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Deafheaven

Storie von: arne, am 16.08.2018 ]

SCHATTEN-SEITEN DER LIEBE. Der Titel des neuen Albums von DEAFHEAVEN passt zu den Eindrücken und der musikalischen Ästhetik, die man mit den Kaliforniern verbindet: „Ordinary Corrupt Human Love“. Das Quintett bemüht ein existenzielles Konzept, um schonungslose Gefühlsverarbeitung zwischen Black Metal, Shoegaze und Post-Rock zu betreiben.

 
Das Viertwerk des Quintetts ist an eine Novelle von Graham Greene angelehnt. Denkverbote, Berührungsängste oder Stilbrüche akzeptieren DEAFHEAVEN dabei wiederum nicht. Was zählt, ist die Eindrücklichkeit der Songs: „Ich fühle mich sehr gut mit dem, was ich für die Band leiste,“ äußert Gitarrist Shiv Mehra. „Musik hat mein Leben von jeher erfüllt. Für mich ist es eine Selbstverständlichkeit, Lieder und Melodien zu strukturieren und zu konzipieren. Interessanterweise stehen wir mehr auf der Seite der Komposition. Kerry (Gitarre) und ich werfen uns die Ideen normalerweise nur so zu. Wenn etwas klemmt, strukturieren wir die Akkorde, anstatt zu improvisieren. Das ist jedoch nicht festgeschrieben. Es gibt auch Songs wie ,Near‘, die im Gegensatz zu den anderen auf Improvisation beruhen. Ich bin ein großer Krautrock-Fan und liebe freigeistige Jams. Bei DEAFHEAVEN kommt es aber eher auf durchdachte Kompositionen an.“

Inspiration findet Shiv überall: „Die Musik, die ich höre, umfasst eine breite Palette und reicht von nigerianischem Calypso bis TSCHAIKOWSKI. Es gibt keine einfache Antwort auf das, was ich bei Künstlern oder in der Musik suche. Es könnte ein einzelner Ton in einem Lied sein, der sich nie wiederholt, oder ein Konzept des Zurückgebens, wie es in DRAKEs ,God‘s Plan‘-Video zu finden ist. KHRUANGBIN ist eine der neueren Bands, in die ich mich zuletzt vertieft habe. Sie bringen


die 1960er Jahre Soul-Musik auf eine sehr groovige Art und Weise zurück. Auch JON BRIONs Film-Kompositionen beschäftigen mich. Er hat einen Weg gefunden, Songs zu erschaffen, die brillant nostalgisch und warm klingen.“ Das passt, denn die Kalifornier zelebrieren einen düster gestimmten Soundtrack zum Untergang, der gelegentlich auch anmutig schön inszeniert wird – zumindest aber introvertiert schwelgend und losgelöst von stilistischen Zwängen:

„Musik hat, wie jede Kunst, endlosen Raum für Originalität,“ fasst der Gitarrist seine Sicht der Dinge zusammen. „Kunst kommt schließlich vom Ausdruck. Keine zwei Menschen drücken sich gleich aus. So, wie unsere Fingerabdrücke alle verschieden sind. Ich erlebe meine eigenen Gefühle. Die Musik ist mein Ausdrucksmittel, das zu verarbeiten, seit ich gelernt habe, dass ich sie als solches nutzen kann. Vom Anschlagen der Saiten auf einer Gitarre bis zum Spiel der Tasten eines Klaviers kann man mit Songs vermitteln, was im eigenen Herzen vorgeht. Mit DEAFHEAVEN gewähren wir uns für unsere Songs genügend Zeit und Raum, um unsere Konzepte und Kreativität auszuleben. In der Vergangenheit haben wir vielleicht Kreativität verschwendet, doch das Schreiben dieses neuen Albums ging mit Gefühlen der Klarheit und engen Verbindung zwischen uns allen einher. Gerade diese Kombination hat erst die konzeptionelle Vision für das Album hervorgebracht.“

 
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