgefühl.“ Der tendenziell direkten Anlage zum Trotz bedarf das Material von „II – Gatherer Of Fear And Blood“ dennoch Zeit, um entschlüsselt und verstanden zu werden: „Generell bleiben Platten unserer Meinung nach länger frisch, wenn man nicht sofort durchsteigt. Wie oft mussten wir beispielweise die „Codex Omega“ von SepticFlesh oder die neue Dimmu Borgir anhören, bis wir sie lieben gelernt haben. Das erfordert natürlich Leute, die darauf Bock haben und sich darauf einlassen. Easy Listening ist anders, deshalb haben wir uns auch schon einige „böse“ Reviews eingefahren, weil man sich damit beschäftigen muss. Der Widerspruch ist tatsächlich geplant. Haken wir es als Identitätssuche ab.“

Live-Tauglichkeit ist beim Quartett dennoch gegeben: „Finden wir auch“, erwidern Thomas und Timo. „Das ist uns beim Anhören der fertigen Platte auch aufgefallen, war aber nicht gewollt oder gar geplant. Der gute alte Instinkt, schlug da wohl wieder zu. Die Erfahrungen von den Live-Shows der letzten Jahren waren da ebenfalls prägend.“ Von etablierten, erfahrenden Genre-Größen lassen sich GODSKILL kaum beeindrucken: „Eigentlich schauen wir nur auf uns. Klar sieht man hin und wieder Kollegen, die einem zeigen, wie es richtig geht. Daran orientieren wir uns bzw. lassen uns inspirieren, aber das ist mit Vorsicht zu genießen. Was bei dem einen funktioniert, kann bei dem anderen voll in die Hose gehen oder gar unheimlich peinlich sein.“ Die Heilbronner fahren mit ihrem Ansatz gut, denn sie treten auf „II – Gatherer Of Fear And Blood“ authentisch und belastbar in Erscheinung.

 
 Links:
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