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DCA

Storie von: arne, am 31.08.2018 ]

Die Franzosen DCA setzen auf einen metallisch-brutalen Beatdown-Sound, der düster und bitter daher kommt. Im Programm von BDHW ist „Forge“ in direkter Nähe zu den Platten von Nasty, Wolfpack und World Of Pain bestens aufgehoben.

 
Frontmann Loïc, der auch den Großteil des Songwritings verantwortet, äußert mit Blick auf das Zweitwerk seiner Band: „Von der Qualität des Albums sind wir überzeugt. Es gefällt uns, wie es klingt, aber auch von der Botschaft her, die aus den Texten hervorgeht. In den letzten Monaten haben wir uns zurück genommen, um in Ruhe zu arbeiten. Nun hoffen wir, dass sich die Leute an uns erinnern und ihnen auffällt, dass sich bei uns einiges getan hat.“ Trotz vieler Veränderungen im Line-Up verläuft der Werdegang der Gruppe aus Metz zumindest im kreativen Bereich kontinuierlich:

„Die letzten Jahre haben die Art und Weise, wie wir agieren, verändert,“ resümiert der Band-Kopf. „Zunächst hat jeder seine Ideen in die Songs eingebracht, doch schnell hat DCA seinen Tribut gefordert. Es gab etliche Besetzungswechsel. Heute sind allein Bassist Fred und ich als kreatives Gespann übrig geblieben. Wir schaffen die Verbindung zwischen dem, was war und sein wird. Man könnte vermuten, dass wir dadurch an Energie oder Qualität eingebüßt haben, doch das ist nicht passiert. Die Konzentration auf die gewählte Ausrichtung und das Festhalten an dem, was wir gut können, haben uns davor bewahrt. Inzwischen schreibe ich den Großteil der Musik und die Texte sowieso. Fred bestätigt mich und fügt seine Ideen hinzu. Wir setzen auf einfache Strukturen und effiziente Riffs. So finden wir zu einem Album, das seine Atmosphäre von Song zu Song fortführt.“

Die Franzosen verlagern den Schwerpunkt ihrer Stücke immer wieder geschickt zwischen Core- und Metal-Zentrierung. Komplexität und Brutalität des Zweitwerks unterliegen ebenfalls einer fortwährenden Veränderung: „Wir schauen voraus und versuchen, den nächsten Schritt zu gehen,“ erklärt Loïc. „Das ist für jede Veröffentlichung unser Ziel. Im Rückblick sind wir darin in der Vergangenheit nicht immer erfolgreich gewesen. Mit „Forge“ ist uns das dieses Mal aber wirklich gelungen. Wir haben an Qualität und Musikalität gewonnen. Um ehrlich zu sein, hätte ich sogar noch weitaus mehr gewollt. Diesbezüglich rächt sich das Arbeiten im Alleingang. Das ist das einzige, was ich bedauere. Ich wäre gerne von Leuten mit unterschiedlichen musikalischen Einflüssen und Erfahrungen umgeben, damit sie meine Einfälle anreichern und verbessern. Weil das nicht der Fall ist, habe ich die mir selbst gesteckten Ziele für das zweite Album nur zu 95 Prozent erreicht. Das nächste Mal werden es aber ganz bestimmt 150 Prozent sein.“

Auf Basis der geäußerten selbstkritischen Einstellung hinterfragt sich der DCA-Kopf immer wieder selbst. Daraus leitet er ab, wie er besser werden kann: „Nach der Ver


öffentlichung unseres Debüts „Upsurge“ habe ich eine Menge über unseren Sound gelernt und mehr Vertrauen in die allgemeine Klangqualität gewonnen. Ausgehend davon habe ich mich dieses Mal getraut, weitere Instrumente und Samples zu verwenden. Zudem habe ich mir die Freiheit genommen, zusätzliche Gitarrenparts und Stimmlagen einzusetzen. Gutes Songwriting ist meine oberste Priorität. Inzwischen fühle ich mich als Songwriter komplett, was sich auf „Forge“ positiv bemerkbar macht.“ Das bedeutet aber nicht, dass sich der Musiker schon am Ziel seiner Träume wähnt:

„Derzeit beschleicht mich das Gefühl, dass ich nur einen ersten Schritt in meiner musikalischen Entwicklung absolviert habe. Das Hinzufügen von Samples, klaren Gitarren und Clean-Gesang verändert die Songs, doch es war mir wichtig, die kalte und industrielle Atmosphäre zu erhalten, die DCA früher ausgezeichnet hat. Auch deshalb habe ich dafür gesorgt, dass in jedem Song ein hartes, erdrückendes Gefühl mitschwingt.“ Die Band aus Metz setzt auf Evolution, nicht auf Revolution:

„Wir verfolgen den Ansatz, nicht zu viel auf einmal zu versuchen, sondern eine ausgewogene Mischung zu erschaffen. Jeder hat Angst vor zu großen Risiken. Ich kann nicht sagen, dass wir autark und davon unbeeindruckt sind. Clean-Gesang und Samples sind im Hardcore derzeit sehr präsent. Trotzdem muss man sich nicht schämen, wenn man diese Elemente nutzt. Es geht schließlich darum, musikalisch erwachsen zu werden. Am schwierigsten ist es, eigene Merkmale heraus zu arbeiten oder sich weiter zu entwickeln, wenn man das geschafft hat. Von solchen Überlegungen lassen wir uns aber nicht entmutigen, sondern gehen einen Schritt nach dem anderen. Fred und ich, aber auch die neuen Mitglieder, haben nun schon mehr als zehn Jahre Musik hinter uns und das nicht ausschließlich im Hardcore. In keiner Weise fühlen wir uns stilistisch eingeschränkt. Wir wollen etwas erschaffen, das uns das Gefühl gibt, als Künstler vollständig zu sein. Die Aggression ist dabei etwas, das trotz steigender Musikalität bleiben muss.“

Die Verbindung zum inhaltlichen Gehalt des Albums stellt Frontmann Loïc schnell her: „Alle reden davon, dass sie sich stark fühlen, obwohl viele allein, arm und objektiv schwach sind. Doch jeder strebt danach, ein glückliches Leben zu führen. Dieser Antrieb ist es, der einen dazu bringt, Mauern zu durchbrechen, um voran zu kommen. Darum dreht sich „Forge“. Mit der uns inne wohnenden Kraft haben wir diese Songs geschaffen. Wenn die Leute sie hören, hätte ich gerne, dass sie auch die Texte lesen. Hört man, ohne zu verstehen, wäre das sonst bedeutungslos.“

 
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