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Sink The Ship

Storie von: arne, am 28.05.2018 ]

Agile Sounds zwischen Pop-Punk, Melo-Hardcore und MetalCore haben es dem Quartett aus Cleveland angetan. SINK THE SHIP spielen auf „Persevere“ frei von der Leber weg und inszenieren ihr Debüt als unterhaltsame Mischung aus eingängigen Ohrwürmern und heftigen Core-Brechern.

 
„Diesen grundlegenden Drang, als Musiker erfolgreich zu sein, gab es bei uns schon immer,“ fasst Frontmann Colton Ulery die bisherige Entwicklung der Band in aller Kürze zusammen. „Als wir SINK THE SHIP gegründet haben, ging es zunächst allein um den Spaß. Wir haben die Musik, die wir spielen, einfach genossen. Im Laufe der Jahre, als wir uns als Songwriter entwickelten, begannen wir, die Band zu übernehmen und haben angefangen, so viel wie möglich zu touren.“ Leidenschaft und Hingabe bestimmen die Aktivitäten bis heute: „Ich habe das Gefühl, dass wir zu denjenigen gehören, die deshalb spielen, um das Genre am Leben zu erhalten. Doch natürlich versuchen wir, einen eigenen Dreh zu finden, um etwas Neues auf den Tisch zu bringen und die Dinge für unsere Hörer interessant zu halten. Gleichwohl bin ich davon überzeugt, dass es immer ein nostalgisches Gefühl rund um den Pop-Punk geben wird, auch wenn die Fans älter werden. Es macht zu viel Spaß, ihn zu hören und live zu sehen, als dass man da jemals raus wachsen könnte.“

Colton weiß, wovon er spricht: „Ich bin mit Pop-Punk und Emo aufgewachsen. Das sind wir alle vier. Das ist auch der Grund, warum wir diese Stile verfolgen und versuchen, sie musikalisch frisch zu halten. Die Band bietet mir überdies die Gelegenheit, meine Gefühle in Texte zu projizieren und so zu verarbeiten. Der Umstand, dass ich mich durch die Musik besser fühlen kann, ist der große Bonus dafür, dass ich texte und singe.“ Der Frontmann tut aber noch mehr, wie er auf Nachfrage bestätigt: „Brandon (Gitarren) und ich zeichnen für den Großteil des Songwritings verantwortlich. Wir fangen zumeist ganz klassisch mit dem Riffing an und hangeln uns dann über eine Struktur zum fertigen Song. Dabei versuchen wir, verschiedene Variationen dessen, was wir ausdrücken wollen, umzusetzen, damit sich die Stücke voneinander absetzen. Anschließend schreibe ich dann meine Texte und definiere die Vocal-Linien.“

Das im Ergebnis etwas steht, dass oftmals mit einer großen Szene-Referenz in Verbindung gebracht wird, stört den Sänger nicht: „Zumeist werden wir mit A Day To Remember verglichen, was ich nachvollziehbar finde. Das ist zwar nicht unbedingt das, wonach wir streben, doch an diesem Punkt stehen wir gegenwärtig nun einmal. In unserem Verständnis übertragen wir einfach unsere Empfindungen in Musik. Was auch immer dabei heraus kommt, nennen wir SINK THE SHIP.“ Der Vollzeit-Einstand „Persevere“ zeichnet sich durch eine immens kompatible, zugängliche Anlage aus. Dass es zwischenzeitlich auch einmal härter


zugeht, stört das Gesamtbild nicht: „Es ist uns bewusst, dass unsere Art von Musik marktfähig ist. Doch das ist nur ein Bonus und nicht die Grundlage unserer Motivation. Selbst wenn dem nicht so wäre, würden wir immer noch diese Art der Musik schreiben. Sie ist genau das, was wir gerne spielen.“

…und was den Musikern dabei hilft, den Alltag zu kompensieren. Für die Texte gilt das in einem noch größeren Ausmaß: „Auf dem Album geht es darum, heil durch die harten Tage des Lebens zu kommen und ausdauernd zu sein. Die Themen reichen von Selbstzweifeln bis hin zu Depressionen und Angst. Alles dreht sich darum, die innere Stärke aufzubringen, die Hindernisse des Lebens aus dem Weg zu räumen und schwierige Phasen durchzustehen.“ In der Vierer-Besetzung von SINK THE SHIP leben die Musiker aus Ohio das vor: „Wir vertrauen einander und glauben an uns und die jeweils anderen. Nimm zum Beispiel meine Texte und meinen Gesang: niemand in der Band sagt mir, was ich schreiben und wie ich singen soll. Die anderen vertrauen darauf, dass sie es am Ende mögen werden. In dieser Hinsicht sind wir alle Fans der Talente der jeweils anderen.“

Als Korrektiv bzw. zur Bestätigung der eigenen Motivationslage zieht sich Colton bisweilen aber auch bewusst zurück: „Es gibt immer wieder Phasen, in denen ich meine Musik überhaupt nicht höre. Es ist wichtig, sich Auszeiten zu nehmen und komplett abzuschalten. Wenn ich dann zurückkomme, merke ich erst, was mir die Musik bedeutet. Das ist ein echter Test dafür, ob mir die Stücke nach längerer Zeit immer noch genauso viel wie zum Zeitpunkt des Schreibens bedeuten. Auf diese Art und Weise finde ich heraus, welche Lieder das Potenzial haben, die Zeit zu überdauern.“ Das Material des Debüts zeichnet sich dadurch aus, dass es eine zusammenhängende Einheit bildet, die individuell dennoch unterschiedlich klingt. Das ist kein Zufall und unterstreicht die transportierte Botschaft:

„In meine Texte und Wortstrukturen habe ich viele Sorgfalt gesteckt,“ so der Sänger. „Wir versuchen zudem, sicher zu stellen, dass die Musik die Texte so perfekt wie möglich kontrastiert. In dieser Hinsicht besitzt unser Songwriting eine eigene Psychologie. Mit SINK THE SHIP geht es uns primär darum, innere Stärke zu demonstrieren. Ich lasse es nicht zu, dass andere Leute die Oberhand über mich gewinnen. Deshalb unternehme ich die nötigen Schritte, um geistig und körperlich gesund zu bleiben. Auch in Momenten großen Zweifelns kann man seinen Gegnern ein „Fuck You“ an den Kopf werfen und standhaft bleiben.“

 
 Links:
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