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Black Peaks

Storie von: arne, am 18.11.2018 ]

Dank des famosen Debüts „Statues“ und Touren mit Größen wie Mastodon, System Of A Down und The Dillinger Escape Plan haben BLACK PEAKS ihren Aktionsradius schnell erweitern können. Das Zweitwerk „All That Divides“ drückt nun einerseits eine imposante Weiterentwicklung des vielschichtigen, prog-igen Rocks der Brigthoner aus. Anderseits empfiehlt es das Quartett für noch höhere Weihen.

 
„Wir sind eine aufgeschlossene Gruppe von Menschen, deren Musik sicherlich anders als die vieler anderer zeitgenössischer Bands ist,“ gibt sich Frontmann Will Gardner bescheiden. „Unser Zugang zur Musik ist aufrichtig und natürlich. Als Band spielen wir nur das, was wir spielen und selbst hören wollen. Für abgefahrene Ideen und alle möglichen Musik-Stile waren wir immer schon empfänglich. Ich denke, diese Einstellung und Denkweise hat uns geholfen, den Sound zu kreieren, den man heute hört. Um ehrlich zu sein, ist es für mich das größte Kompliment, wenn die Leute anerkennen, dass wir etwas Eigenständiges machen.“ Angesichts der ganzheitlichen Musikalität von „All That Divides“, das sich als Mischung aus tief reichender Emotionalität und verständnisvollem Handwerk entwickelt, sind Hörer anfangs baff. Es gibt unglaublich viel zu entdecken:

„Ich würde gerne glauben, dass unsere Musik für unsere Hörer in irgendeiner Weise lehrreich ist,“ hofft der Sänger. „Wir alle haben das Gefühl, von bestimmten Bands inspiriert und gewissermaßen ausgebildet worden zu sein. Also wäre es uns eine Ehre, als Gruppe betrachtet zu werden, die so etwas bei anderen erreicht. Wir tendieren dazu, viele Sub-Genres der Rock-Musik in unsere Songs zu integrieren. Das ist eine Möglichkeit, Zuhörer an Musik-Richtungen heran zu führen, die sie vielleicht noch nicht kennen. Für uns klingen unsere Songs aber vor allem nach uns vier in einem Raum. Was andere Gruppen anbelangt, lassen wir uns als Querschnitt aus Mastodon, The Mars Volta, Tool und weiteren aufregenden Gruppen beschreiben.“ Das Zusammentreffen aus vertrackten Rhythmen und wagemutiger Experimentierfreude, wie es BLACK PEAKS ausleben, bestätigt diese Einordnung. Die Briten bewegen sich allerdings auf eigenen Pfaden. Offensichtliche Assoziationen drängen sich beim Hören ihres Zweitwerks nicht auf: „Wir versuchen, Erwartungen weder anzuerkennen noch uns von ihnen beeindrucken zu lassen,“ erklärt Will. „Die Art von Druck, die daraus resultieren kann, ist nicht gesund. Wir lieben es, einfach in einen Raum zu gehen und miteinander zu spielen. Das ist der essentielle Teil des gesamten Songwriting-Prozesses. Unsere eigenen Erwartungen an das, was unsere Musik ausdrücken soll, sind sehr hoch. Wir konzentrieren uns allein auf das, was für uns vier gut klingt.“

Ausgehend von den Erfahrungen mit dem Debüt ist es BLACK PEAKS gelungen, sich auf „All That Divides“ substanziell zu steigern: „Es hat damals seine Zeit gebraucht, „Statues“ zu schreiben,“ erinnert sich der Musiker. „Die tatsächliche Studio-Zeit, um die Songs aufzunehmen, war sehr kurz, aber auch intensiv. Wir hatten konkrete Vorstellungen davon, was bzw. wie das Album fließen und wohin sich die Songs entwickeln sollten. Allerdings hatten wir zuvor noch kein Album eingespielt, so dass wir viel zu lernen hatten. Manchmal ist es schwierig, sich auf Dinge zu einigen, wenn alle sehr leidenschaftlich für etwas kämpfen, das sie für das mutmaßlich Beste halten. Mit der Veröffentlichung von „Statues“ gab es danach Schwierigkeiten; Rückschläge bei den Terminen usw., was damals unglaublich frustrierend war. Rückblickend haben wir als Band, als Musiker und als Freunde viel gelernt. Das hat den gesamten Arbeitsprozess des zweiten Albums in vielerlei Hinsicht erleichtert.“ Das Quartett aus Brighton ist die Arbeit an den neuen Stücken angegangen, als sich die Zeit dafür reif anfühlte:

„Gegen Ende der „Statues“-Touren haben wir begonnen, Songs für „All That Divides“ zu schreiben. Wir lassen unserer Kreativität freien Lauf, wann immer es geht. Genau das ist es, was den Spaß bringt. Kann man das ungezwungen und ohne Druck tun, kommt meistens etwas Spannendes dabei heraus. Als wir anfingen, eine Handvoll Songs zusammenzustellen, mit denen wir zufrieden waren, war der nächste logische Schritt, sie im Studio aufzunehmen.“ Von Beginn an ist offenbar, dass die Briten sich darauf konzentrieren, ihren Sound weiter zu entwickeln: „Es ist immer gut, Dinge kreativ zu verändern, aber es ist auch wichtig, sich seiner Wurzeln bewusst zu sein,“ zeigt sich der Frontmann


überzeugt. „Unsere Songs sind das Resultat der Arbeit von vier Personen in einem Raum. Es gibt eine spezifische gemeinsame „musikalische DNA“, die der Klang unserer Instrumente, Geräte und Stimmen ist. Diese wird von einer Probe zur nächsten durch eine Vielzahl von Dingen beeinflusst. Manchmal, wenn einer von uns eine neue Band entdeckt hat, kann das unbewusst in die Art und Weise eingehen, wie wir Songs schreiben. Es ist immer gut, abwechslungsreiche Musik zu hören, um inspiriert zu bleiben. So entwickeln wir uns weiter. Wir wollten dieses Mal ein Album mit „Bangern“ schreiben. Die Leute sollen bei jedem Song mitsingen können, ohne dafür Kompromisse bei der Schwere oder beim Experimentieren in Kauf zu nehmen. Das Ergebnis ist die härteste, aber zugleich auch eingängigste Musik, die wir je geschrieben haben.“

Im Songwriting schießen BLACK PEAKS bisweilen über das Ziel hinaus, doch sie wissen, worauf es ankommt: „Wir haben schon Stücke geschrieben, bei denen jemand sagen musste: „Leute, das ist zu viel.“, äußert Will. „Beim gemeinsamen Arbeiten versuchen wir, unsere persönlichen Stärken am besten zur Geltung zu bringen. Es ist unser Ziel, nicht zu technisch vorzugehen, auch wenn es einfach ist, für einen Song zu leiden und eine musikalische Show zu bieten, ohne dem Song selbst zu dienen. Das ist uns zu wenig, wir wollen alles.“ Da trifft es sich gut, dass der Vierer schon zu Beginn seiner Karriere auf seinen originellen Rock-Sound gestoßen ist: „Um ehrlich zu sein, wussten wir nicht wirklich, was wir taten,“ gesteht der Sänger. „Für „All That Divides“ hatten wir dieses Mal eine starke Idee davon, was wir machen wollten. Einige der Elemente des Debüts haben wir bewusst erforscht, weil sie uns beim Schreiben so viel Spaß bereitet haben. Deshalb haben wir uns tiefer in den „Prog-Berg“ hinein gebuddelt.“

Den nötigen Abstand zum eigenen Schaffen bringen BLACK PEAKS heute mit: „Ich bemühe dafür gerne den Ausdruck „IKEA-Effekt“. Dem Grunde nach ist damit eine kognitive Voreingenommenheit gemeint. Wenn man Zeit damit verbringt, ein Bücherregal auf zu bauen, gefällt es einem am Ende, obwohl es vielleicht mehr schlecht als recht zusammengesetzt ist und innerhalb einer Woche in sich zusammen fällt. Beim Komponieren kann man ganz Ähnliches erleben. Wir versuchen, das im Hinterkopf zu behalten. Doch es ist schwierig, kritisch zu bleiben. Soweit es geht, tun wir das. Unabhängig davon sind wir sehr glücklich darüber, dass wir uns gegenseitig so sehr vertrauen. Wenn einer von uns meint, dass man es besser machen kann, wissen wir, dass er den Song am besten fühlt und verinnerlicht hat.“

Musik und Texte bilden bei BLACK PEAKS eine Einheit: „Wir sind immer bestrebt, die beste Art von Musik zu schreiben, die uns möglich ist – sowohl intellektuell als auch musikalisch,“ stellt Will klar. „„All That Divides“ ist die Zusammenfassung unserer Erfahrungen als Gruppe aus den letzten drei Jahren. Die Welt hat in dieser Zeit wirklich schreckliche Veränderungen durchlaufen. Das Album repräsentiert unsere musikalische und lyrische Interpretation bzw. Reaktion darauf. Ich bin davon überzeugt, dass emotionale Intelligenz und Einfühlungsvermögen sehr wichtig sind. Vielen Menschen scheint es im Jahr 2018 in diesen beiden Bereichen zu fehlen. Wenn unsere Musik und Texte ein tiefes emotionales Verständnis aufweisen, kann das nur eine gute Sache sein. Ich hoffe, es hilft den Menschen, das zu überstehen, womit sie gerade kämpfen.“

Abschließend formuliert der Frontmann eine große Hoffnung: „Die Geschichte lehrt uns einige große Lektionen darüber, was passieren kann, wenn Menschen aufgrund von Herkunft, Reichtum, Glauben oder Rasse gespalten werden. Wir Menschen müssen das überwinden und dürfen nicht zulassen, dass uns diese Spaltungen auf einen dunklen Pfad führen. Wir sind es inzwischen gewöhnt, mit Social Media, etc. verbunden zu sein. Es ist aber viel wichtiger, mit denen zusammen zu kommen und uns mit denen beschäftigen, die aus widrigen Verhältnissen, Glaubenssystemen, etc. kommen. Nur dann können wir Menschen an Empathie gewinnen.“

 
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