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Wisdom In Chains

Storie von: arne, am 27.08.2018 ]

„Nothing In Nature Respects Weakness“ – der Titel des siebten Albums von WISDOM IN CHAINS scheint auf die Darwin‘sche Evolutionstheorie Bezug zu nehmen, nach der die am besten angepassten Individuen ihr Überleben sichern. Münzt man das auf die schroff-hymnischen Sounds zwischen Old School-Hardcore und Street-Punk lässt sich attestieren, dass das Quintett aus Pennsylvania seine Relevanz mit gefälligen Gassenhauern bestätigt.

 
Die US-Kombo zählt zwar nicht zu den Innovatoren ihrer Spielart, ist inzwischen aber auch schon seit 2002 aktiv. Gitarrist Richie Krutch stellt im Gespräch Parallelen zu prominenten Szene-Urgesteinen her und erklärt, warum Hardcore und Punk nicht nur etwas für Jugendliche sind: „Die Musik und die Szene tragen dazu bei, dass wir alle jung oder zumindest mit den Ideen der Jugend in Kontakt bleiben. Indem wir gemeinsam mit Kids Shows spielen und die neuen Gruppen austesten, altern wir langsamer als andere. Angesichts der langen Karrieren von Bands wie Agnostic Front und Sick Of It All wird aber auch ihnen ein Respekt entgegen gebracht, dem man in anderen Genres nicht in diesem Ausmaß begegnet. Was meine Einflüsse angeht, sind gerade Agnostic Front von jeher überaus wichtig für mich. Sie verkörpern das, was diese Musik und die zugrunde liegende Einstellung sein sollte. Und mehr als alles andere sind Agnostic Front nahbar, belastbar und authentisch. Ich hoffe, wir werden von den Leuten ganz ähnlich wahrgenommen. Auch wir geben uns so, wie wir sind und versuchen nicht, in irgendeine Rolle zu schlüpfen oder es irgendwem recht zu machen.“

Die agilen Gassenhauer von WISDOM IN CHAINS werden entweder wütend und hart oder punkig und melodisch voran getrieben. Dem Quintett geht es erkennbar um den Spaß an der Sache und um die Verbrüderung mit seinem Publikum: „Wir sind DIY und wollen es auch gar nicht anders haben. Die einzige Hilfe, die wir erhalten, ist die von Freunden aus unserer Szene. Oftmals scheint es mir, als handele es sich eigentlich um eine Erweiterung unserer Band. Auf der Bühne vereinen wir die Weisheit und Energie von fünf Jungs, aber gleichzeitig auch die Erfahrungen von vielen anderen, die man nicht im Rampenlicht sieht. Es fällt uns leicht, diese Ethik fortzuschreiben. Wenn wir etwas gelernt haben, ist es, dass der Ruf einer jeden Band enorm wichtig ist. Wir halten uns an die Maßgabe, dass wir stets das sagen, was wir meinen, und jedem Menschen respektvoll und fair begegnen. Bands mit einem schlechten Ruf halten in unserer Szene nicht lange durch. Das Gemeinschaftsgefühl ist stark, wir fühlen unsere Verpflichtung.“

Mit ihrem Dasein als in der relevanten Szene gefeierten Underground-Größe sind WISDOM IN CHAINS voll und ganz zufrieden: „Andere Bands, die mit ähnlichen Voraussetzungen gestartet sind, haben mit ihren Gruppen kommerzielle Karrieren hingelegt, weil sie Musik zu ihrer Profession gemacht haben,“ erwidert Richie. „Diesen Weg sind wir nicht gegangen. Natürlich


versuchen auch wir, so weit wie möglich zu kommen. Aufgrund unserer Verpflichtungen außerhalb der Band müssen wir allerdings strategisch agieren und aus der Zeit, die wir in die Band stecken, ein Maximum heraus holen. Es ist unser erklärtes Anliegen, relevant zu bleiben, ohne dafür Vollzeit zu gehen. Alles in allem fühlen wir uns gut aufgestellt und sind auf das, was uns widerfährt, stolz.“ Stilistisch hat sich das Quintett aus Pennsylvania vor vielen Jahren festgelegt. „Nothing In Nature Respects Weakness“ wartet einmal mehr mit der Schnittmenge aus New Yorker Hardcore-Klängen und hymnischen Street-Punk-Anleihen auf, die für Richie & Co. typisch sind:

„Gemessen an dem, was in der Szene aktuell vor sich geht, vertreten wir einen eher melodischen und rockigen Ansatz. Derzeit scheint es im Trend zu liegen, immer metallischer vorgehen. Musik, die sich an den Death Metal oder Grindcore anlehnt, ist aber nichts für uns. Wir halten uns lieber an das, was zu uns passt. Aufgrund des offenkundigen Mangels an Bands, die mit Melodien und Refrains im Hinterkopf schreiben, sticht unser Sound nun als noch eigenständiger hervor. Das kann gut oder schlecht sein, in jedem Fall sagt mir das zu.“ Der Gitarrist stimmt zu, wenn man den siebten Longplayer als natürlichen Nachfolger der früheren Veröffentlichungen einordnet:

„Das neue Album passt seinem Bauplan nach zu den vorherigen, was niemanden überraschen wird. Die Songs sind wieder vielfältig und hoffentlich auch interessant angelegt. Ich selbst bin ein Fan von Platten, die mich auf eine Reise mitnehmen und deren Stimmungen sich verändern. Ich hoffe, „Nothing In Nature Respects Weakness“ ist ein Album, das die Leute in seiner Gesamtheit hören und genießen können.“ Auch textlich setzen WISDOM IN CHAINS den bekannten, erprobten Ansatz fort, um ihre Hörer mitzunehmen: „Wir machen täglich neue Erfahrungen,“ gibt Richie zu bedenken. „Jeden Tag gibt es neue Schlachten oder Triumphe, die anschließend in einem Lied zementiert werden können. Lyrisch gesehen folgen die meisten unserer Songs einer Handlung, indem wir unseren Alltag in neuen Geschichten reflektieren. Ein weiterer Tod, eine Geburt, ein Raub, eine Verletzung, ein Selbstmord, der Nachrichtenzyklus, etc. – solange wir atmen, werden wir viel zu erzählen haben. Die Einflüsse, die zur Entstehung des neuen Albums beigetragen haben, sind unsere Erfahrungen der letzten Monate. In den Songs sind unsere Leben dokumentiert. Ab und zu ist aber auch eine alte Geschichte dazwischen gemogelt.“

 
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